Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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6. Die Erhaltmrg des Rlingenteichweges und der nbrigen 'Wege

des Stadtwaldes betr.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 20. Ianuar 1880.

8 1. Alle Wagen, mit ivelchcn ans dcn Steinbrüchen odcr ans dcm Stadtwalde
Mmiersreine abgefiihrt werdcn sollen, miisseii mit geschlossenen Kasten versehen sein,
welchc nicbt längcr als 0,60 Metcr sind und mit (s'jnschlnß der 2citcrbänme die .vöhc
von 0,60 Mcrer nichr nbersteigen. Dcr Wagenkasten mus; untcn eine lichte Wcite von

0. 60 Vleter nnd oben einc solche von 0,00 Meter habcn.

8 2. Die Räder dcr Steinivagen mi'issen annähernd vorn 1,05 Meter, hinren 1,-00
Mcter Ööbe haben. Die Neifc derselben diirfen nicht unter 0 Centiinetcr brcit sein.

§ 0. Das Gewicht oer Itadung eines Wagens dars 80 Ccntner nichr libersteigcn,
die Abfiihr von 27 Kubikmcter (einer badischcn 51ubikrnle) Manerstcine darnach nicht
in wenigcr als 10 Wagenladungcn crfolgen.

8 4. Bei allen Steinfnhren sind zwei sog. Miicken anznwendcn nnd ist das
Ranhsperren nnd das Anlegen eines Radschnhs uniersagr. Die Slcinsnhren sind
sters von zwci Männern zn begleiten, von welchen der'cinc die Pfcrde zn beaui-
sichrigcn, der andere die Mückcn zn bedienen har.

8 5. Bei dcn violzfuhrwerken nnd Fnhrwcrkcn anderer Arr ist das Aauhsperren
nntersagr, dagcgen die Anwendung cines Aadschnhs gcstatter.

8 6. Vorstehende Bestimmungen treten bezüglich der Brcite der Oläder mit dem

1. Fannar 1885, im Uebrigen mit dcm Tage dcr Beröffentlichung dieser orrspoli-
zeilichen Borschrift in Krafr.

8 7. Uebertrctungen werde» anf Grnnd dcs 8 366, ,-zjff. 10 R.-Str.-G.-B. an
Gcld bis zn 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bcstrast.

«. Schlohgarten-Or-nung.

Srtspolizeilichc Borschrift vom 29. November 1880.

8 1. Berboten ist:

1) Das .hausiercn mit Waren jeder Art, insbesonderc das Feilbicten von
Blnmen, Backwarcn, Sbst und dergl.;

2> Tas Tragen schiverer 2asten, als tOolz nnd Grasbündel:

0) Das Fahren mir Schnbkarren;

4> Das Werfen mir Steinen; ^

5) Das Fahrcn und Neiten, iibcr die Briicke des SchloßbergeS dnrch das

Gartenthor bis in den iniicrcn Schloßhof, darf im Schritt gesahrcn nnd

geritten werden.

8 2. Verboten ist serner:

1) Das Betretcn der Nasenpläbe nnd Pflanzengruppen, das Ucbcrsteigen nnd
Dnrchbrcche» der Cinsriedigungen, das Abpflücken, Losreißen, Abschneiden
odcr Abschlagen, sowic das Enrwenden von Gartensrüchtcn, Bluinen,
Pflanzen und Zweigen.

2) Das Bernnreittigcn von Gcbändcn, Garlen-Anlagen, Wegen, Brnnncn,
Tischen und Bänken.

0) Das Grklettern der Okuincn.

8 0. Auf dem Burgweg darf nicht gcfahrcn wcrden, dagegen ist das Rcitcn anf
Gscln oder Pfcrdcn bis dahin, wo der Weg nach dcr Karlsschanze und nach dem
Fricsenbcrg sich teilr, gestattet. Dic leergehcnden Tiere sind in langsamem Schrilt
zu fiihrcn. Die von den Tieren hcrriihrenden Verunreiiiigungen des Wcges nüissen
sogleich bcseitigl werden.

8 4. Hunde siiid im ganzcn Schloßbczirk an kurzer Leine zu fiihren.

8 5. Bczüglich dcr Polizeistunde in der Schloßrestauration, sowie bezüglich
des Mitnehmcils von Hunden in diese Wirtschast gelten die allgemeinen polizei-
lichcn Borschriften.

8 6. Wer den Bestilnmungen der 88 1, 0 und 4 znwiderhandelt, hat nach Maß-
gabe des 8 366 Ziff. 10 des A.-Str.-G.-B. Geldstrafe bis zu 60 Mark oder Haft bis
zu 14 Tagen zn gcwärtigcn. Zuwiderhandlungen gegen den 8 2 Ziffer 1 ziehen gcmäß
8 144 uild 145 Ziffcr 0 des P.-Str.-G.-B. Geldstrafen bis zn 50 Atark oder Haft bis
zu 8 Tagcn, bezw. Geldstrafen bis zn 20 Mark nach sich. Zilwiderhandlnngcn gegcn
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