Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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mit schweren Lnsten festgesetzten Bedingunaen znwiderhandeln. Sollen öffentliche
Brücken mit Lasten befahren werbcn, ivclche 10,000 Kilogramm übersteigen, so bedarf
es dazu der vorgängigen Genehmignng der znständigen Bchörde, welche allgemein fne
eine bestimmte Brückc oder in den einzelnen Fällen dcr Benütznng erteilt werden kanin

8 11. A neinande rh ängen v o n Wag e n. Beim Fahren dürfen nie mchr
als zwei Wagen aneinandergehängt sein.

Das Fusammenhängen von zwei Wagen ist nnr gestattet, wenn der hintere Wagen
nicht stärker beladen, nicht größer und mcht stärker ist, als der vordere Wagen, n»d
wenii anßcrdem dnrch eine feste Verbiildiing beider Wagcn (insbefonderc dnrch Untcr-
schiebnng der hinteren Dcichsel nnrer den vorderen Löagcn) fiir eine sichere Steuernng
des hinteren Wagens gcsorgt ist.

Dnrch die znständige Behörde kann für öffentliche Wege oder Strecken dersclben,
bci denen das Fahre» mit znsaminengehäligteii Wagen wegen dcr Größc des Gefälls,
der Lchärsc der Krümmungeii oder der Schmalheit der Fahibahn die Verkehrsficherheii
gefährdet, das Zilsammeiihängen von Wagen ganz nntersagt odcr anf das Atthängeii
iinbeladeiier Wagen, von Beiwägclchen oder in sonstiger Wcisc beschränkr werden.

8 12. Langholzrransport. Fnhrwerke, welche znm Transporr von Lang-
holz anf öffentlichcn Wegcn benützt werden, sind dcrart einznricliten nnd zn leiren,
daß Gefährdlingen der Verkehrssicherheit vermicden werdcn.

Für öfferirliche Wege oder Streckcn derselben, wclche wcgcn dcr Größe des Ge-
fälls, der Schärfe nnd Zahl der Krümmungen odcr der Schmalhcit der Fahrbahn
bcsondcre Schwierigkeiten für dcn Langholztransporl bietcn, kann dnrch die znstäiidige
Behörde vorgcschricbcn wcrden, daß bcim Langholztransport dcr Vordcrwagcn mii
eincm drchbaren Schcmel, der .vintcrwagen mit einer Vorrichtnng zum Leilen
(Schwicke) versehen scin nnd dcm Wagen das znr Leitnng und Bedienniig crforderliche
Personal tzwei erwachsene Personen) bcigegebcn sein miiß.

812. Be 1 euchtiing der wahrend der D » n ke lhei l fahrende n F n h r-
werke. F-nhrwerke, wclche nach eingetretener Dnnkelheit anf öffentlichen Wegen
fahren, miissen mit einer heUlcnchtcnden Latcrnc versehcn sein.

8 14. Begegnnng von Fuhrwerken im A l lgcmeincii. Koinmen zwei
F-uhwcrke ans üffeiitlichen Wegen einandcr enigegen, fo sollen sie sich nach rechts ans-
weichen. Findct jedoch dic Bcgeglinng anf steilen Wcgen längs eines Abhangcs stair,
so soll mit dcm berganf fahrendeii F-nhrwcrk gegcn den Abhang ansgewichen wcrdcn.

8 16. B cgegnung v o n F n h r w e r ken anf e n gen Wegen. Fst wegen
der Gnge oder sonstigen Beschasfenheit dcs Weges das Answeichen nicht möglich, so
hat dcrjenigc, welcher das ihm eiitgcgenkomiiielide F-nhrwcrk zuerst bemerken kann, an
ciner znm Vorbeilasscn passcnden Stelle so lange zn halten, bis das andere Fuhrwerk
vorbeigefahren ist. Anf solchen Wegen sollen sich die Fnhrlcute dnrch Znruf, 5knallcn
mit der Pcitsche, die Postillonc mit dem vorn, Zeichen gcben.

8 16. Verhalten von F-nhrwcrken bei Unmöglichkcii des Vor-
beifahrens. Dreffen zwei Fuhrwerke an ciner Stellc zilsamiuen, wo anch kein Vor-
beilasscn möglich ist, so mnß dasjeuige znrückfahreii, für welches dics nach den
Umstäiideii, ilisbesondere nach der Gntferliiiiig dcr nächsten Answeichestelle, nach Be-
schaffenheil, (tzcfäU nnd Nichlnng des Wegcs nnd naeh der Ladnng mit den wcnigsten
Schwierigkeiten verbunden ist.

8 17. Begcgnnng von Reirern niid Heerden mit Fuhrwerken.
Reiter nnd Heerden haben jcdcm ihnen begegncnden F-uhrwcrkc anszuweicheu. Bei
cngen Wegen soll das Fnhrwerk denselben, iim ihnen das sichere Vorbcikommen zn
ermöglichen, soviel als thnnlich Raum lassen, auch iiötigenfalls, namentlich bei Be-
gegniing mit.vcerdcii, Schrilt fahren oder anhalten. Treffen Rcitcr oder Heerden
inil Fuhrwerkcn anf Wegcn znsammcn, wo kein Auswcichcii oder Vorbcilassen mög-
lich ist, so müssen dic erstcren iimkehren.

818. Begkgnnng von vcerden nnd Ncitern mit einander. Wenn
zwei Heerdcn oder Reiter einandcr entgegcnkoinmell, foll es unter ihiien ähnlich ge-
hallen werden, wie fiir die Fnhrwerke iii den 88 1-1 16 vorgcschrieben ist.

8 19- A a ch s a h ren n n d Nachrciten. Die F-ührer vön Hecrden, sowic von
langsam fahrenden Fuhrwerkcn sollen, wo dies nach dcr Brcitc imd Beschaffenhcit des
Wegcs thunlich ist, die liachkmiimenden schneller sahrenden Fuhrwerkc nnd die nach-
kommerideil llieitcr auf gegcbencs Zeichcn (8 16) links an sich vorüberlassen, indem sie
nach rechts answeichen.
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