Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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rv Die Einrlchtnng von Gas- nnd Wajferleitnngen vetr.

(Ortspolizeiliche Vorschrift voi» 17. Fannar 1E.)

.4. (^aslcitnngen.

ß 1. Zu den Gasleitimgett dürfeii küttftighiii imr noch eiserne Nöhreii beiiiltzt wcr-
deii. Die Verweiidlmg von Bleirohr ist imr znlässrg, wenn es sich irm Nevaraturcn
oder um kleine brwetteriiiigen »nd Veränderuilgcn bereits bestehender Bleirohrlei-
tliiigen handelt.

8 2. Die Nöhren und Verbindnngsstncke sind vor dein Verlegen in dem Znstande,
tvie sie zur Verwendung kommen sollen, auf ihre Luftdichtigkeit zu prttfen und dttrfen
nnr dann bcutttzt werden, wenn sie sich vollkommcn dicht erwiescn haben. Es ist nn-
stattlMft, etwa gcfuiidene Fehler an eisernen Nühren nnd Verbindungsstücken durch
Verstreichen mit Kitt oder Verhämmcrn, oder dnrck) Schnell-Loth zu repariren.

Verstreichen mit Mtt oder Verliäinuicrn undichter Stelleu ist anch bei Bleirohr-
leitungen untersagt, dagegeu bci diesen das Verlöthen znlässig.

tz 3. Die Verbindungen und Verschlttssc der Röhren mttssen anf danerhafte nnd
solide Weise luftdicht hcrgestellt werden, bei Eisenröhren durch Muffen, Metallstopfe»
und Flanschcn oder Kappen, bei Bleiröhren, wo diese nach 8 1 ttberhaupt zulässig sind,
durch Verlöthen. — Wo Blcirohrleitimgeii dnrch Manerwerk oder Gcbälke gehcn, nms;
ein schmiedeisernes Futterrohr ttber dicselben gcschobcn wcrden, welches etwa 1 (5trn.
weitcr als der äußere Durchmcsscr des Bleirohrcs ist und auf jcder Seite der Mancr
oder des Gebälkes mindestens 1 Ceuliineter vorsteht.

8 4. Wo Eisenrohr an bestehende Bleirohrlcitung angeschlossen werden soll, darf
die Verbindung von Eisen nnd Blei nicht dnrch unmittelbares Anlöthen erfolgcn, vicl-
mehr ums; dieselbe mittelst messingener Verbindnngsschranben, welchc an das Bleirobr
anznlöthen sind, ausgeführt werden.

8 5. Bei Bestiniumng der Nohrweiten ist fttr gewöhnliche Verhältnisse die fol-
gendc Tabelle maßgebend, wührend in außergewöhnlichen Fällen der betreffendc In-
stallateur mit der Direktion des Gaswerks ttber die zn wählenden Rohrdinlensionen :e.
sich zu verständigen hat.

Länge der Leitung


Durchinesser der Röhren in
und Millimcter

Zoll


in Meter

3 "

>6

l/2"

»/4"

1" ^

l'/l"

1'/-'

2"

10

13

20

25

32

38

51


MM.

MM.

MM.

M»I.

mm.

MM.

NIM.

3

3

10

32

65

120

188

395

6

2

7

22

46

84

133

280

9

2

6

18

37

69

109

228

12

1

5

16

32

60

94

198

15

1

4

14

29

54

84

179

18

1

4

14

26

48

77

162

21



4

11

24

45

72

150

24


3

11

23

42

67

140

27



3

11

21

40

63

130

30



3

10

20

38

59

123

36



2

10

19

34

54

113

12



2

9

17

32

50

105

Ein Beispiel wird die Anwendung der Tabelle erläutern: Angenommen, eS sollte
eine Nohrleitung von 26 Mcter Länge fttr 18 Flammen hergestellt werden, so hat man
in der ersten Vertikalspalte der Tabelle diejenige Zahl zn nehmcn, welche dcr angegebc-
nen Leitungslängc am nächsten kommt. Gegeben ist in unserem angcttoinnienen Fall
die Länge K, es würde also in der Tabelle die Zahl 27 dafür zu nehmen sein. Man
sucht nun in derselben Horizontalzeile von links nach rechts die nachst höhcre als die
angegebene Flammenzahl, statt der aiigelrommenen 18 mithin 2l, und da diese in der
Spalte für 1 Zoll enalisch — 25 Millimetcr Rohr steht, ist also ein Rohr von dieser
Weite erforderlich uno genügeiid, 18 Flammen bei einer Leituugslänge vou 26 Mcter
uoch mit Sicherheit zu versorgen.
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