Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1890 — Heidelberg, 1890

Seite: Anhang_055
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tmtiakeiten der selbftstäiidigc» Geweibencibendeii mil ihre» Arbciieru
ritt, die Fortsetzimg oder Ailfhebimg dn> Arbeitsverhiiltiiisses, aiif die

die,mf deii Antritt. , , _ . .

Meuseitigcn fteiflimgen nus deiiselbe», nus die Erteilimg oder den Iuhait der Arbeits-
Mcher oder Zeugiufte sich bezieheu, sind, soweit sür diese Aiigelegciiheilcii bcsoudere
Möcheu beftcheu. bei diesen zur Eiltscheidimg zri briiigeu.

ZUsoweit solche Bchörden nicht bestehen, erfolch die Enlscheidimg dnrch die Ge-
Windebehörde. Gegen diefe Entscheidnng steht dre Bernsimg tins den Rechtsweg
dinue» zehn Tagen offen; die vortällsige Bollstrecklmg lvird dnrch dje Berufnng
ilicht ansgeluilten.

Durch Ortsftatnt (ß tt2) können an Stelle der gegemvärlig hiersür bestinnnten
HWchen Schiedsgerichte mit der C'ntscheidnng betrant werdeir Dieselben si»d dnrch
W Ameindebchürden nnter gleichmäßiger Ziiziehrmg von Arbeitgebern und Arbeitern
M dilden.

tt. VtthAlwMe der Gefttten und Gehttfen.

(ftcsellcn und Gchilfcn sind verpfljchtet, de» Anordinmgen der Arbeitgeber
inKeziklmiig auf die jhnen übertragenen Arbeiten nud ans die bänslichen Cinrichtimge»
Wge zu leisten; zn hänslichen Arbciten sind sic nicht verbimden.

^ 122. Tas Arbcitsverhältriis zwische» den Geselle» oder Gehilsen »nd ihrcn
Arbeügcbern kann, wen» «icht ein andcres verabrcdet ist, dmch eine jedcm Teile frei-
stcheiide, vierzehn Tage borher ertlärte Anftündigimg gclöft iverden.

ß 12,Ü. Bor Ablanf der vcrtiagsmäftigen ^ci» imd olme 'Austündigimg kvimen
ltzeseUeii mid Gchilfen entlasscn iverden:

1. weim sic üei Abschlntz des Arbeitsvertrages den Arbeilgeber diirel, Borzeigimg
salscher oder verfälschter Arbeitsbücher oder cftiiginfte biiitergangen oder ihn
über das Bestehe» eines anderen, sie gleichzeilig verpflichleiiden ArbcitSverhäit-
nisseS iu cine» Jrrtnm bersetzt haben;

Z. weim sie rincs DiebstahlS, einer Cnlwendmig, eiuer Nnlerschlagmig, eines
Belrnges odcr eines liederlichen !ftebeliswaiidels sieh schnldig maehe»;

ü. wcnn sie die Arbcit nnbefngt vcrlasscn liabe» oder souft den Iiach dem Arbeits-
vertrage ihnen obliegendcu Verpflichtmigeu iiachziilommeii bebarrlich ver-
weigeru;

1. weim sie der Berwarimug imgcachtet uiit Fener mid 1ftel,i »nvorsichlig
ttmgelieu;

5. ivemi sie sich Thätlichkciten oder grobe Belcidigimgcii gegen den Arbeitgeber
oder seine Bertreter oder gcgen die Famllieiiangehörigeii des ArbeilgeberS
oder seiner Vertreter zn Tchnlden kommru lassen;

ü. ivenn sie einer vorsätzlichen nnd rechtswidrigen Sachbeschädigung znm Aach-
teile dcs Arbeitgebers oder eincs Mitarbeiters siü, schnldig machen;

7. weim sie Familienangchörige des Arbeitgebers oder seiner Vcrtreter oder Viit-
aibcitcr zn Handlnngcn vcrleitrii oder mit Familieiiangebörigen des Arbeil-
gcbers oder sciirer Vcrtrcter Handlnngeir begehe», »velche ivider die (üesetze oder
die guten Sittcn verstotzen;

8. weim sic zur Fortsetzimg der Arbeit mifähig odcr mit einer abschreckendcn
Krankheit bchastet find.

Fn den unter Nr. 1 bis 7 gedachten Fällen ist die Cnllassnng »ichl mehr znläft'ig,
tvMN die zn grnndc licgenden Tliatsachen dem Arbeilgeber länger als eine Woehe
bkkmmt nnd

Fiiwiescrn in dcn luiter Nr. 8 gedachten Fällcn dem Cntlaisenen ein Ansprnch
M Cnischädigmig znstche. ist liach dem Inhatt des Verlrages »nd nach den allge-
Minen gesetzllchkn Vorschriften zn benrtcilen.

8 124. Vor Ablanf dcr vertragsmätzigen Zeit mid ohne Anskniidignng können
Msellen und (ftehilfen die Arbeit verlasscn:

k. ivenn sje znr Fortsctznna der Arbeit imsällig tverde»:

2. weim der Arbeitgeber oder seine Vertreter st

Arbeitgeber oder seine
ieidigullgen gegell dic Arbeitcr
kommen laffen;

oder

sich Tbällichkeilen oder grobe Be-
gegen ihre Fainilienangchörigen zn
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