Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

Seite: Anhang_39
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Sie miissett versehen sein:

a. mit einer krästig nnd schncttwirkenderl Bremsvorrichtiing:

d. mit einer Zuglcine oder ähnlicher Borrichtniig, welche cinen Signalvcrkehr
dem Kntscher von der Mckseite des Wagcns ans ermöglicht. nnd

e. init Awci Laternen lje einc an der Border- nnd Rückseire,. welche glcichzeirig
den innereil Wagenranm znr Nachtzeit ausrcichcnd erhcllcn.

8 2. Jedcr Wagen ninß mit einer Nnminer verschcn sein, welche wwohl inncrhalb
als auch außerhalb desWageus leserlich anzuvringen in. An jedem Wagen mnß ferner
die Zahl der Personcn, wclche er sowohl im Znnern, als anch aus dcr Plalksorni anf-
uchmen kanil, augeschriebcli sein. Ueber diesc Zahl Iiinans dülfen keine Perwncn znr
Fahrt attfgelloillinen werdeu.

tz 3. Die znm Dienste bci der Pfcrdebahn verwcndcten Pferdc mm'sen krätlig,
vollkommen diensttanglich nnd von schädlichcn Fchlern srei, die chcschirrc solide, vo'n
gntem Ansehen und in guteiii Stande sein.

tz 4. Tas Dienstpersonal besteht sür jedcn Wagcn aus einem Schaffner nnd eiiiem
Kutscher. Dic Bedienstctcn haben währcnd dcr Tieiiftsliinden dic von dcm ililternehiner
cingefnhrte Dieilstkleidling, sowie vorn an dcr Kopfbcdccknng eine Nummer zu rragen.
Tas Tabakranchen während dcs Fahrens nnd während dcs Berkchrs mit dcm Publi-
kilin ist ihneii nicht gestattet. Ihr Bctragcn mnß ein hösliches nnd bcscheidenes sein.
Den anf dcn Bahnbetrieb bezüglichen Weisnngen der Polizeibeamten haben sic Folge
zn leisten. Bedienstete, welche zn begründetcn Beschwerden Veranlassnng geben, sind
ans dem Dienste zn cntlasscn.

8 5. Ter Betrieb richtet sich nach dem Fahrplane; die Fahrpeise werden dnrch
den Tarif sestgeseht. Faluplan nnd Tarif iinlerliegen der Znsliinmnilg des Stadlrats
nnd der Genehmlguilg der Polizcibehörde.

8 6. Anf denjenigen Bahnstrecken in c cr vanplskraßc, anf welchen zwei Geleise
liegen, ist bis l2 Uhr mittags nnr das nördliche, uach l2 llhr miltags »nr das südliche
Geleise von derPserdcbahn zn befahrcn. Abwcichniigcn hicvon können von derPolizci-
behörde und in dringeildcn Fällcn von dem Kondnkkeiir des bctreff'enden Wagens an-
gcordnet werdeir. Unbcspaniite Pfcrdebahnwagen dürsen auf dem Bahnkörper nicht
stehen bleiben.

ß 7. Die Signale crfolgen dnrch die Zngglocke nnd Pfeife. Tic Signale zwischen
Kondnktenr und Kutscher crsotgen mit der Äagenglocke, während die Answeiche-und
Warnungssiguale mit der Signalpscise gegeben werden.

8 8. Für jeden Schaden, der durch dcn Betrieb der Pferdcbahn angerichtet wird,
haftct der Unternehmer.

8 9. Dcr ^chaffner hat dasür zn sorgen, daß sein Wagen die plailinäßigen Ab-
fahrts- nnd Ankiinstszei'ten einhält, die Allswcickislettcn rechtzcilig berührt, währcnd
der Dunkelheit vollstäudig erlcnchlet ist nnd sich stets in reinlichem Znslande besindet.

8 10. Das Weiterfahrcn ist crst gestattet, wenn der Giilsteigcnde Platz genommen,
bezw. der Anssteigcnde den Grdboden erreicht hat. Ter Schaffner hat anf die Ans-
führriug der W 16—19 zii halten, zu diesem Zwccke anch nöligcnfaUs die dort bezeich-
neten unzulässigeit Fahrgäste, insbesonderc anch solche, wclchc die Mirfahrenden dnrch
Nohhelten oder Unanftändlgkciteil bclästigen, ans dem Wagen zn entfcrnen, nnd wenn
erforderlich, die Mitwirknng der Polizci in Ansprnch zn nehmen.

Wenn ln dem Wagen sich sovielc Personen befinden, als derselbe vorschristsmäßig
anfnehmen darf. so hat dcr Schaff'ner an demselben eine für das Pnbliknm erkennbare
Tafel init der Nufschrift „besem" ailzubringcn.

8 11. Sofort nach dem Eintreffen des Wagcns an dcn Endpnnktcn dcr Linie hat
der Schaffner denselben gcnan zn nntersnchen nnd enva ziirückgebliebcne Gegenstünde
den betreffenden Fahrgästen — wcnn solche noch anwescnd — sofort zn behändigen,
andernfatts auf dem Bnrcau des Unternehmers behnfs Ablieferimg an die Polizci-
bchörde abzugeben.

^ 8 12. 'iske den Bahnbetricb berilhrendeii anßcrordcntlichcn Vorfälle hak der
Schaffner sofort dem Betriebsbcamten zur Kcnntnis zn bringen.

8 13. Der Kntscher darf während der Fahrt dcn ihm angcwicsencn Platz nicht
verlassen.

^ 8 14. Jn schnellerer Gangart, als im Trabe zu fahren, ist nntcrsagt. An den

Straßenfreuzungen, sowie in den Answeichnngen mnß iin Schritt gefahrcn wcrden.
Treffcn Zwei sich entgegenkommende Wagcn nicht glcichzeitig anf eincr Answcichestelle
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