Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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2. Für in den Betrieben der Post-, Telegraphen- und Eisenbahnoertvaltnugen ec.,
bcim gelverbsniaßigen Zyuhrwerks-, Schifffahrts-, Flößerei- und Kährvetrteh,
dem gewcrbsinäßigen Speditionsbetrkeb ec., sowie:

8. Für die in der Nand- n. Forstwirtschaft nnd deren Ncbenbelricben beschäf-
kigten Personen ieinschließlich der m solchen Bekrieben beschattigten Tienstboten).

4. Fiir die hänslichen Dienstvoten.

Zn den ilnter Ziffer 1 genannkcn Personen gehören anch die .vandlnngs-
gehilfen niid Lehrlinge, soivie die Gehilfen und Lehrlinge in den Apotheken.

Eine Ansnahme von dcr Bersicherniigspflichk grcist Platz:

a. Für Personen, deren Beschäfligilllg ihrer Nanir nach cine vorüber-
gehende odcr dnrch Arbeitsverrrag im vorans anf einen Zeitraum von
weniger als einer Woche beschränkt ist.

b. Für Bekricbsbeamte nnd Angestellke, deren Gehalt .'c. 6'/z Mark für dcn Ar-
beitstag nbersteigt.

e. Für die init festem Gehalk aiigeftclllen Betriebsbcaiiikkil des Neiches, des
Staates oder eines Kommunalverbändes.

ä. Fnr Personen des Soldatenstandes.

2) Orgauisarion der Krankenversicherung.

Die mit der Einfnlirnng des Kiankenversicheriingsgesetzcs vom 15. Znni 1883 ins
Leben getretenen drei Ortskrankenkassen haben sich mit 1. Zanuar 188!) vercirrigt zu
einer:

Gemeinfamen Ortskrankenkaffe Heidelverg.

Unter dieselben fallen sämtliche nnler 1—3 obcn anfgeführten Personenklafsen,
falls sie gegen Gehalt oder Lohn lwozu anch Tailliümen oder Naturalbeznge
gehören, wie Genuß freier Kost .'c.) in hiesiger Skadl beschäfkigr sind, und nichl
einer Fabrikkrankeiikasse, einer Iiinnngskrankenkasse oder einer den Ansorderiliigen
dcs tz 75 des Kraiikenversicherungsgesctzes cntsprcchendcn eingeschriebcnen oder
freien Hilfskasse als Mitglied angehörcn.

Dic ohne Gehalt oder Lohn beschäftiglen Gcsellen, Gehilfen und Lehrlinge
(Volontäre) sowie sämtliche

hauswrrtfchaftlichen Dienstboten
werden versichert dnrch die „landesgcsetzliche"

Gcmeindckrankenversicherung.

Die Ortskran kenkasse gewährk als Unterstiitziing:

1. fur die Daner von 13 Wochen: frcic ärztlichc Behäiidlniig, frcie Arznei nnd
bei Erwerbslosigkeit ein Kraiikengeld,

2. eine Wöchiieriiiiieiinnlerstütziing fnr die Taner von 3 Wochen,

3. ein Stcrbegeld.

Die Gemciiidevcrsicher n n g gewährl weder Krankengeld oder Wöchncrinncn-
iiiiterstützliilg oder Sterbcgeld.

Das Recht znm Beitritt zur Ortskrankenkasse steht nach Z 8 des
Kasscnstatnts neben auderen Persoiieliklasscn besonders den in der sogen. tzaus-
iiidnstrie thäkigcn Personeil soivie auch den Besitzern von Gewerbebe tri eben
und Handluttgsgeschäften zn, deren nicht rcdiizlerter Eintominenssteueranschlag
2M) Mark nicht übersteigt.

3) Pflichten der Arbcilgcber iDienstherrschafteil) und F-olgen
etwaiger Versäumnis dersclben.
a. Der 8 49 des Krankenversichernngsgesetzes beskimmt:

„Die Arbeitgeber haben jedc von ihncn bcschäfrigtc vcrsicherungspflichtige Per-
son, für wclche die Gcincindekrankeiivcrsichcrnng cintHkr, oder welche einer Orts-
krankcnkasse angehört, spätcstens am dritlen Tage nach Beginn der Beschäftigung
ailznmclden nnd späkestens am drittcn Tage nach Beendignng des Arbcitsverhält-
nifses wieder abzumcldcn."

Diese Anmcldcpflicht erstreckt sich anch auf die cincr Hilfs- oder Znnnngskasfe.'c
angehörendeii Personen.

Bei Bersänmun g dcr A n mcld n n g ist dcr A rbeitgcbcr nach § 50 des Gefctzcs
verpflichtet, der Ortskrankenkasse odcr dcr Genicindeversicheruiig alle Anfwen-
dniigen zu erstatten, welche dicselbcn znr ttntcrskiltziing einer vor
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