Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

Seite: Anhang_38
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deu mit Fuhrwerkeil uicht zu verschlicßcu, werdeu fvlgeude Plntze zum Aufstelleu der
Wageu gcstattet: die Straßc zwischen dem Gasthaus zum Eiserneu Kreuz und deiu
Karlsplatze, seuc zwischeu dem Schupp'schen Hansc und Karlsplatz nnd die Karlsstraste,
wofnr znr Mestzcit der obere Tcil der letztercn nebft der Plankengasse benutzt wcrdcu
kauu: ferucr die Hirschstraste, die verlantzcrte Jngrimstraste, vom Prinz Friedrich bis
zur Uuiversität, nötigenfalls anch die zwischen dem Mufeum und der Univcrsitätsbib-
liothek befiudliche Strasze uud endlich der Ludwigsplatz nächst dcm Haltcplatz für die
Droschkeu. Dic Holzfuhren, insbesondere auch die Wellenfnhren, durfen nicht in der
Stadt herumfahren, sie haben vielmehr ihre Wagen auf dem eben bezeichneteu Teile
des Ludwigsplatzes aufzustellen. Den Besitzern der znnächst der heiligen Geistkirche
gelegeucn Wirtshüuser ist auch gestattet, die bei ihuen einkehrenden Fuhrwerke auf dcm
Pla'tze vor der Psorte dieser Kirche, gegenüber dem Mtterwirlshaus aufzustcllen; dies
iiiust jedoch in eiucr Weise gcscheheu, dast das Anfahreu der für die Kirchc bestimmteu
Ehaisen nicht uumöglich gemacht nnd überhaupt deu Kirchengängern der freie nnd iin
gehinderle Eiugang nicht benommen wird. Au solchen Wagen miiß die Teichsel zurück-
gelegt oder abgcuominen und nachts Beleuchtung dnrch Laternen angcbracht werden.
Jst 'die Ucbertretung vor einem Wirtshans durch einkehrende Neiscnde oder freiude
Fuhrleute begangcn wordeu, so wird die Strafe gegen den Wirt vorbehaltlich scines
Nückgriffs auf deu Uebcrtreter erkannt.

38. Jedermann, welcher zu irgend einem Zweck das Strasteupflaster anfbrechen
lasseu must, ist gehalteu, 24 Stunden vor Beginn der Arbcit und nach Beeudigung dcr-
selbcn deu Gemeiuderat iu Keuntuis zu fetzen. Der Gemeinderat wird alsdauu, um
eiuc gleichmästige nud schucllc Herstellung dcs aufgerisfenen Pflastcrs zn erreichen,
uuterAnsficht dcs Stadtbaumeistcrs dasselbc auf Kostcn desjeuigen, welchcr es hat anf-
brecheu lasseu, biuuen läugstens 24Stuuden wieder in den gehörigen Stand setzcu lassen.

§ 39. Das Ankerwerfeu auf dem Lorland ist nberall da, ivo dasselbe gepflästeri
ist uud Niiuge angebracht sind, nutcrsagt. Ebcnso ist verboteu, anf diese Ninge Holz,
Stcine oder andere Gegenstäude, wodurch deren Beuützilug erschwert wird, zu legcu.

ß 40. Uebcrtrctuugen obigcr Borschrift werden uach ß 306 Z. 10 N.-Str.-G.-B.
uiit Geldstrafe bis zu 60 Mark odcr mit Haft bis z» 14 Tagen bestraft.

L. Drn Nerlrans von Holz, Nen und Siroff brtr.

lHolziuarktorduuug vgl. unter Hafeupolizei V. O'. nineii.l
Drtspolizeiliche Borschrift vom 1. Mai 1885.

^ 1. Alles Holz, welches in Scheiterform und in ganzcn Wagenladuugcn, Heu
und Stroh, welches zum Berkauf in biesiger Stadt eingeführt wird und nicht für den
städtischeu Laner bestimmt ist, must auf deu Platz bei der Heuschener verbracht werdeu.
Das Hernmfahreu uud Feilbietcn in den Strasteu ist verboten. — Holz kauu auster-
dcm auf dcn Holzlauer gebracht werdeu. Holz, Heu nnd Stroh, welches auf Bestellung
eiugebracht wird, darf direkt uach dem vom Bestcller bezeichneten Ort verbracht wer-
den, sofern der Kaufpreis mit dem Bestcller vorher fest vereiubart ist odcr nur uoch
dnrch Ausmessuug, Abwäguug oder Zuzähluug bestimmt zn werdcn brancht.

tz 2. lills Platzgeld sind an deu Marktiucister zu eutrichten:

1 > Für einen Schicbkarren.1V Pfg.

2) Für eiucn zweirädcrigcu Haudkarren . . 20 Pfg.

3) Für eiueu Einspänuerwagen .... 25 Pfg.

4) Für eincn Zweispännerwageu .... 35 Pfg.

§ 3. Die Aufsicht über den Markt führt der Marktmeister und habeu die Markt-
bcsncher deu Aiiordnungeu desfclbeu Folge zu leisten.

8 4. Zuwiderhandluugeu gegen vorstehende Bestimmungen werden gcmäst 8 149
Ziff. 6 dcr Gcwerbeordnung mit Geldstrafe bis zu 50 Mark und im Nnvermögensfalle
init Haft bis zu 8 Tagen bestraft.

o. Den Detrieb der Pferdebahn detr.

Ortspolizeiliche Vorschrift v. 27. April 1885.

8 1. Die für den Bctrieb der Pferdebahn zu benützenden Wagen dürfen keine
gröstere Breite als zwei Meter habeu, alle Borspriinge cingcrechnet.
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