Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

Seite: Anhang_8
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ß 18. Die MciMrmeister sind sur die uiit ihrem Vorwisseu dcgoiuieiien liel'er-
trctuuflcii ihrcr Arbeitcr mitvcrnutwortlich.

L 14. ZuwiderhnndluiM'n werden an Gcld bis zu 20, bezichuiMiveise bis zu
50 Mnrk bestraft.

S. Flrischbrfchau.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 14. Jnni 1882. <8^8, 87a P.-Lir.-0!.-B.

Verordnunq vom 26. Novcmbcr 1878.)

8 1. Der Verkauf des nicht bankwurdMir abcr nls genicsjbar crklnrlcn ivleischcs,
nämlich des FleischeS:

1) von verunctlückten Tiercn, welche nicht uuverziiglich nnch dem Uniall ge-
schlachtct werden,

2) von alten und von abgemac;erten Pferdcn,

3) von Kälbcrn, die nicht 14 Tagc alt sind,

4) von krankcn Tieren, soweit solches Fleisch vcrkanft werdcn dnri,

5) das von dem Fleischbeschauer als uuitecignet für dcn unbeschrniilicii Ver-
kauf in den Fleischbänken bezeichnct wird,

ist nur aus der Freibank gestattet nnd darf nur zu der vom Fleischbeschauer
festgeselZten Tare stattfindeu.

8 2. F-lcisch von nuswnrts geschlnchteten Tiercn dnrf nnr dnnn in die hiesigc
Stadt eingeführt werden, wcun dnssclbc von dem Flcischbeschnuer der tyciiieivde, wo
dic Schlnchtung stnnhntte, unlersucht »ud eutwedcr nls bnnkwiirdig befini-
dcn, oder wenn nicht für bnnkwürdig, doch siir genicßbnr erllnrt
wordcn ist.

8 3. Fcder dernrtige Fleischtrnnsport muß mit einem vom Fleischbesclinucr des
SchlnchtnngsorttS nusgestellten, die gennue Bezcichnung des Fleischcs nael, '?lri, 0>c-
wicht und Stückznhl enthnlteirden und von der Srtspolizeibehörde unter Bcidriieliiiig
des Drtssiegels beglnubigten Gefiindhcitsscheine bcgleitet fein. Tns nnf diescm TtNciiie
ausgeprägte Ortssiegel inuß nuch nuf dem Fleifche selbst oder nuf ciner demselbeii nn-
gehefteten Knrte oder Plombe nngebrncht sein. Wo die Fleischbeschnucr eigeuc DienN-
stempel hnben, treten diese nn Stclle dcr Ortssicgel und die Beglnubigung diirei, die
Ortspolizeibehörde fällt wcg.

Der Gesundheitsschein hnt nnr für eincn Tng Gültigkeit.

8 4. Fst dns Fleifch für Mcbger, Wurstlcr, LÄrte oder Kostgebcr oder zum Ber-
kauf auf dem Mnrkt bcstimmr, so darf es nur in Vierteln oder cinzelncn gnnzeu Sliitleii
z. B. Lenden, Nippenstücken ec., niemnls nber in nusgebeintem Zustnndc eingcsiilirl
werden. Verstümmelungen einzelner Fleischstücke sind vcrbotcu; die Ilenden iiliisseii
nuf mindestens zwei Nippen nbgestochen und der betreffende Teil des Briistscllcs i»i-
verschrt vorhnnden sein.

8 5. Alles in hiesige Stndt eittgeführte Fleisch von nnswnrrs geschlnchtelen Tieren
unterliegt, bevor dnsselbc ziim Verknuf gcbrncht oder nn die Bestcller nbgcliescrt ivird,
einer nochmnligen Beschauung durch dcn hlcsigen Fleischbcschauer, welclicr dns lf'igcb-
nis nus dcnl Gesulidheitsschcin zu belirkunden hnt. Tie Bcsichligung sindel nn nlieii
Wochentngen morgens zwischen 7 und 9 Uhr iin Nnthnuse statt. 'Wird Fleisch zu eiiler
nndern Zeit einaeführt, so ist unverzüglich dem Flcischbeschauer Anzeigc zu mncheii.

Die Einfuhr von Fleisch dnrf in dcn Monnteu Mni bis einschlicstlich Septcinbti
nur von morgens 6 bis abends 8 Uhr, in den Monnten Dkwbcr bis eiuschliestlich
April nur von morgens 7 bis abends 5 Uhr geschehcn.

8 6. Den hiesigen Mevgern, Wnrstlern, Wirtcn und Kostgebern ist untersngl,
von auswärts eingebrnchtes Fleisch anzunchlneii, wclches nicht von cinem vorschrifis-
gemnst ausgestellten nnd vom hiesigen Fleischbeschnuer bestätigten Gesuiidheitsscheiii
vegleitet ist. Derjenige Melzgcr ec., welchem solches Fleisch ohne den bezeichueleii
Gesundheitsschein nngeboten wird, hnt hiervon sosort dcr Polizeibehörde oder einem
Polizeibediensteten Anzeige zu machen.

8 7. Ameriknnisches Schweinefleisch, welches in Flcischbänkeu, Vcrknufsloknli-
tnten, aus dem Markte, odcr nn nnderen ösfentlichcn Orten in hiesiger Stndt feil-
gehalten oder oerkauft wird, muß vorher einer mikroskovischen Untersuchuiig nui
Trichinen unterworfen worden sein. Nach gcschehener Utttersuchung ist jcdes trichinen-
frei gefundene Stück vom Fleischbeschnuer nbzustempeln.
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