Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

Seite: Anhang_19
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1891/0269
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
kcliiitiiisseS ailf dem israelitischen Friedhof zn beerdigeü. Bezüglich des lcgrercu nud
dcr Beerdigiingeil auf demselben fiiidcn die Bestiinniiingcii dicscrLeichen- nnd Hriedhof-
Ordniilig, fnr die anf dem israeliiischcn Friedhof errichterc ^ei.benlmlle inc'besondere
die Bcskimiilnngen der 8K 11,12,13, 14, 15 nnd 1«! gleichinamg Aniveildung. - Znr
Beerdignng answärts Gestorbeilcr anf dem hiesigcn Friedhof in dic trrlanbnis dcr
Friedhofs-Äommission nnd, wenn der Tote nicht hieiiger tiinwohner benv. das.ttind
eines solchcn war, die Entrichtniig der hicfnr vorgesehenen bcsondcrcnTaren erforderlich.

8 24. Die unmittelbare Anfsicht iiber den Fricdhof fiihrt der F-ricdhosaufscher,
desseii Aiiordnlliigcil anf dem Fricdhof das übrigc Leicheiiperi'onal nndcdingl F-olge zn
leisten hat.

8 25. Dcr F-riedhof ist in al lgemeinc 2eichensclder snr tsrwachsene nnd solche
für Kiiider nach fortlaufcilden römischen Fahlen eingetcilt, die tflräber werden in
Rcihcii, wclche mit fortlanfenden arabischen Fahlen zn bezeichiien »'iiid, angelcgt. —
Alißerdcm sind bestiinnitc Plätzc des F-riedhofs sür F-amiliengräber, bisher sogenannte
Kanfgräber, vorgesehen; die Plätze sind nach Bnchnaben nnd die eiuzelneii Flraber nach
fortlanfenden Zahlen gcordnet. Allstnnft über sämtliche Gräber crtcilt der Friedhof-
aufsehcr.

8 26. Uebcr die allgcmeineil Leichenfelder, sowic übcr die Familiengräber führt der
Friedhofanfseher getrennte Biicher, in dcren erstcrcn dic Rnniiner desLeichenfeldcs, die
Zahl der Gräberreihe, die Nnminer des Grabes, Namen, Geschlecht nnd Alter dcs Ge-
storbenen, sowic Tag, Monat nnd Jahr dcr Beerdignng aiigcgebtn ii't; in dcm Buch
über die Familiengräber werden anßer den obcngenaiinten Äufzeichnlingeii der Buch-
stabe der Plätzc nnd die Nnittlner dcsGrabcS eingctragcn. Tiese Bücher wcrden doppelr
geführt nild je ein Gxemplar anf dem Bnrean der Friedhoss->!ommis>ion, das anderc
bei dem Friedhofaufseher anfbewahrt. - Ginsicht in diese Bücher nr Iedcrmann ge-
stattct.

8 27. Fedcs Grab für Grwachsene mns; 2,1t) Metcr lang, ",75 Mclcr breit nnd
1,50 Metcr tief, fiir Kindcr nnter 10 Iahren l,5t»Meter lang, 0,60 Meter breit nnd
I.OOMcter ticf sein. — Zwischen allenGräbcrn mnß einZwischenraiim von mindestcns
0,30 Meter bleiben.

8 28. Unmittclbar nach der Bccrdignug müsseii die ttzräbcr von dem Totengräber
ausgefüllt werden. — Die Hiilterbliebcnen müssen, sofern sic das Grab einfassen, be-
Pflanzen oder mit einem Grabstein verschen lassen wollcii, die Ansfnhrnng dieser Ar-
beiten binlien 4 Wochen anordnen.

8 20. Es bleibt den Hinterbliebeiien anhelingestetlt, die Bepftanznng der Gräber
selbst zn besorgen odcr durch einen Gärtner besorgen zu lassen. — Fiir die Handlnugen
der Bcaiiftragten, soweit sie nicht zn strafrechtlicher Berfolgnng Beranlassung geben,
dleiben die Hinterbliebenen mitverantwortlich. — Die Graber anf den allgemeinen
Leichenfeldern dürfen nur mit nicdrigen Blnmcn nnd Gestränchen, ivelche die Höhe von
1 Meter nicht nberschreiten und die Grnndfläche des Grabes nicht nberhängcn, be-
pftanzt werden; idasselbe gilt für dic Familiengräber in den vorderen Neihen; in den
hiiitereu Neihcn und wo nnr cine Rcihc vorhänden ist, dürfen mil Genchmigung dcr
Friedhofs-Kommission auch höherc Pflanzen eingesetzt werdcn. — Tic Anpflanzilng
von Bäumeil oder Gestränchcn, welche genicschare Frnchtc lragen, isl nntersagt und eS
ist ferner untersagt, Bäume oder Strüncher ausierhalb der Grabsrätlen zn pflanzen, zu
versetzen nnd zu entferncn. Bänkc oder Stühle dürfen danernd mir auf dem zu Fami-
liengräbern gehörigen Gelände anfgestellt werden.

8 M. Es ist gestattet, die Gräber auf dcn allgcnlcinen Lcichenfeldern mit hölzernen
Kreuzen, deren Breite jedoch diejenigc des Grabes nicht überschreiten darf, zu versehen;
dieselben müssen durch den Friedhofanfseher gegen die hiefür vorgescheue Gebühr gesetzt
werden. — Einfassungen dürfen nur aus Steinen und nur innerhalb der Grundfläche
des Grabs hergestellt werden. — Ebendaselbst dürsen mit Genehmignng der Friedhofs-
Kommission — siche tz 33 — Denkmale von Stein odcr Metall gegen Entrichtung eincr
besonderen Taxc aufgestellt werden; die Brcite dcrselben darf jedoch die Grnndfläche des
Grabes ebenfalls nicht überschreiten. Jcdes Denkmal mus; eine Unterlage von starken
Schwellen ans Eichenholz und einer Steinplatte erhaltcn; gemanerte Fnndamente sind
mitersagt. — Die Zeit der Vornahme dieser Arbeitcn ist dem Friedhofanfseher vorher
anzuzeigen. Sechs Wochen vor Jnangriffnahme der Umgrabung cines Leichenfcldes
werden die Eigentümer der dort befindlichen Grabsteine wiederholt öffentlich aufge-
fordcrt, dieselben zu entfernen; Grabstcinc, welche innerhalb dieser Frist nicht entsernt
lrnd, fallen der Stadt anheim.
loading ...