Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

Seite: Anhang_010
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1892/0269
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
10

8 6. Tie tierischcn Abfälle diirfcn nicht in die Kchrichtbehälter, Aborttonnen
und -Gruben geworfen werden.

8 7. Uebcrtreiuttjten dieser ortspolizeilichen Vorschrift wcrden nnf Grnnd der
Eingansts gennnnten Bestimmnilgen (8 87u P.-Str.-G.-B.) nn Geld bis zn l,o Maü
oder mit Hnst bis zn 14 Tngen bestrnft.

8 8. Die vorstehende ortspolizeiliche Vorschrist tritt nm 1. Febrnnr t890 in
Kraft, zn welchem Zeitpnnkt die erwnhnte ortspolizciliche Vors6)rift v. 20. Inli 1873
nnßer Geltnng gesctzt wird.

L. Das Sammeln und Lagern vvn Rnochen detr.

Ortspolizciliche Vorschrift vom 14. Angust 1875 in der Fnssung vom 19. Aov. 1888

(8 87n P.-Str.-G.-B.).

8 1. Dns Sainmeln von llngereinigten Knochen nnd nhnlichen Ticrnbsnlltii darf
nnr in guten, nicht dnrchlöcherten Säcken geschehen.

Zum Sammeln von Knochen ist die Bcntttzung von Fuhrwcrken mit Ansiiahllie
von Handknrren untersngt. Falls leptere zum Snmmeln bcniitzt werdcn, miissen die-
selben mit gut schließenden Dcckeln versehen und inncn mit Blech auSgeschlngen sem.
Wciterhin dnrfen dieselben im Sommer nur bis morgens 9 Uhr, im Winter niir bis
morgcns 10 Uhr in Gebrnuch genommen werden und dürfen jeweils nicht lnnger als
dringend uötig vor dcn Hnusern stehen bleiben.

8 2. Die Verbringung der gesnmmelten Knochen in das Lnger hat uoch am
gleichen Tnge zu gcschchen.

Hiebei können Wngen benutzt lverden; doch sind dic besnchteren Strnßen zu ver-
meiden nnd es ist untersngt, die ganz oder teilwcise gelndenen Wngcn nnterwegs hnlten
zn lnssen.

8 0. Lngcr von ungereinigten Knocheu diirfen in der Stndt nicht bestehen. Ans-
nahnien knnn nur in besonderen Fällen der Bczirksrat gestntten.

8 4. ttebeitretungen werdcn nn Geld bis zu 00 Mnrk oder mit Hnft bis zii
14 Tngcn bestraft.

rv Die Einrichkung und Reiulraltuus drr Rierpreslivnrn.

Ortspol. Vorschrift v. 14. Sept. 1888. (8 87n P.-Str.-G.-B. V.-O. v. 2. Inn. 1880.)

8 1. Die Einrichtung jedcrBierpression muß solgenden Bestimmttttgen entsprechen:

n. Die znr Prcssion verwendcte Luft muß nus dem Frcien oder nus gn! ven-
tilierten nnd reinlich gehnltcnen Räumen cntnomrnen werdcn, welchc nicht zuglcich
zur Aufbcwnhrung übclriechendcr Gegeustände diencn dürfcn.

ti. Die Lnftkessel miisscn so konstruiert sein, dnß sie mittelst ciner nn dcr ticsi'tci;
Stelle angebrachten verschließbnren Oeffnung eiucr Neiliiguilg Uttterworfen werden
können. Außerdem muß nn dicser Stelle ein Ablabhahuen nngebrncht sein, iiiu die
im Luftkessel etwn angesanilnclte Flüssigkeit jederzeit entfcruen zu kömien.

o. Zwischen Bierfaß und Luftkessel ist zur Aufiinhme des in die Luftleituiig
zurückgedrückten Bieres cin leicht imJnnern zu rcinigcilderZwischennppnrnt (Bicrsack)
einzuschalten, nn dessen tiefster Stelle ein Ablaufhnhnen nnzubringen ist.

6. Zur Leitung dcs Bieres wie zur Leitung der Luft von der Liistpiiilipc bis ziiin
Bierfaß dürfen nur Röhren von reinem Zirrn verwendet werdcn. Nöhren von sogen.
Komposition, von Blci oder von Knutschuck sind dnrchnus verboten.

o. Für die Nohrleitung soll übernll der kürzcstc Weg voni Bierfaß znin Znpf-
hahnen eingehalten werden; auch soll die ganze Leitung derart zu Tnge licgcn,
daß sie iibernll znr Besichtigung und Rcinigmlg zugnnglich ist.

k. Als Kühlappnrnte dürfen in die Leitungen nur solche des fogcn. Schlnngen-
systems eingcschaltet werden. Diese Kühlnppnrnte sind über die Winterszeit (wenig-
stens von November bis März) aus den Leitungen herauszunehmen.

8- Werden nm Bierfasse sogen. Stechhnhnen verwendet, so müssen dieselben im
Jnnern gut verzinnt sein und in diesem Znstande stets auch erhalten werden.

8 2. Sämtliche Leitunflen müssen stets rein gehalten werden und sollen so ein-
gerichtet sein, daß sie an die Wnsserleitung angeschlofsen werden können. Zur Äleim-
gung darf Sodalösung nicht verwendet werdcn. Die Reinhaltung wird durch regel-
mäßige polizeiliche Nachschan unter Beizug eincs Sachverständigen überwacht.
loading ...