Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1890 — Heidelberg, 1890

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tm ist. — Als ansteckcndc Krankheitett im Limie dieser ortspolizcilichen Vor-
,. stnd zu betrachten: Blatteru. Cholera. Diptiteritis. Masern. Lcharlad,, Typlpis.
« 8. Die zweite Leichenschau findet nach Mafigabe dcr Dienstweisung für Leichen-
Wmm und dcr §Z 7, 8 und 12 der Ministcrial-Verordmrng vom 16. Dczembcr 1875
Lrichcnhaus und nur in den Fällen des 8 20 in der Wohnung statt; der Leichen-
b^eichnet auf dcm Erlaubnisschein die Zcit, mit dercn Eintritt die Bccrdigung

eine gerichtlichc oder polizcilichc Untersuchung anhängig, so in zur Beerdigung iibcrdics
dit MlaubniS der nntersuchenden Behörde erforderlich. — Die Gcistlichcn n'nd die mit
derLritung der Berrdiguna beauftragten Pcrsonen sind vcrpflichtet, vor dcr Becrdignng
vv« dem Erlaubmsschein Ansicht zu nchmen.

8 9. Zur Austiahmr aller für den hiesigen Fricdhof bcstimmtcn Leichen diirsen mit
AutMhmc der in den Grnften deizusetzenden (siehc §32) nur Särgc ans wcichem Holze,
wckche mncn sorgfältig verpicht sein müssen, verwendet werden. — Bczüglich der nach
WMrts zu verbringenden Leichen fiuden die besondcren gesctzlichen Besümmnngcn
UMendung. — Die Särae, deren nmere Ansstattung und das Bcschläg derselben
«Dn immer aus dem städttschcn Sargnmgazin entnommen wcrden.

§ 10. Dic Lcichen sämtlichcr hier verstorbencr Pcrsonen sind, sofern sic nicht znm
Transport nach answärts bestimmt sind, alsbald nach Bornahmc der erslen Leichen-
" spatcstcns abcr vor Ablarrf von 24 Stiilidkir nach Eintrilt dcs Todes in das
nhaus zn verbringrn. — Dic Ueberfühnmg dcr Leicken in daS städtische Lcichen-
tzach ganz dringendcFälle ausgenommeii, rmr in dcn frnben Morgen- nnd späten
i»stundcn nud nur aus dem kürzestcn Wege statifindcli. — Von answärts lnerhcr-
tr Lcichen sind direkt in das städtische LcichenhniiS zn verbringen. — Fiir die
ichenhülle dcs akadcmischen Krankenhauscs gelten dic besoiidereii vereinbarten Be-
sMmngen.

g 11. DieUebersührung einerLeichc in das Leicheiihans geschieht dnrch dcn Leichen-
WWM dcr betrcffcnden Klaffe. — Die Aufsicht nnd Bcgleilnng iiberiichmen bei Er-
Wchsenett 4, bei Kindern von 6—15 Jahren 2 Leichcnträger. Leichcn von Kiudern
SEr ß Zahren werden nur von einem Leichenwärter bezw. eincr Lcichenwärtcritt hc-
Mttt. Leichen von Kindern UNter 1 Jahr können anch, sofcrn niä,t eine ansteckendc
Nwncheit dcn Tod herbeigeführt hat, vom Leichenwärterperional in das Leichcnhans
-rtwgenwerden.Ausnahmsweise kannbon den Angchörigen dieBegleitnng des Leichen-
-Mers gcM Entrichtnng der hiefür vorgeschenen Gehnhr pcrlangt werden.

12. Während der Ucbcrführnng darf der Sargdeckel nnr lose anfllegen.

1Z. Die AufnahMe der Leiche in das Lcichenhaus gcschicht anf Vorzeigen nnd
e des Erlaubnisscheines an den LeichenhaiiSanssehcr. — Die Obsorge' für dic
. in drm Lcichenhans ist für Alle ohne jegliche Alisnahme gleich nnd liegt a»s-
sGMUch dem Leichenhausausseher ob.

K14. Für jede Leiche ist eine Zelle — für die an ansteckenden Krankheiten Ge-
ffschrnen die im östlichen Teil gelegenen — bestimmt. Jede Zelle mns; mit einer ans-
ttiGnden Bentilationsvorrichtung versehcn sein. Eine etwa crfordcrliche Deöittfcktlvn
VM der Leichenhausanffehcr nach Anwcffrmg dcs Groszh. Bezirksarztes vornehmen.
ZN jcder Zclle mutz etne Lettnng zn dem im Wachterzünmcr besindllchcn clcktrischen
Mllewerk angebracht sein, dcrett Endcn so an der Hand derLeiche zn befestigen sind,
d-s bei dcr gcringstcn Verandenmg der Lagc das Lantcwerk in Bcwegung gesetzt wird.
Der Sarg bleibt bis eine Stnnde vor der Bccrdignng offen, vorausgesetzt, dast nicht

ansteckende Krankheit die Todesnrsache war oder stnrke Spnren cintretender Zcr-
jMwz stch zeigen, in welchen Fällen dcr Sarg sofort nach dcr zivcitcn Leichenschan ge-
' M werden mnß.

" 15. Den Angehürigen dcr Verstorbenen ist der Zntritt zn den Zellen während
Wd gestatttt, mit Ausnahme der am Schlntz des vorhergchenden Paragraphcn
Wwnnttn Fälle, wo der Zutritt erst nach Schlutz dcs Sarges crlanbt werden kann. -
UGtke Personen haben kernen Zntritt, ebcnso wenig darf dcr Leichnam der öfsenüichcn
»«Mht^ung ausgeseyt werden.

8 16. Den Angehvrtgen ist es gestattek, die Zelle nnd den Sarg uüt Blnme» zn

schmücken.

.. ..817. Allc Beerdigunaen müsscn, dringende Fällc ausgcnommen, morgens bor
w uhr, nachmittags im Winter nach Z Uhr, im Sonmier »ach 5 Uhr stattfinden.
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