Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

Seite: Anhang_15
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Lorschrift vom 22. Dezember 1865, die Strahenpolizei betr. zu bcachten, jede Verun-
rciniaung der Straße, wclche bei der Enlleeruug dcr Grube stattfindet, sosort zu
beseitigen und etmaige besondere Weisnngen, welche ihnen di'c Polizeibchörde ans
Anlaß der Besorgung des sraglichen Geschästs erteilen wird, z„ besolgen.

m. Ueberganüsbestimmungen.

^ 15. Alle Diejenigen, welche zur Zeit im Besilze einer Erlaubnis sind, wie sie der
Z 2 dikser Vorschrift vorfieht, haben solche bis zum l. ?ulli 1881 erneuern zu lassen,
widrigensalls die betr. Erlanbnis von diesem Zeitpunkt an ihrc <6iltigkcit verliert.

T a r i f.

Der Unternehmer ist berechtigt zu erheben:

I. Bei Abtritten nach dem Tonnenshsteiii.

1) Fiir die Auswechslung, Abfuhr, Entlcerung und Reinigung einer tragbaren

Tonne-.. 20 Psg.

2) Für das gleiche Geschäst bei zwei verkuppelten Tonnett jc . . . 15 Psg.

3) Fiir das näml. Geschäft bei einer fahrbaren Tonne tbis 800 Litr. sasfend) 50 Psg.

II. Bei Abtritten nach dem Olrubensystem.

1) Für die gewöhnliche Entleernng der Grnbe mittelst der Maschine pro Faß Latri-
neninhalt (bis zu 1500 Liter) 1 Mark.

2) Für die Entfernung des in den Gruben zuriickgebliebenen Bodcnsams, sowie
von Scherben, Schutt u. dgl. (8 5 der ortspolizeilichen Lorschrist) 20 Psg. per
Hektoliter oder 2 Atark per Kubikmeter.

3) Für die Entleerung solcher Gruben, deren Inhait ans Wafser bestebt (von Water-
Klosets), 20 Pfg. per Hektoliter (2 Mark per Kubiknleter).

ck. Die Nbfnhv des Relzrichls, des Srhnees nnd der Rausliiallnttgs-

avfälle betr.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 6. Tezenrber 1888.

8 1. Die Abfulft des Kehrichts und Schnees, rvelche sich bei der Reinigiing der
Fahrbahnen und Gehwege durch die in tz 2 der ortspolizcilichen Vorschrifr vom 22ken
Dezember 1865 bezeichneten Personen ergeben, sowie dcr Haushaltungsabfälle, be-
forgt dic Stadtverwaltung, ohne hierfür ein Entgelt zu crheben. Sie machr der
Polizeibehörde eincn städtifchcn Bediensteten nainhaft, welcher der leljteren gegen-
über fiir Erfiillung gegenwärtiger ortspolizeilicher Vorschrist veraiitworilich ist.

8 2. Das städtlschc Abfuhrpersonal hat die Verpflichtuug, nach eincm seitens
der städtischen Vcrwaltung von Feit zu Zeit zn verösfentlichenden Fahrplaii die
Straßen der Stadt mit Wagcn zu befahren, welche zur Aufnahme des Kehrichls
iiud der Haushaltungsabfälle dicncn.

Die zur Abfuhr bestimmten Wagen müsseu absolut undlirchlässig, mit gur
schließenden Deckeln, sowie gut sichtbaren Nummern vcrschcn sein und ftets in dich-
tem und brauchbarem Zustandc erhalten wcrden.

8 3. Die Abfuhr beginnt in der Zeit vom 1. Mai bis 1. Oktober morgens um
6 Uhr, iu der Zeit vom 1. Oktobcr bis 1. Mai morgens um 7'/2 Uhr nnd wird
derart betrieben, daß die Abholung in jedem Hausc dreimal in der Woche erfolgt.

8 4. Der Kehricht und die .Haushaltungsabfälle sind von den Einwohnern der
Stadt in besonderen Behältern bereit zu halten, welche zu den im Fahrplan der
Absuhr fcstgeseßten Abholungszeitcn uiimittclbar hinter eincm nach der Straße gerich-
tcten Haus-, Hof- oder Garten-Eingangc (eventucll in dem unmittelbar hintcr dcm
Vorderhaus gelegenen Hoftaum) zu ebener Erde aufgcstellt werden milsscn.

8 5. Die Hausbewohner habeu dasür zu sorgen,, daß das Abfuhrperfonal die be-
treffenden Einyänge offen findet, daß dasselbe die Gefaße lcicht wahrnehmen und daß
das Aufladen rhres Inhalts ohne Verzug geschehen kann.

8 6. Die den Kehricht und die Abfälle enthaltettden Gefäße müssen vollständig
dicht, haltbar und mit 2.Henkeln versehen sein. Sie dnrfen bis zu ihrem obercn
Rande nicht mehr als 56 Liter Inhalt haben und höchstens bis zu 5em unter diesem
Stande gefüllt werden.
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