Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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l>chelber§t wcrden könncii. Nötigenfalls wird dicic .jakl »an dcin Bezirfsamkc fcst-
gtscvt. Oi,l Bett dmf stcts n»r lion eincr Perion t'ciilini werdc».

^ 7. Den Lchläfcrn iniist gcstatiet fcin, fjch aml, »aäi dcn 'Ardeilsitiiiidcii in
der Zchlafstelle ansznl,altcn.

i; 3. ZuwiderhandlilNbeil siesicn diese Vorfchriiteii wcrdcn geinäst 8 Njt, Polizei-
Ltrastlcsevbnchs an (steld l'is zn 'M Mark oder mil .vair dis zu 6 Laqcn bestrait.

0. Vie LlebeNnachnng der vnn Prwnlperlonen negen Lnkgelt in

Pfiege gegebenen rttnder.

tBezirkspolizeiliche Vorschrift vom 27>. Okr. l«68 imler Faffung vom 22. Auq. 1889.

<8 98a dcs P.-^ir.-Oi.-B.i

t; l. Wer Kinder unter 7 Iatiren, welche von Privaiperioncii iu Pflege gegeben
werden, gege» lsntgclt in Pflege »eliiuen will, !>ar vor der Aiifiiatiine unler Porlage
dcr deu Perfoncnftarid der Kinder seststellcndeu Uikuilden die ('leiiehmigung der Lrts-
polizeibehördc hiezu einzuholen. Diefc <8eiiehmigung wird uur ericill, weiln der
Pfleger bezüglich seines ^eumunds, seiucr Iamilien-, l^rwerbs-, Wohnungs- und
sonstigcn Perhältnissc die lstarantie dafür bietel. dast dem Kinde bci rhm die nötige
Pflege iiild Fürsorge zn Teil wird.

Die Pflcger crhalten einc lstcnchmiguiigsurkunde, ivorauf der Name des Kindes
bezeichnet ist und dic weseiltlichen Bcstimmungeu dieser Berorduuug und eine bezirks-
ärzrlichc Bclehrung über ((ruährung uiid Pslege der Kiuder enthalteu find, dereu ge-
iiaue Beachtung den Pflegcelter» befondcrs zur Pflicht gcmachl wird.

Die Bürgermeisterämter liabcu die erforderliche Auzahl Impressen zu beschaffen
»iid den Pflegern bei lstettehmigung dcr Pflege unenkgelklich abzugeben.

8 2. Aendcrt der Pfleger seincn Wohnfiv oder seine Wohnuiig, oder wird das
Pflegcverhältnis dnr den Dod des Kiudcs oder durch dessen lwtlassung aus der Pflege
ausgehoben, so hat cr dics biilnen drci ragen der Ortspolizeibehördc auzuzeigeu.

Im Falle das Pflegekind stirbt, hat der Pflegcr den Dod uu-
verzüglich dem 1/eichciischauer (8 3 dcr Berordnung vom l<>. Dezember 187'>,
die fauitätspolizeilichcn Mastrcgelu in Bezug aus ^eichen- und Begräbuisstälten betr.)
und dcr Ortspolizcibehörde anzuzcigeu.

8 3. Die Ortspolizeibehordc verläfsigr sich von Ieii zu Ieil über das Befindeii
des Pfleglinas und die Art seincr Abwarliing. veraulastk dic soforrige Abstellung
elwaiger Miststände nnd zieht gecignetenfalls die erreilke <8ciiehmigung wieder zurück.

8 -1. Dic Pfleger find verpflichtet, deu Bezirksräten, dcu Miigliedcrn der Armen-
behörde, in Orten wo Frauenvereine besteheu, dic die Ueberwachuug der Pflegekinder
ilberuoinmen haben, den Mitgliederu dieser Bereine, der Ortspolizeibehörde und de»
vou !hr beauftragten Pcrsonen sederzeik den Iutritt zu oer Wohuung des Pflege-
kiudcs zu gewühren und jedc gefordcrtc Aiiskiinft zn erteilen.

Der Pfleger ist verpflichtet, im Falle wirklicher (5 rkranku ng
dcs Kindes einen approbierteu Arzr beizuziehcu.

§ 5. Ueber die rn dcr lstemeinde gegen lf ntgelt in Privatpflege gegebenen Kindcr
uiiter 7 Jahren har die Ortspolizeibehörde eiu Bcrzeichnis nach cinem vom Bezirksainl
seftzustellenden Schema zu führen und jeweils auf 1.'>. Januar und 15. Iuli eine
Abschrift hicrvon dem Bezirksamte vorzulegen.

8 6. Pfleger, welche den Bestiiiimungen dieser Bon'chritl zuwiderhandeln, werden
an Geld brs zu 50 Mark oder mit past bis zu acht Dagen bestraft.

v. Die Schlietzung der Woffnungen rur k^achtreit bekr.

Ortspolizeiliche Borfchrift vom 19. Febrnar 1860. 57 Iiffer 2 P.-Str.-G.-B.)

Ieder Hauseingang must während der Nacht von 11 Uhr an gefchlosfen sein.
Uebertretlingen werden an Äeld bis zu 10 Mark bestraft.

L. Festsetzung der Polireistnnde.

Die Polizeiftunde sür Heidclberg ist auf 12 Uhr nachts festgesevt. tOrrspolizeiliche
Borschrist vorn 20. März 1877. 8 365 N.-Ltr.-lfl.-B.)
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