Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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r'. Pvlizrtttche Nufstcht übrr -ie Huride brtr.

I. Bezirkspolizeiliche Bovschrift vom 26. Nov. 1866. 8 106 P.-Lir.-6l.-B.

sMit (Ältiitkcit fi'ir dcn jinnzen Bezirki:

Alle Hnnde größercr (6nttnng, mit Nnsnahme dcr Iagd- nnd Hiilmerlmiide.
foivie der Schäferhnnde, diirfen nur mit einem vorschriftsinäsngen Manlkorb
versehen anf die Straften. in die Wirtschastslokalc nnd an anderc öffentlnlie ^rte
gebracht werden.

II. Mir (flilrigkeit siir Heidelbcrg, Schlierbach nnd Neiienheim.

1. Bezirkspolizeiliche Porschrift vom 26. Fcbrnar 1878.

Es ist verboten, Hunde (gleichgültig welchcr Olrösre nnd (6atningi olme
wohlbefeftigte», das Beis;en verhindernden Manlkorb hcrnmlanfen zn laneii.

2. Srtspotizeiliche Borschrift snr Heidelbcrg bom 26. F-ebrnar 1878. siir Neueu-
heim vom 10. März 1878.

Wer Hunde (ebenfalls ohne Niicksicht ans (6rös;e nnd Olattnngl in önem-
liche Wirtschaften mitbringt, ivird an (8eld bis zn 20 Mark bestraft.

Das Verbot nnter II. 1 nnd 2 erstreckt sich anf die gcnannrcn Srte, imveit
die bewohntenHäuser reichen nnd soweit diesenichtganz auster Fnsaminenhaiig
mir dem Ortsetter stchen. Nnsterhalb dieses Teils von Heidelberg, Schlicrbacl,
uild Neuenheim (nlso insbesonderc auch beziiglich der Molkeukur, des Speverer
Hofs, des Kohlhofs und des Wolfsbrunnens) findet Ziffer 1 Anwendnng.

III. Perordnung vom 11. Mai 1876. (L;80 P.-Str.-Ol.-B.)

8 1. Alle an öffentlichen Orlen befindliche, iibcr sechs Wochen alte Huude miisscii
am Halse eine mindestcns drei Centimetcr iin Dnrchmesser groste, den Wohnort des
Besitzers angebende Marke von Messing oder Messingblech tragen. Es genügt, weuii
auf der Marke dic Anfangsbnchstaben der Gemeinde und des Amtsbezirks soweir an-
gegeben werden, das; Verwechslnngen ansgeschlossen bleiben. Die Marke soll am Hals-
band hängen, darf also anf das letztere nichr vollständig anfgenieiet werden.

8 2. Hunde, welche nicht die vorgeschriebene Marke rragen, werden — vorbe-
haltlich der Bestrafnng der Besitzer — eingefangen und, wenn sie bis znm Ablanse
des zweiten folgenden Tages nicht von dem Besitzer nnter Borzeigung der Ouittnng
iiber die an die Gemeindekasse geleisteke Zahlung einer Gebühr von zwei Dkark abge-
holr werden, getötet. Dic Auslösungsgebührcn siud zur Deckung der Kosten für die
Aufbewabrung und Berpflegnng der gefangencn Hunde und zu. Belohnungen siir
das mit oem Vollzug der Verordnnng betrante Aufsichts-Personal, welches für das
Einfangen jedes Hundes 50 Pfennig crhälr, zn verwenden.

Q. D.rs Vaden inr Nerkar brtr.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 1. Mai 1800 (M 92 nnd 108 P.-Str.-G.-B.)

a. Das Baden im offenen Neckar.

8 1. Das Baden im offenen Neckar längs der Stadt Heidelberg und des Orres
Schlierbach mit oder ohne Begleitung eines Fahrzeuges ist nur innerhalb der dnrch
Pfähle abgegrenzten Badplätze nnd unter den dnrch die WarnungStafelil festgesetzten
Beschränkungen gestattet.

B. Badeanstalten.

ß 2. Wer auf dem Neckar eine Badeanstalt errichten und beneiben will, hat,
abgefehen von der nach H1 des Wassergcsetzes emzuholenden wasserpolizeilichen Geneh-
migung, jeweils nach Fertigstellung der Anstalt der Polizeibehörde Anzeige zu er-
statten, welche vor Fnbetriebsevniig der Anstalt deren Untersuchung hinsichtlich der
inneren Einrichtung, des Obcrbaues sowie der im Interesse der Sicherheit des baden-
den Publikunts zu treffenden Mastnahmen durch den OrtSbaukontroleur verantastt.
Vor der Besichtigung diirfen die Anstalten znr allgemcinen Benütznng nicht geöffnet
werden. Die Untersuchung hinsichtlich der allgerneineit Aufstellung der Anstalten, der
Beschaffenheit der Tragkonstruktionen und Verankerung, sowcit hierdurch flußbauliche
nnd schifffahrtspolizeiltche Interessen berührt werden, wird alljährlich durch die Grost-
herzogliche Rheinbauinspektion Mannheim vorgenommen.

8 8. Iede Anstalt ist flußaufwärts mit zrvei durch-Drahtseile oder Kctterr be-
feUgte, im Dreieck verlausende schwimmende AbweisLalken, sowie auf der stußseitigen
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