Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1890 — Heidelberg, 1890

Seite: Anhang_067
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S. Schlachtvich.

L 90. Die Vcrbrauchsstcucr vou großem Schlachtvieh ist im Augeublicke der
hlachtung fällig. Sie wird auf Grund allwöchentllch zn fertigcnder Verzcichnisse des

1 Schlachtvieh, das wegen einer äußerlich erkeuubaren Beschädignna odcr wegen
Mrankung geschlachtet werden muß, sofern der (^igeutümcr keiu Metzger tst.

2. Schlachtvich, das auf Anordnlmg der Pvllzeibchörde gcschlachtet, oder dessen
WM bei oder alsbald nach der Schlachtung vori der Polizeibehörde für mrgcnießbar
rckännt wird.

Die bereits bezahlte Vcrbrauchsstcller von solchem Schlachtvieh wird zuriick-

Z32. Als Rindvieh erstcr Schwere gilt jedcs Stück rm Schlachtgewrcht von
Mkg und mchr, ausschlicßlich der Kühe und Farrcn; als Rirrdvieh zwciter Sckrlvere
r-z-rs Stück vo» 200 bis 250kg einschließlich dcr schwereren Kühe und Farren; als
irdvieh dritter Schwere jeded Stück von wciriger aIS 200Kg mit AuSnahme dcr

Den Kühcn werden die Kalbinncn, d. h. die znur crsteu Vkale trächtigen Rinder,
Wch gerechnct. Als Ferkel gilt jedcS Schivern nnter 8 Kilo.

Kopf, Fütze, Eingeweidc, Uilschlrtt rmd Hant bleibell bci der Bcstimmung des
W^chtgewichts außer Betracht; hinsichtlich dcr übrigen TiergattlUlgen filldet ein
sslchrr Abzua nicht statt.

H33. Wcrm iufolgevon Meinungsverschiedenhciten zlvischen dcm Steilerpflichtigcn

M dem Auffichtspersonal üder das Gewicht eineS Tiered dessen Abwügnng crforderlich
Unguustett des Steucrpstichtigen arrdfällt, so hat diescr eme Waaggebühr

«ir- und zu „ . ^

zu bczahlen, welche dcr Gtadtrat im pvraud festsetzt. Diese Waaggebühr darf uicht
übcr 40 Pfg. betragcn.

§. Flcisch.

H34. Die bei haudelsmäßiger Ausfuhr vou F'lcischwaren aller Art zu leistende
Wckvergütuug der Vcrbrauchssteucr bcträgt 1 Pfg. pro Kilvgramm, glrichgrltig, ob dre
Tkmer dei dcr Einfnhr von lcbeudem Bich oder vou Fleisch bezahlt wordeu ist.

v. Strafcn.

H 35. Wcr die Entrichtung von Verbrauchssteilern miterläßt, verfällt — abge-
sthen von dcr PftiM dcr Nachzahlnng dcr Abgabe — ilt cinc Geldstrafe, welche dem
Mchlchen und im Wicderholungsfalle dcm achtfachcu Bctrage der geschuldeten Abgabe
Mchkommt. Weist der Angezeigtc nach, daß die Eutrichtung dcr Abgabe nr,r auS
Berschen unterblieb, so kann auf eine geringcrc OrdnnngSstrafe bis zu höchstens zehn

Mrkerkannt vder je nach Ümstäiidcil die Lrdnnngsflrase gänzlich crlassen werden.
Ker deri znr Ucberwachnng nnd Sichcrung der Abgabc-Eiiirichtililg erlasscnen Vor-
schristen zuwidcrhandelt, wird von cincr Oteldstrafc bis zn 10 Mark getrosscn. Anch
Ak Bersuch, dir Beihilfc und die Brgüiistignng sind strafbar. Die absichtliche oder fahr-
Wtzc VorenthaltiMg dcr anf Wein imd hier gcbrautcm Bier bcriihendcn Verbranchs-
Mem wird auf gletche Wcise, wie die Voreiithaltung der betreffenden Staatsstencrn,
berfolgt und abgewandclt.

f. Vollz u g.

>rer bcsoraendcn Bediensteten hat der Stadtrat zu erlassen. Ans die Vcrbranchö-
»ern bezügliche Dienstweisimgen an die Schlltzmaiilischaft hat er bel (stroßherzog-
Wm Bczirksamt zn beantragcn.

zu beantragcn.

- 8^- Fcrner steht dem Stadtrat zn, die den Beamten nnd Bedieilstetcri der
Nkurrvcrwaltnna, der Eisenbahn und der Schiltzmanilschaft für Mitwirkling bci der
WUtrole und Erhebung dcr Verbrattchsstencr zn lcistcndctt Vergütimgen mit den zn-
Mgcn Staatsbehörde» zu vereinbaren nnd sür Anzeigen und Uebertretmigen der
"brciuchssteucr-Ordmmg Belohmmgeu zu gewährcn.

8 M. Endlich bleibt dem Stadtrat übcrlasscn» mit eiiizellieil Verbrattchsstener«
Michtlacn Avcrsen oder einc von der Verbrauchssteilkr-Ordilimg abweichcnde Kontrole
tMlt verembarcn.
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