Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1890 — Heidelberg, 1890

Seite: Anhang_059
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DaSselbc gilt bei dcn Ticttstbotci,. welche sowobl zu laiidwirlsch.isnicheii aw Z» haus-
1W« Ticustc» gcuüetet werden. Bei dem Gediiige moiiatlichcr Iahlimq gili der Pcr-
wag aus dic Daucr eiucs Monats geschlossen.

§ 4. Der Bertrag, wclcher bci deu auf eiu Ialir gemictcrk» Ticiistbotcil uicht sechs
Kschen, bei den auf cm Vicrteljahr gemictcten nich, vier Wochc» oder bei mouatswcisc
Nmietctcn Dicnstboten nicht 14 Tage vor Ablanf der Ticiistzeit gckiindiql wird, is, als
M dic gescvlich unterstellte Dauer der Dieuftzcit stillschivcigcud cinettcri aiiziischcn.

S 5. Die Borschrrstcn der M 8 nnd 4 sindcn teine Attiveiidttng. wcim adwcichciidc
Kestimmungen dnrch Ortsgebrauch hergcbracht siud und dcfteu Bestehcn durch eiiici!
Wchluß des Genieiuderats festgestellt und öffentlich bekamit gemacht wnrde.

H 6. Dicnstboten habcn sich allen, ihrcn Kräften und 'dcm Inhaltc dctz Dienst-
Mtragcs cutsprechende» Vcrrichtungen nach Aiiordnuug der Dieuftherrschast ni nmew
ziWn nnd sich dcr Ordnnng dcs Hanses zn nntcrwerfcu. Die Dieiiftboteu ftud uichl
derMigt, sich in dcn ihnen aufgetragenen Berrichtnugeu verrreteu z» lasse». Lic
«Men, selbst wcnn sie nur zu gewissen Dicnften aiigeuommei, siud, »otigenfallö »iid
vsrübergeheud auch andcrweitc, ihren Berhältnisseu nicht ttliangeiuesseiie Verrichtungen
Mch Anordmmg dcr Dicnstherrschast nbcrnchltten. Fiir Schade», welchen der Dieiift-
bote der Herrschast zugeftigt, hat er nach Mastgabe der allgemeiiien laudrechtlichen Be-
stimmjmgcu liber Schadcnersatzpfiicht Ersatz zn leisten.

7. Die Dienstherrschaft ist berpflichtct zur Leisiimg deS Lohues imd Nuterhalts
des Dienstboten in Ksst nnd Wohnnng, wic solche fiir Dlcnftbotcii dcr glcicheu Art üb-
lich stnd. Die Ansbezahlung des LohneS erfolgt am Ende der Dienftzeit. Wird uach
Mauf der Dicnstzeit der Bcrtrag fortgcsetzt, so darf die Iahluug dcr Dalstc dcs vcr-
salleucu Lolmcs nm vier Wochen verschohcn wcrdeu. Das aus dic Daucr eiucs Iahres
Mietcte Gcsiudc kann vcrlaiige», das; ihm imch 4 Mouateu der Dieuftzeit ciu Bierlcl.
Wch8 Monatcn cin wcitercs Biertcl des Iahrcslolmes ausbezoblt iveide.

H 8. Wird cm Dicnstbote ohne eigeucs grobcs Bcrschiiideu trant. so »at dic Dicust-
herrschaft ihu acht Tage larig zll verpflcgcu uub die Koftcu sür dcu Ärzt imd dic l'Irz-
Nstcn zu übcruchmen. Sie ist indcssetl bcrechtigt, den Kraukcu iu üneiiiiiciieu .tliauleu-
Malten nntcrznbringcn.

ß9. Stirbt ein Dienstbotc, so können sciuc Erbcn deu Lolm uur sür dic Icit bis
zvm Eintritlc dcr Erkankmtg fordcrn. Tie Begräblüskosrei! fallei! dem Dicusüierru
iücht zur Laft.

ß 10. Die Diettstherrschaft ist bercchtigt, das Gcsmde ohue Aiisküiidigimg sofork
zu eutlassen:

wcgen vöiliger Unfähigkeit z» den übernommenen Dieustleistimge», sowie wegeu
Vrrhindcrung an dcren Bcsorgnng, insoscrne solches durcii eigeucs Beriauüdeu des
Dienstborcn verattlaszt wnrde, oder bci znfälligerEiitstehiiug über 14 Tagc attdauenc,
wegen Niitreuc. hartnäckigcn Uugehorsaws, wegen NiistMichteii, übcrliaupt wegcu
solcher Handlungcn, wclche nach ihrem Wesen mit dem sür das Dieiistbotciiveiliälriiis
ersorderlichcn Vertraucn oder nrit der hänsiichcn Orduuug imveicinbarliw siud.

ß 11, Das Gestnde ist bcsngt, den Dienst vhue Ausküudigimg iosort z» vcrlaftcii:

wkim dcr Diciistbolc durch schwcre Grkraufiing zur Forisetzimg dcs Dicustcs
uubcrmögcnd ist, wenn dic Dicirstherrschafk in Gaut geräl, ivcim sic de» Wohiiort
bleibcnd vcrändcrt odcr den Dienstbotcil nötigeu will, läugerc Acisc» i» cmfmile
Gegendc» mitznmachen.

wemi sie den Dmistboten miftyandelt, ihm Nnsittlicheö a»smnr oder ilm vor sol-
chen ^iumituiigen Anderer, die zur Fanülie gchöreu oder im Haiisc regelwässigeii
Mrttl habe», nicht schntzcn konnte oder wollle;

weim sic dcm Dicnstboten den Lohn nber dieBerfallzcit voremhält oder ihi» de»
ttöüge» Nutcryalt vcrweigcrt, sowie üderliattpl ivege» solchcr Haildtlmgeii dcr Diciisi-
herrschast, wckchc wic dic attgcfülirten, mit den vom Gesiude gegcimber dcr verrschast
»aäi dcm Dlcnstbotenverhältttissc zustchenden Aiifvrderilttgeii mivereiiibarlich iliid.

ß 12. Dcr anf länger als cin Bicrteljahr abgeschlvsseue Bertrag kmm vor Ablaus
«r Dienstzeit mit Frist von scchs Wochen anfgetüudct wcrdeu, ivcim das vaupt dcr
WMilie odcr das Mitglied derselben stirbt, si!r dessen desoiidere Bedieimitg das Gesmde
Nttlietct wordcn ist.

ß 18. Wcnn drr Dienstbme Ivahrend der Dieiistzeit gemaft § 10 eMlasseii ivird
Wtt austrrtt, so kann er nnr nach Maftgabc der Da»er dcs Bcrlragsverliäitiiisses Au-
MUch anf dic Gegeulcistungen dcs Dielistherrn crhcbcn.
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