Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

Seite: Anhang_017
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Dasselbe hat bci allen DieilstlMlMgen ein ailständlgcs, rilhige« erilstcs Bcnehmen ein-
zuhalten. llnordnungen, Nachlässigkeit oder Widcrseizlichkeit werdcn strcnge bestraft;
Trllilkenhelt inl Dienst zicht sofortige Entlassnng nach sich. vs ist dem Leichenpcrsonal
bei Strafe der Dicnstentlassilllg verboten, Ansordernngcil an Gcld oder andcreil Tinqeil
an die Hiilterblicbeiren zu machen; ebensoivcnig dars dasselbe weder vor noch nach der
Becrdignng Essen odcr Trinken bcansprnchen, noch darf demselbcn solches vcrabreicht
lverden. — Allnahme von Getvjnnallteileil bei Licsernngcn in irgcnd cincr Forin ivird
außer der ettvaigcn strafrechtlichcn Verfolgnng mit sowrliger Entlassnng gcahndet. —
Beschwcrden gcgen das Pcrsonal sind bei der ,Tricdhofs-.stomiiiission anznbriilgeil.

ts 4. Bezüglich der Kostcn snr sämtliche Bcerdignngeil ist die vorn Stadtrat ansgc-
tellte, dicser Vorschrist als Anlage beigesiigte, Tarordnring masMbend. — Nach der-
clbm werden für die Art des BegräbnisscS ir.stlasseu bestimml. - Tic Wahl der Klassc
und der ctwa weiter gcwllnschtcn anstergcwöhnlichcn Leistnngcn ist von dcn .vinterblie-
benen zn treffcn, zn welchem Zwcck der Lcichcnordncr denselbcn einen Bestellbogen, ans
wclchent die Taxen verzeichnet sind, znr Ailssiillnng vorlcgt. — Bci Lcichen, die nach
answärls vcrbracht werdcn, kommcrl die fiir den ciiizelncn svail von der s>riebhofs-
Koiilinissioil festgesctztcn Gcbi'lhrcn in Anwendnng. — Nach dcr Bccrdignng erhcbt der
Leichenordner nntcr Borlage dcr Nechiinng dic sämtlichen Gebiihren nnd Taren nnd
beschcinigt dcren Empfang.

tz5. Die Nechrnllig übcr sämtliche Einnahmen nnd Ansgaben dcr Friedhofs-.stom-
mission wird rmtcr der Bczcichniing Fricdlioss-Kassc von der Stadtkasse gesnlirt.

II. Leichcn- nnd Lcichciihails-Ordniliig.

8 6. Ieder Todesfall muß uilverzüglich nach dcm Eintritt des Todcs dem Lcichcn-
schauer nnd alsdalm dem Leichcnordncr angezcigt werdcn. Zn dicsen Anzeigcn vcr-
pstichtet ist das Familicnhempt nnd, wcnn cin svlchcs nicht vorhanden odcr an der An-
zeige verhiildcrt ist, dcrjcnige, in dcssen Wohilnng oder Bchansting dcr Sterbcfall sicki
creigiiet hat. — Dic Pfiicht zur Anzcige erstreckt sich anch aus Tötgcbnrtcn. Vor An-
kmift des Leichcnschauers darf mit dcr Leiche kcine Vcrändernng vorgcnommen werdcn.

§ 7. Die nach den Bestimmimgcn des is 0 zur Anzeige vcrpfiichtclcir Pcrsoncn
müssen den vom Leichenschaner allsgestellten Stcrbeschei» spätesteus 20 Slnndcn nach
cingetretenem Tod dem bürgerlichen Standesbcamteil mit dcr Anzcige des Todessalls
vorlegen, lvelcher nach Vollendung des Eintrags in das Sterbcregistcr dcn vorschrifts-
mäßig ansgestellten Erlcmbilisschciil znr Beerdignng den Erschiencneil übergibt; aus
bcmselben soll gleichzcitig bcmerkt lverden, ob dcr Tod in Folge ansreckender .>rrattkhcil
eiiigetrctcil ist. — Als ansteckcndc Krankheilcn im Siniie dicscr ortspolizeitichen Vor-
schrist sind zu betrachten: Blattern.Cholera, Tiphtheritis, Nkascrn, Lcharlach, Thphns.

8 8. Die zweite Leichenschan sindet nach Mastgabe der Dicttstwcisnng für Leichen-
schaner nno der 88 7, 8 nnd 12 der Mmisterial-Vcrordnnng vom 16. Tezembcr 1875
iil dem Lcichelihans und rmr in den Fällen dcs 8 20 in dcr Wohnnng statt; der Lcichcn-
schaner bezcichnct auf dcm Erlaubnisschein die Feit, mit dercn Eintritt die Bccrdignng
vorgenoinmeil werden darf. — 5telileBeerdigimg darf vorgciwttlinett werdcn, bevor der
Erlanbnisschein vorschriftsgemäst ansgestellt wnrde. — Ift bezüglicki dcs Todessallcs
eine gcrichtliche oder polizeiliche Uiltersuchnng anhängig, so ist zur Beerdignng iiberdics
die Erlaubnis der untersnchenden Bchörde crfordcrlich. — Dic Geiftlichen nnd die mit
dcrLeitililg der Beerdigung beanftragtcn Pcrsonen sind vcrpfiichtet, vor dcr Dccrdignng
vou dem Erlaubnisschem Einsicht zn nehmen.

8 0. Znr Aufnahme allcr für den hiesigen Friedhos bcstimmtcil Lcichen dürsen mit
Alisnahme der iu dcn Grnften beiznsetzenden (siche 8-12) imr Särge ans weichem Holzc,
welchc limcn sorgfältig verpicht sein müsscn, verwcndet werden. — Bezüglich der nach
auswärts zu verbringenden Leichen sinden die bcsonderen gcsetzlichen Bcstimmnngcn
Allwcndung. — Die Särge, dercn inncrc Ausstattnng nnd das Beschläg dcrselben
müssen immer aus dem städtischen Sargmagazin entnommen werden.

8 10. Dic Lcichen sämtlichcr hier vcrstorbcner Persoilen sind, sofcrn sic nicht znm
Transport nach auswärts bestimmt sind, alsbald nach Vornahme dcr crsten Lcichcn-
schan, spätestens abcr vor Ablanf von 24 Stnndcn nach Eintritt des Todcs in das
Leichcilhaus zu verbringen. — Die Ucberführnng der Leichen in das städtische Lcichcn-
haus darf, ganz drmgendeFälle ausgcnommen, nur in dcn srüheir Morgcn- imd spätcn
Abelidstimden nud nnr auf dem kürzestcn Wege stattsindcil. — Von answärts hierhcr-
gebrachtc Lcichen sind direkt in das städtischc Leichenhans zu verbringen. Für die

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