Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

Seite: Anhang_35
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leereil sind. Slnch der TniiWrubeninhalt, d. i. Biehdirnger nnd anderer, nicht mit
menschlichen Excremcnlen vcrlnischtcr llnrat dars, soweit er slnssig m, nnr in obigen
Fässern, im nbrigcn aber nnr in sesrgesngtcn .^aslkiiwagen lBordivageNj abtiesühri
lverden. Weder Mtritt- noch Tiiiiggriibenltthall dars aus die Tlrahe gelcgt werdeii.

F-iir die iiicht nach obiger Vorschrist bewirkle Ladniiit 'liid nidil aüei» dic Fnhrleiile,
sondern anch die die Ladnrlg bewirkeiiden Tniighändlcr imd be'gv. Arbeiler verank-
wortlich. — Die znr Diiilgerabsiihr dicnenden Füsser oder 2chtr,en sind in denrlicher
n»d haltbarcr Weise mit dem Namen dcs ltigeiitiiiiiers -,n versehen.

tz 18 a. Der Hansbcsilzer ist verpslichtct, ans Berlangeii der Polizci' den Bamen
dessen anzngeben, der die l5mtleerniig von t8rnbe iind Äbiriit nnd die Absnhr des
Inhalts vorgeiiornmcn hat; aildcrnsalls bleibt er ' e! b n snr alte Ueberuetniige»
verantwortlich.

ß 19. Den hiesigen Vandwirten, wetche trockenen ^taltdiiiiger oder Psnhlwasscr
anf ihre Felder zn fnhren habcn, ist — voransgcseizl, das; sie geschlossenen Iosraiim
bcsitzen, in dcm die Ladiing geschchen kann gestanet:

während der Monatc Septcmber bis l. Iuli trockcneil Slalldiliigcr bis
mittags 12 Uhr nnd Pfnhlivasser zn jeder Sinnde des Tages.

während der Monate Inni, Inli nnd Angusl trockeneii Slatldünger bis
morgens 8 Uhr zn laden nnd ansznsühre»; bezüglich der Absuhr von Psnhl-
wasser während dcr letzlgeuannten drei Monate bteibl cs bei den in tz 17
sestgesetzten .'jeitbestiiilinnngeii.

Tiejenigen Landwirte, welche aus Plangcl an Hofraum genöligt sind, ans der
Strasze zn laden, sind hinsichttich der Abfuhr von lrockenem Diinger nnd von Psnhi-
wasser an die in H 17 sestgesetzlen Ieilbestiminungeu gebnnde».

Bei besouderen Witternngsverhalliilssen, z. B. bei uitalleis, kann das Bezirksaml
nach vorherigem Benehmen mit dcr Feldkommission dcn hiesigen Landwirleii die Ab-
fnhr von krockenem Stalldnngcr an cinzelnen Tagen anch zn andern als den vor-
bezcichnetcn Ieilen gestatten. Ü'iidlich dürfeii diesetben, ivenn die Tungsräticn in F-olge
eines Platzregens nberschwemnit sein solllen, Psnhlwasser zn jeder Iahres- und
Tageszeit ansfilhren, ohne das; es hierzn einer besonderen ksrlanbnis bedars.

H 20. Inr Änsführung dcs Düngers jsl, soviel inimer möglich, der Weg über
die Haupt- nud Leopoldstratzc zn vermeide», nnd sotl die Iwingerslraste, Ptöckslraste,
St. Annagasse oder die Ncckarstrastc cingeschlagen iverden.

21. Die Neinignng der unterirdischen ^eitenkanäle ist von den belr. Hans-
besitzern jedcs Jahr und zwar glcichzeitig mit dcr von der Gemeiiidebehörde an-
geordnetcn Reinigung der nnterirdischen Hanptkanäle, in welche jcne cinmnnden,
vornehmen zn lassen.

s 22. Das Reinigen nnd Abschweminett dcr F-uhrwerke darf nicht ans dcn
Strasten und an össentlichen Brnnnen geschehen; es mnst im Inncrn dcr Oicbändc
oder am Reckar vorgciiommen werden.

tz 23. Tiejenigen, welche gröstere Gegenstände, sogcn. Traglasten, namcnklich anch
solche, wodurch die Bori'ibergehcnden beschmtitzl oder bcschädigt rverdcn können, iiber
die Straße tragen, haben sich von dcm Trottoir cntsernt zn halten nnd dürsen nur
anf der Fahrstraße gehen. (Lbenso dars die Passagc auf den Trotwirs nicht dnrch
nilbernfenes längeres Znsammenstehen mchrerer Personen gehemmt werden.

tz 23a. Das Schleifen von Leseholz in der hies. Sladt einschließl. des Schlostbergs
ist nntersagt nnd kann nnr ansnahmswcise von der Polizeibehörde gestattct werdcn.

tz 24. Iunges Lieh, Schweine, Fcdervieh sind in den Häusern zu halten; das
sreie Laiifenlassen derselben auf der Straße ist nntersagt.

tz 25. Es ist verboten, tote Tiere, stinkenden Kot, Glas, Geschirr oder sonstigen
Unrat auf die Straßcn und öffentlichen Plätze zn iversen oder Flüssigkeit irgend ciner
Art aus den Fenstern oder Thüren der Hänser anf die Strasten nnd öffentlichcn Plätze
zn schütten, sowie Teppichc nnd Tücher dahin ansznstäiiben. stann der Thäter nicht cr-
mittelt werden, so haftet dcr Inhaber des Gebändeteils, woselbst die Ucbertretnng vcr-
übt worden ist, für die Strafe, wenn er nicht nachweist, dast er die Uebertretnng nicht
verhüten konnte. Jn den Häusern, deren Ginrichtung das Auslcercn des Wassers im
Jnnern nnmöglich macht, muß das anszngießende Wasser auf die Straße getragcn und
dort ohne Belästignng der Vorübergehenden in die Rinnen ausgeleert werden.

8 25 s. Gs ist verboten, nach 7 Uhr morgens Betten, Wäsche, Teppichc und
ähnliche Gegenstände in üffentlich sichtbarcr Weise auszuhängett oder auszulegeu.
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