Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbachbach für das Jahr 1891 — Heidelberg, 1891

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koiliineii, bei wclcheu nicht bcsondere Vercittbarungen zwischen Ver-
mietern und Mietern gciroffcn worden iind:

I. Bei dcn gcgen viertelfährige Mielczahlnng veriiiiekcleii Wohiiiingcil gelien als
üblichc Zieltage zuin Wohnniigswcchfcl:

der 1. Jannar, 1. April, l. Iuli iiiid 1. Skrobcr.

Bcgiilill das Mietsverhältnis ini Eiiizelfallc an einciii andcrn Tage als den focben
angcfilhrtcil, so gilt dasselbc am' >/4 Jahr vom Tage dcs Bcgjiiiies ab ciiigegangelr.

II. Die ortsiibliche Kiindigiingssrisr belrägr drci Monare.

Bei den an dcn iiblichen Zicltagen begilincndeil Mietsverbältnnscn kann die
Kiiildignilg nnr anf ein solchcs Ziel nnd iiins; vor Abtauf dcs dcin lcrztercn voraus-
gebenden Zieltages crsolgcn. Berrägl in solcheni Falle die Mieie nur 70 Mark pcr
Jahr oder darunrer, so känn die Knirdigung aui's Ziel noch vier Wochcn vor dem Ein-
tritt des lcvtcren erfolgen.

III. Sowohl die Vermitter als auch die abgehcndcn Mierer habeu dafiir bcsorgt
zn sein, das; die Wohnungcn jeiveils an deni betrcffendcn Zieltagc, bczichungsiveise an
dem zunächst daranf folgendcn Wcrktag geräuinr werdcn, damil die neuen Micter rechr-
zeitig einziehen können.

IV. Ist bei dcn auf iliibestiininle Zeit veriilicrcren Wohnungen inonatliche Zah-
lnng vcrabrcder, so hat eine Kiindignng niindcstens 14 Tagc vor Ablaus desl'enigcn
Monats zn gcschehen, au desscn Schlus; der Auszug srartfindcn soll, anderufalls die
Miete siir ciiien wcitereu Monat giiltig crscheiiit. Zst jcdoch dic Mietc auf eine bc-
stiinmte Zahl von Monaten abgeschlosseu, so fällr cine besondcrc Kiindigung nichl mehr
nötig, sondcrn dic Mictc eudigt von selbst auf den voraus bestliuiutcn Teriuin.

V. Wohnuugen, wclchc von Sllldicrcnden dcr hicsigcn Hochschule geiuiclct wcr-
den, aelten niangels anderer Vcrabredung iininer als aus ein Seinestcr gemieter. Soll
dic Miete auf ein weitcres Sciuester ausgedehnr wcrden, so liat einc neue Vcreinbarung
vor Schlus; des begonneiien z» geschehen. Beiiu Somiucr-Senreslcr sind dic Studiercn-
den bercchkigt, ihre Wohiiungen vom 8. April bis (5udc Augiist zu bcniilzen und beim
Wililcr-Scmestcr vom 1. Sklober bis l5nde März. Mieter ein Studiercnder cinc
Wohnuilg sur mclirere Scmcstcr, so srchl es ihm zu, diesclbc auch währcnd dcr ganzen
dazwischen liegcnden Fericn zu beniiven.

VI. Zin allgemeinen ist bei Mietailgelegcnheilcil den billig erscheinenden An-
spriicheil dcr Bctciligren Aechnung zn tragen und empsiehll sich z. B. zur Vermeidung
von Störiiiigcii darauf zu achtcn, daß bei einem Wohnungswechscl erwaige Ans-
bcsserniigcil nicht glcichzeitig in mehreren Zimmcru, sonderu 'nur in cincm nach dem
andercn vorgenommen werden, damit solchc Wohnungen in ihrcm einen Tcile doch be-
nntzbar bleibeu nnd rechtzeilig bczogcn werden könneil.

lX. Berbrauchssteuer-Lrdnuug und Berbrauchssteuer-Tarif
für die Ltadt Heidelberq.

.V. Berbrauchsste»»erord«ttng.

a. Allgemeines.

8 1. Vom 1. Januar 1886 an wird in hicsigcr Stadt zn Gunsten dcr Stadtkasfe
eine Verbranchssteiier nach Mastgabe dcs angcschloffeiicn Tariies, sowic nachstehcndcr
Bcstimmungen eihoben.

§ 2. Der Verbrailchsstcucibezirk umfastr die ganze städtüche Gemarknng. Die
Grenzen dcSselbcn sind an gceigneien Drten durch Pfäkle kenntlich zn machen, welche
die Jnschrift „Vcrbrauchsstcnerbezirk Hcidelbcrg- und die Bezcichnung der nächsten
ErhebungssteUc tragcn.

8 3. Die verbranchsstcnerpstichrigeu Gegenstände dürfeu nur auf solchen Srraßen
in die Stadt eingcbrachi werden. welchc an Erhedungssteüerr vorübcrführen. Die Er-
hebungSstellen, dcren Zabl mindestcus iüns bctragcn must. werdcn durch dcu Sladtrat
bestimmt. Die Strastcn, welche für dic Kewrderung rerdrauchssteuerpstichtigcr Gcgcn-
stände gesperrt sind, müffen durcb Vcrbonafeln kennrlich gcmacht werdcn, welchc die
nächste ErhebungSstellc augebcn. So lange keinc Ertrebungsstelle in dcr Nähe des
Klingcnthors errichtet ist, ist cs zwar gestaktet, die von den Bergen, südlich dcr Stadt
heruiiterkommenden steucrpfiichtigeu Gcgemtändc durch den Klingenteich nach der Stadt
einznsühren; diesctben müfseil ader sofori vor das städtischc Rcntamt gebracht wcrden.
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