Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

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4. die m dem Haushalte des Mieters wohuenden Personen, wie Augehörige,
Dienstbotcn, Gescllen, Gehilfcn, Lehrlinge, Pfleglinge nnd die von dem
Micter aufgenommenen Schlaslcute, Aftermjcter und dereu Angehörige,
soweit allc diese Persouen mit dem Mieter zngleich ein-
oder ausziehen, beruhrt;

d. vou dcm Mieter bezüglich jedes Gin- oder Auszußs dcr mit ihm wohnenden
Familienangehörigen, Dieustboten, Gesellcn, Gehllfcn, Lehrlinge, Psleglinge,
Aftermieter, Schlafleute, welcher mit seiner eigenen Wohnungs-
verändcrung nicht znsammenfällt.

Kinder unter vierzehn Iahren können anßer Betracht bleiben.

Fiir jede Person ist die Anzcige aus einc besondcre Impresse zn schreiben. Nnr bei
Meldnngcn, die sich auf ein Familienhaupt beziehcn, könuen Ghefrauen nnd Kinder
anf das gleiche Blatt geschricben werden.

Die Änzeigen sind von der Ortspolizeibehörde alphabctisch nach dcm Namcn der
Angezeigten ge'ordnct aufzubcwahren.

' tz 12. Jeder, in Bezng auf desfen Person od.r Angehörige nach Borfchrist dicser
Berordniliig eine Melduug erstattet werden muß, ist verbunden, den zur Meldung Bcr-
pflichteten alle zur vorschriftsmäßigcn Grfüllung ersorderlichen Angaben zn machcn.

Die Jmpressen zu den Formularen und L werden anf dem Paßbureau nuent-
geltlich abgegeben.

Ortspolizeiliche Borschrift vom 29. Jnli 1884. Meldewesen betr.

Mit Zustimnmng dcs Stadtrats dahier und Genehmiguug des Großh. Landes-
kommisfärs in Manuhcim wird auf Grnnd des Z 8 Absatz 6 der Verordnuug vom
8. Mai 1883 und des §49 P.-Str.-G.-B. verordnct was folgt:

Die Jnhaber von Fremdenpensioneu haben jeden Samstag Morgen der Polizei-
behörde ein Verzeichnis der bei ihncn wohnenden Fremden, unter Angabe von Namen,
Stand und Wohnort der betreffenden Persouen vorzulegen.

Vorübergehende Besuche vou auswärtigen Verwanoten oder Befrenndcteu der
Peusions-Jnhaber bleiben dabei außer Betracht.

Uebertretungen werden an Geld bis zu 20 Mark bcstraft, vorbehaltlich der in
8 49 P.-Str.-G.-B. Abs. 2 angcdrohten höheren Strafe fur die daselbst vorgcschencn
erschwerteren FäUe.

s. Das Vermieten von Schlafstellen betr.

(Ortspolizeiliche Vorschrift v. 18. März 1889.)

81. Wer sich mit dem Vermieten von Schlafstellen an Arbeits-
gehilfen, Dienstboten und Lehrlingc befaßt, hat vorher hievon bci dcr Oi ts-
polizeibehörde Anzeige zu erstatten. (8 14 Gewerbe-Ordimng.1

8 2. Der Vermieter von SchlafsteUen hat ein Buch zu führen, in welches
jeweils nach Aufnahme des Schläfers dessen Name, Heimat, bisheriger Aufcnthalt,
bisherige und gegenwärtige Beschästigung, sowie dcr Tag dcr Aufnahme in dic Woh-
uung und des Verlassens derselben einzutragen ist. Das Buch ist jederzeit der Po-
lizeimannschaft, den Medizinalbeamten und den Beanftragten dcr Ortskrankenkasse
auf Verlangen zur Einsicht vorzulegen. Täglich in der Frühe, im Winter vor 8 Uhr,
im Sommer vor 7 Uhr, ist ein Anszug aus diesem Bnche bezllglich aller iu der
vorhergehenden Nacht behcrbergten Schläfer (nicht nur der frisch aufgenommeueii)
bei der Polizeibehörde einzureichen.

d 3. Der Vermietcr von Schlafstellen ist verpflichtet, für Erhaltnng der fltciii-
lichkeit, Sitte und Ordnimg in den Schlafstellen Sorge zu tragen.

8 4. Personen, welche sich nicht durch ein von der Behörde ausgestelltes Legiri-
matiouspapier auszuweisen vermögen, dllrfen nicht läuger als eine Nacht beherbergt
werden.

8 5. Das Vermieten von Schlafstellen in einer Wohnung an Personen beider-
lei Geschlechts ist untersagt.

Dcsgleichen dürfen in einem und demselbcn Hause Schlafstellen cntweder nm
für männliche oder nur fllr weibliche Personen cingerichtet werden.

8 6. Es darf keine größere Zahl von Personen zur gleichzeitigen Beherbergung
aufgcnommen weroen, als nach Verhältnis ves Raumes und der vorhandenen Betten
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