Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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tz 19. Zuwiderhandlunflett gegen diese Vorschrislen ivcrden gemaff rs 92 Polizei-
strafqesetzbuch mit Geld bis zu 150 Mark bestrast.

L. Das Rrtreten von Lisfiächen betr.

Bezirkspolizeiliche Vorschrist vom 20. Februar 1875.

L 1. Wer öffcntlich durch die Zeitunflen, durch Anschläqe oder durel, Am'srellen
von Bänkeu, Fegen dcr Eisfläche und ähnliche Bernnstaltuuqctt das Publikum znm
Besuche von Nsbahnen vcranlafft, hat spätestens am vorherqehenden Taac dies bcim
Bezirksamte anzuzeigen und auf Verlaiiqen dieser Behörde durch eiu schrinliclies
Zeugnis des zu diesem Zmeckc bestellten Sachverstäiidiqen iiber die rrasiMüikcit
des Eises sich auszuweisen.

8 2. Ein solchcs Zeugnis kann auch aufferdcm jcderzeit von dem Bczirksamlc
verlanqt wcrdeii.

8 3. Die Verbindlichkeitcn litiieii ebensowohl Privatpeisonen l lliiternehmerii»,
als den Vorständen von Vereinen lSchlittschuhkliibs ec.) ob.

tz 4. Die Ernennunq des Sachverständigen und scines etwaigcn Lkellvcrlreiers,
sowie die Bcstimmnng der Kebiihr, wclche er sür dic Uutcrsuchung und die Aus-
stellung dcs Zeugnisscs zn vcrlangen hat, geschieht durch das Bezirksamt.

8 5. Das Bezirksanil kann, sobald dic Gesahr cines Einbruchcs vorlicgt, jcderzeil
das Betreten der Eisfläche nnd die Erlassuug von Eittladungen hiezu unrersagcn.

8 6. Wer, nachdem das in 8 5 erwähnte Vcrbot bekannt gemacht ist, die Eisflächc
noch ferner betritt, wird an Gcld bis zu 10 Mark bestrast. (8 1M P.-Skr.-tfl.-B.»

AUe sonstigen Uebcrlretungen dieser Vorschrist werden mit Gcldstrasc bis zu
50 Mark geahndet. (8 108 Zisfer 2 P.-Str.-G.-B.)

Den Verkrlzr mit Nachrn anf dem NeMar detr.

Srtspolizeiliche Vorschrift vom 24. Sept. 1880. <8 3" Gew.-Drd. 134a P.-Slr.-(9.-B.

§ 3661" R.-Ltr.-G.-B. >

Wcr sich damit besassen will, Personen ans den« Ncckar in Nachen zu bcsöi-
dern oder iiberzuseveii, muß miiidestens 15 Iahre alt scin.

Eltern und Vormünder sind für Zuwiderhandlilngcil gegcn diese Vorschrist
seitens ihrer Kinder und Pflcgebefohlcneil vcrantwortlich.

L. Das 'Pferdefüiwemmen im Nerkar betr.

Lrkspolizeiliche Vorschrist vom 26. Juli 1883. ,'8 108 Zjffcr 5 des P.-Str.-(6.-B.>

8 1. Das Schwcmmen dcr Pscrde im Neckar dars nur stattfindcn:

1. an der Schachtel bei der ehemaligen Neucnheimer Fährc in der Vcr-
längerung der Fahrtgasse,

2. an der Schachtel hiuter dcm Schlachthause.

An beiden Stcllen dürfen die Pserde nicht weiter in dcn Neckar getricben oder
geführt werden, als bis das Wasser die halbe Höhe des Bauchcs crreicht.

8 2. Zuwiderhandlungen gegcn diese Vorschrist werden mit Geldstrasc bis zu
50 Mark bcstraft.

II. Gesundheilspolizei.

(Gesundheitspolizeiliche Vorschriften bcfindeu sich auch in der unler der Nubrik IV.
— Straffenpolizei - aufgeführten ortSpolizcilichen Vorschrift vom 22. Dczbr. 1865.»

L. Schlachthaus-Ordnnng.

lBestinimuiigen bezüglich dcs Viehhofcs vcrgleiche unter Nr. VI. Gcwerbepolizei.)

Ortspolizeiliche Vorschrist vom 18. August 1879. (8 93, 95 dcs P.-Str.-G.-B. >

8 1. Alles groffe Schlachtvieh (Ochscn, Farren, Kühc, Rinder) muff im Schlachi-
haus geschlachtet werdeu.

8 2. Eine Ausnahme findet nur statt, wenn das Schlachthaus aus irgend ciiiem
Grunde, z. B. wegen hohen Wasserstandes, nicht benutzt werden kann.

Jn diesem Falle ist jede beabsichtigte Schlachtnng der Polizcibchörde und dcm
Fleichbeschaner rechtzeitig ailzuzeigen.
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