Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1890 — Heidelberg, 1890

Seite: Anhang_070
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Ursach« dir Berichtigmig oder den Strich seims Grund- odcr Häusersteucrkavitals vcr-
langt, hat selbft oder durch «nen Bevollmächtrgtrn zu erschemen, und sofern cs sich um
das Zrlschreiden an einc drittePcrson handelt, dirse letzterc zvm glcichzcitigcnErschcincn
zu veranlassen. ALe Veränderungen. wclchr im Grundbuche eingetragen sind, wer-
den übrigens von Amtswea.n ad- und zugeschrieden.

II. In Bezug aut die Gewcrbfteuer: Der Gcwerbsteuer unterliegt das
Betriebskapital dcr rm Grsßherzogtm« betriebcnen gewerblichcn Unternehrnungen aus-
schlieWch der Land- und Forstwrrtschast, vorausgcsctzt, datz das stcuerbare Betrieds-
kapital mindestens den Betrag von 766 Mark crrcicht.

Die gcwerbsteucrpflichügcn Personen, Wännliche und wcibliche, Jnlander odcr
Ausländer, auch gewerbstcuerpflichtige Korporationen, Vereinc, Gesellschaftcn haben
schrMiche oder mundliche StcuereMärungen abzugebcn:

a. wena fle cine der Gewerbsteuer untcrliegcnde Unternehmung bcgomen
haben, abcr noch nicht zur Gewerbstcucr sngelegt sind;

b. wenn flch ihr Betriebskapital nach dem Stand dcr maßgebeuden Vcrhältnisse
am 1. April des ZahreS über den bereit« bestcuertW Bctrag um mindestcns
5 Prozent und mmdcstens um 700 Mark echöht hat.

M. Ju Berrrg auf dic TinkomMeüstcuer: TerNnkommcustcuer nntcr-
liegt vorbchatlich der im Gesetze vorgesehcncn Ausnahmen und Bcschränkungcn ---
das gesamte in Geld, GcldcSwert oder in Selbstbcnützung bestehendc Einkommcn, wcl-
ches ciner Person aus im Grotzherzostnm gelcgeucn Grundstücken und Gebandcn, aus
auf folchen Liegenschaften ruhenden Grundrcchten und Grundgefällcn, aus im Groß-
herzogtum betriebencr Land- nnd Forstwirtfchast und den dasclbst bctricbencn Gc-
wemen, SNS öffentlichem odcr privatcm Dienstvcrhältnis, aus wiffcnschaftlichcm odcr
künstlerischem Bemf oder irgens anderer gcwinnbringendcn Beschastlgnng, sowic aus
Kapitalvermögcn, Renten und anderen derartigen Bezügcn ün Lanft eines Jahrcs zu-
flietzt und zwar ohne Rückflcht darauf, ob es von andercn Stcüern bcrcits gctroffen
wird oder nicht.

Stencrpflichtig sind:

1. Landes- und ssnstigc Rcichrangehöktge, wclche ihren Wohnsitz (Aufenthalt) im
Großherzogtum baben, desglcichen Rcichsausländer. welche dcs Erwerbs wcgen ibrcn
Wohnsttz im Grotzherzogtum haben: mil ihrem gefamten steuttbaren Einkommcn.

2. ReichsauSlSnver, welche nicht des Erwerbs wegen ihren Wohnsitz im Großbcr-
zogtum habcn: mit ihrem aus reichsinländischen Bczugsquellen flietzcnden stcucrbarcn

Emkommcn.

3. Pcrssnen, wclche nicht im Großhcrzogtum wohnen: nur mit ihrem Einkommcn
aus im Grohherzogtum gelegencm Grnnvbefltz (cinschlietzlich von Gcbäuden) nnd dcn
daseldst betricbenen Gcwerbeu sswle mit ihren Gehalts-, Pcnsions- und Wartcgcld-
bezügen aus eiuer badischen Staatskasft.

4. Aktieugesellschasten und Kommandilgcsellschaften auf Akticn, Konsumvcrcine
mit offenem Laden, e'mgctragene Gcnossenschasten mit Lankähnlichcm Bctricb und auf
Gegcnseitigkeit gegründctc, unter Verwcndung von Agenten vetticbene VersichernngH-
aeftllsLasten: mit demjenigenLeil ihres stcuerbarenEinkommens, welcher drmUmfang
ihres Geschäftsbettiebs inncrhalb dcs Großherzogtums entspricht.

Personen, deren Einkommcn (nach Abzua vcr zum Erwerb uud zur Erhaltung dcs-
selben zn bcstteitenden Auslagen, dcr aus oem Einkommcu rnhcnven Lastcn nnd dcr
von ihnen etwa zu enttichtenden Schuldzinsen) den Betrag vou 500 Mark jährlich nicht
errcicht, «nterlicgen der Einkommensteuer nicht. Auch sind Gchaltc. Pensionen nnd
Wartegelder, welche aus einer nichtbadischen Staatskasie bezvgcn werdcn, ftrncr dic
Dienstvezüge (einschlietzlich der Militärvensionen) der Milltürpersonen aus dcr Klasse
der Untcrofflziere und Gemeinen, die Dicnflbezüge der aktivcn Gendarmcn vom Obcr-
wachtmeister abwärts, sowie alle Sterbquartalbezüge stcnerfrei.

Eine EinkommenfteuercrNärnng haben slle Personcn cinzureichen, welche am
1. Äpril des detteffenden Zahres flch im Befltz eines fleuerbaren Einkommcns befandcn,
für welches die Steuttpflicht iu hiesiger Gemarkung begründet war. Dic Steuerpflicht
ist in derjenigen Gemarkung (Steucrdtsttikt) begründet, in welcher dcr Pflichtige scine
Hauptniederlassung Lat oder, beim Mangel eines Wohnfltzes im Grohherzsgtum, dcn
grötzten Teil scines steuerbaren Elnkommens bczieht. Jedoch flnd diejcmgen Stencr-
pflichtigen von Abgabe einer ErklÄrung entbunden, welche in dem Steuerdisttikt, in
welchem am l. April ihre Stcucrpflicht begrttndet war» bercits znr Einkommrnstcuer
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