Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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8 25. Zum Zwecke der AttSbesserung siud die Griiben einer periodischen Unrer-
suchuilg umer polizcilicher Arissicht zu iiittcrzicheii.

b. Vorschristen siir beslehcnde Anlagcii.

8 26. Allc bereits bestcheiide Abtrittgrnbcn, melche sich nnch dcin t6iilachten
des amtlichen Sachverstäildigen als nicht wasserdichk erweisen, nnd alsbald dadurch
wasserdicht herzustelleii, dast dic Unisassliiigsinaueru eiuschlicstlich des Bodens abqe-
wa'cheu nnd mit Cemeitt ansgesiigt, sodauu iin Iuucrii mik eiucr 12<-m starken.
iii Cemcut geinarierten Backsteimvand in der Wcise verklcidct ivcrdeu, dast zwischen
den bestehenden Uittfassttiigsittaueru nnd der ueueu Backstciuwaud eiu iiliildestens
2 cm breiter Zwischenrauin vcrbleibt, rvelcher mit tsemeiit auszugiestcn ist. Ter
Bodeu der Grube ist durch zwei iu Cemeut iibcreiuaudergelegte Lacksteinschichteu
zn verwahren, und so auzttlegeu, dast cr uach der Eiitleeriiiigsvcrticsmig hin thesäli
erhält. Wo eine Ncllherstellung des Bodens eriorderlich wird, ist dersclbe uach den
Bestiiiimuugeu iiber Anlagen neuer tstrnbeii hcrzlistelleu. Alte Abtrittgrubeu ittüssen
im Jnueru init einein geglätteten, l'/2cm starken tseiiicillverpuiz verschen uud
außerdem uiit einem 25em starkcu Cjewölbe iiberivölbt werdeu. Wo eiuc Abdcckung
„lit Dielen erfolgen soll, ift das Versahreu nach 8 3tt einzuhaltcii.

8 27. Sollten alte Abtrittgruben mchr als 50 .stnbikmeter Naillniiihalt haben,
so ist durch Ausmatterll dcr tstrube, chc die inuerc Verkleiduiig mik Backsteiueu vor-
genommen wird, der Naumi"halt auf das vorgeschriebeuc Mas; zu verringern.

8 28. Vor Fertigstelluug der Abtrittgrnben ist uach 8 24 zu verfahreii.

H. Dunggruben und Pfuhllöcher.

8 29. Für die bauliche Anlage und Untersilchiingen der Diiiiggriiben und
Pfuhllöcher geltcn die gleichen Vorschrifkcu, wic fiir die Abtrittgrubcn. Jedoch must
die Cutfernung der Dunggrubett nud Pfiihllöcher vou Briimlenschachten, 26asser-
leitungen, Briinnenftuben und der Nachbarsgrcnze miudcstens 5 Meter berragen.
Kcin Pfuhlloch darf mehr als 15 Knbikmeter Nauininhall habeu.

8 30. Wo statt der Ueberwölbliug aus besondcreu t6ründeu die Abdeckung mit
Diclcn geschehen soll, hat letzterc aus eiuer doppelten Bretterlagc bci der die Fugen
gnt geschlossen sein müssen, zu befteheu. Hiezu ist jcdoch ftets die Geiichiuigung
der Baupolizeibehörde einzuholen.

8 31. Die Benirbung der Dmlggrube als Abtriltgrubc oder mugekehrt ist un-
statthaft.

L. Nbfuhr der Nbtrittstoffe betr.

Ortspolizeiliche Vorschriften vom 24. März 1881 <8 67 a P.-Str.-ttz.-B.)
nüt Abänderung vom 15. Fuli 1890.

1. Attgemcinc Borfchriften.

8 l- Die Auswechslung, Abfuhr, Eutleeriing und Reiuigmig der Abrritt-Tonnen
wird, irisolangc die Stadtgenieinde diescs Geschäst rücht clwa selbst übci uinlint, na-
mens derselben gegen Grhebung der im auliegenden Tarif bezeichiiclcn <6ebühreu
durch eiuen Unternehmer besorgt. Der Uilternchmer, bezw. desseu Vertreter, welcher
für die Grfiillling dieser Vorschriften der Polizeibehörde gegenüber einzttstehen hat,
ist der letzteren vom Stadtrat namhaft zu macheu. Das glciche gilt bcziiglich der
Reiiiigttiig der Abtrittgruben. Sollte die Stadtgemeiude das iu Fragc stehende
Geschäft selbst überneyinen, so hat sie der Polizcibehörde einen städtischeu Bedicn-
steten zn bezeichnen, welcher für Erfüllmig dieser Vorschrift verantwortlich ift, und
es muerliegt dann derselbe den nämlichen Bestimmiingen, dic in dieser Vorschrift
sür den Unternehmer vorhanden sind.

8 2. Der Stadtrat kaun in einzelneii Fällen, namentlich zn Gunsten hiesiger
Landwirte, mit Zustimmung des Beztrksamts gestatten, daß der belrefscnde Hansbe-
sitzer selbst die Auswechslung, Abfuhr, Entleerung und Rcinigung seiner Tonnen,
bezw. die Entleerung seiner Abtrittgrube bewirkt.

8 3. Fiudet bei der Abholuug der Tomteu oder bei der Eiltleeriiug der Abtritt-
gruberi eine Verunreinigung der Straste oder des Hauses start, so ist der Unternehmer,
bezw. dessen Dienstpersonal verbunden, dieselbe soforr wieder zn beseitigen, wozu die
betreffenden Hausbesitzer das nötige Wasser zu liefern haben.
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