Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

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814. Für jedes HauS müssen die iwtiqen Wechseltoimen vorhaudeu sein.

^12.- An jeder Tonne muß die Straße und Nnmmer des Hauses, zu wclchem
sie gehört, dentlich mit Oelfarbe angcstricheu sein.

8 18. Dic Toune muß an ciuem solchcn Ort zum Gebrauche ausgcstellt sem,
daß sie leicht entferut und mit dcr Wcchseltonne vertauscht lverdeu lanu. Dcr
Boden, auf welchem die Tonne steht, mnß gnt ecmentiert sein.

8 14. Wird als Tounenranm die bi-sherige Abtrittgrube bcnützt, so ist diese
sorgfältig zu räumen und zn reiniaen, an zweckmäßiger Stellc eiue kleiue Sliege
uud außerdem cine Vorrichtnug (Aolte) anzubringen, welrhe die lcichte Hcraus-
nahme dcr abzuführeuden Tonne ermöglicht.

8 15. Icde neue Tonneneinrichtung muß vor der Benützuug vo» dem amt-
licheu Sachverstündigen besichtigt »ud genehmigt werden.

8 16. An Stelle der beweglichen Tonncn ist auch die Ausstellung der sogeii.
Pumptouueu gcstattct. Die Pumptonnc muß aus vcrziuktcm oder ans bcideu Seiten
mit Oelfarbe augestrichcuem Eisenblech angescrtigt sein. Die Ansstetluug hal in
cinem Raumc zu gcscheheu, dcr so groß ist, daß dic Toune von allen Sciteu iiiu-
gangcn werdeu kaun; dcr Bodcu diescs Ranmes muß gnt cemcutiert sciu. Die
Touue ist mit eiuem Mannloche und mit einem Entleernngsrohrc zu versehcn.
ltzetzteres ist lustdicht iu die Tonue ciiizulassen nnd muß biö anf den Bodeu der-
selbeu rcicheu. Am obcren Eude dicses Nohrcs ist cin Gewinde auznbriuge», an
das der Schlauch der EntlcerungSpumpc angeschranbt werden kann. Im Ucluigcn
sindcu die 88 7, 8,10 und 15 dieser Borschrift anch auf die Pumptouncn Auweuduug.

L. Abtritte nach dem Gr'lbensystein.
a. Borschristen sür Neuanlagen.

8 17. Abtrittgruben sind außerhalb dcr Gebäudcgrnndfläche, abseils der Slraße,
vou den Giundmanern dcs GebäudeS getrennt und mindcstcns 3 Mcter von Bruiiuen-
schachtcn, Brnuucnstubeu und von den zum Hausc nicht gehöreuden Wasserleinings-
röhren, sowie 1,80 Mcter von der Ülkachbargrcnzc cutfernt anznlegcn. Die Giitferuuug
von der Nachbargrenze wird von der Inncnscite der Grubc an gcmessen. Wo ciuc
gcnane Grfülluug dieser Vorschristen örtlicher Verhältnisse wegen nicht stattfinden
kann, sind die Gruben uach dcn besonderen Anordnungen der Banpolizcibehörde
hcrznstellen.

8 18. Jede Grube muß nach allen Seiten ihre eigcuen Mauern erhalteu, welche
bei Verwendung von Bruchstcinen 0,45 Meter, bei Verwendnug von Backsteiuen
mindefteus 1'/2 Normalstein (25e,n lang, 6.5em dick, 12cm brcit) stark sei» und
mit Cement odcr hydranlischem Mörtcl gcmaiicrt werden müssen. Ferner siud die
Grubcn im Innern mit einer mindestens 0,12 Metcr starkcn Backsteinwand iu 6c-
ment gemauert in der Weise zn vcrkleiden, daß zwischeu lniden Mauern cin 2em
breiter Zwischenranm bleibt, wclcher mit Cement auszttgießctt ist.

8 19. Der Bodcn der Grube muß ans einer 18em dicken Betonschichte her-
gestellt werden, auf welche sodann ein Backstcinboden in Cement zn legen ist. -ter
Boden der Grnbe muß von allen Seiten gegen dic Entlecrungsvertiefnng hiu <6c-
fäll haben. Letztere muß 80em weit uud cbenso tief sein, sowie sich uninittclbar
unter der Einsteige>Ocffnung befinden.

8 20. Iede Grnbe muß mit einem mit Cement gemauerten, 25em starkcn
Gewölbe überwölbt werden.

8 21. Der Boden der Grube, die vier Waudflächen nnd das Gewölbe siud
mit einem geglätteten, 1 '/^ em starken Cementverpntze zn versehen.

8 22. Die Einsteige-Oeffnnng der Grnbe ist eutwcder mit einer Stein- odcimiiit
ciner Cisenplatte luftdicht zu verschließen und dürfen in der letzteren keinerlci l-eff-
nungcn zum Einleercn von Kehricht, Asche, Küchenabfällen u. dgl. angebracht werden.

8 26. Dic aus den Gedäuden in die Abtrittgrubc führende Zuleituna mnß aus
Eiscn- oder Steingutröhren in gleicher Weise wie die Abfallröhren (21cm) bestcheu.

Keine Grube darf mehr als 5 Kubikinetcr Rauminhalt habe».

8 24. Jede hiernach ausgeführte Grube muß, ehe sie verputzt wird, nnd vor
ihrer Benützung geprüft werden.

Znm Zwecke der Prufuiig ist Anzeige bei der Baupolizeibehörde zu erstattcn.

Es darf kcine Grube iu Gebrauch genommen werden, bcvor sie von dem amt-
lichcn Sachverständigen vorschriftsmüßig besunden wnrde.
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