Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

Seite: Anhang_48
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tz 6. Nach der Ausladung eines SckMes ist der Ausladeplatz sofort zu ramncn,
so daß der Äusladeplatz nicht langer in Anspruch geuommen wird, als bis das
Schifi von seiner Ladung cntleert ist.

ts 7. Mit dem Ansladen oder dem Alfiühren von gelagcrten Gegenstäudeii darf
erst degoiiilen werden, nachdem dem Lauerpächter odcr seinem Stellvcrtretcr ei»e
dezügliche Anzeige erstattet wordcn ist.

lledertretungen dieser Vorschristen werden gemäs; is 155 des P.-Str.-G.-B. an
Geld bis zu 100 Mark oder init Haft bis zn 14 Tagen bestraft. Der Laucrpächler
sowie die Polizeiniannschaft sind zu strenger Aufrechterhaltung dieser Ordnnng nnd
sofortiger Änzeige von llebertretungen angewiesen.

0. Holzmarkt- und Taurr-Ordnung.

ß 1. Iedem Holzhändler wird anf den zur Lagerung von Holz bestimmtcn Pläsen
von dem Lauerpachter eine Stelle angewiesen, an der er sein Holz in beliebiger
Menge aufsetzen kanu. An den Holzschichten sind die "Namen der Verkäufer, sowie die
von dcnselben bestimmten Verkaufspreise mit schwarzer Farbe deutlich anzuschreibcn.
Die Holzarchen müssen so gesetzt wcrden, daß sie nicht einstürzen können. Das .Holz
darf nnr auf 3'/2 Mtr. Höhe gesctzt werden. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn nnd
insolange infolge des hohen Wasserstandes des Neckars Ranmmangcl eintritt.

tz 2. Die Lauerbediensteten, d. i. der Lauerpächter (Lanervcrwalter) und die Holz-
messer, Holzeinleger, Lauerkärcher, Kalkmesser und Steinaussetzer werden vom Stadi-
rate angestellt. Der Laucrpächter, welcher in besondcrs zn vereinbarendcn Vertrags-
verhältnis znr Gemeindeverwaltung steht, vertritt dieselbe gegenüber dem Vcrkelnc
auf dem Holzmarkt. Dic übrigen Lanerbedienstetcn sind seiner Anfsicht unterstclli
und habcn seiner Anordnung Folge zu leistcn. Gr übcrwacht die Handhabung dcr
Holzinarktordnnng und hat alle Uebertretungen derselben dem Stadtrat znr Kenntnis
zn bringen. Außer dem Lauergelde erhebt er auch die an die Lauerbediensteten abzu-
liefernden Gebühren, und es steht ihm das Recht zu, die Abfuhr der gelagerten oder
gemessenen Gegenstände bis zur Zahlung sämtlicher Gcbühren zn verbietcn.

8 b. Die Holzmesser oder Holzeinleger, wclchc auf die nach Maßgabc der Laner
ordnung entworfene Instruktion vom Großh. Bezirksamt verpflichtet werden, haben
das auf dem Lauer zum Verkaufe gelangcndc Holz zu vcrmessen. Sic beziehen die
unter 8 11 bezeichneten Gebühren. Andern Personcn ist das Mefien von Holz ans dem
städtischen Lauer nicht gestattet.

8 4. Die Abfuhr des Holzes vom städt. Lauer hat dnrch die Lauerkärcher zn ge-
schehen. Es ist indessen Iedermann gestattet, das für den eigcnen Gebrancb
besti mmte Brennholz mit eigenem Fuhrwerk abzuführen.

8 5. Die Lauerkärcher, deren Karren mit sesten Stellhölzern versehen sein müssen,
haben nach einer jeden Morgen durch das Loos zu bestiinmenden Rangordniing zn
fahren, welche jedoch nur bis zu beendigter Runde bestcht. Die spätere Ordnung der
Karcher bestimmt sich nach der Zeit ihrer Nückkehr, so, daß der frühcre Eintreffende
dem später Eintreffenden vorgeht. Dieselben erhalten die unten folgcnden Gebühren.

8 6. Holzmesser, Holzeinleger und Lauerkärcher sind verbunden, vom 1. Mai
bis 30. September morgens von 6—12Uhr und nachmittags von 1—6 Uhr, in der
anderen Jahreshälfte aber von 8-12 Uhr vormittags und 1—4 Uhr nachmittags
auf dem Lauer anwesend zu sein, wenn sie nicht über die Notwendigkeit ihrer Ab-
wesenheit sich genügend auszuweisen vermögen.

8 7. Das Ausladen der Steine darf nur zu folgenden Zeiten geschehen: Jn den
Monaten April bis Oktober oon 5 Uhr moraens bis 8 Uhr abends. Jn den Monaten
März und Oktober von 6Uhr morgens bis 7Uhr abends. Jn den Monaten November,
Dezember, Januar und Februar von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr abends. -

8 8. Der auf den städtischen Lauerplätzen zum Verkauf gelangende Kalk, sowie
die daselbst zu lagernden Steine müssen von den besonders verpflichteten Kalkmessern
und Steinaufsetzern gemessen und bezw. auch aufgesetzt werden.

8 9. Die Holzeinleger und Holzmesser haben zur Nachtzeit den Lauer zu nber-
wachen. Außer ihnen ist es daher Niemanden gestattet, nachts den Lauer zu betreten,
es sei denn, daß er über die Notwendigkeit sich gehörig auszuweisen vermag.

8 10. Dem Lauerpächter und den sonstigen Lauerbediensteten ist untersagt, auf
den städtischen Plätzen mit Brennholz oder Kohlen Eigen -Handel zu betreiben. Da-
gegen ist ihnen der kommissionsweise Verkauf von Brennholz und Kohlen ge-
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