Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

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imd iil dcii Zlvischcnstocklvcrkcil das .>kamiii dllrch ciiic zilvcitäsnge Pcrson zn be-
obcichten. In besonders gefährlichcn Fällen, wie insbcsondcrc anch bcim Ansbremien
iil Gebäuderl mit Stroh- oder Schindelbedachnng, ist für Bercilhaltnng eincr Spribc
sowic fi'ir den Beizng von Hilfsmanuschaft Sorge zn tragcn. Ist in einern Gebände
mit Stroh- oder Schindclbedachllng das Aiisbrenncn ansiiahlnsweife is. ,>jiff.4 a.C.)
in der Sommcrszcit vorznnchmcn, so miisscn anffcrdcm naffe Tnchcr in dic Nähc
dcS Kamins attherhalb dcs Dachcs anfgelcgt nnd dicsclben fortgescbt mittclst cincr
Handspritze bespriht werden.

7. Nach dern Ausbrennctt ist das Lrairiin mit jirngel imd Bürste zu durchzichcn.
Nnch i'st vom Kamilifcger dafr'ir zn sorgcn, das; das Kamin nach beendigtcm Geschäste
noch cinigcZeit durch eine vom Hansbcsiher bcstcllte znverlässige Persoil bcobachkct wird.

Das znm Ausbrcrincrr crforderliche Matcrial hat dcr >ramirlsegcr anf cigcnc
Mteiizn stclleil.woranfbciFestsePitng der Taxe sür dasGcschäft Aiickficht zn llchmcn ist.
l5r. Ncbcr dic Zcit der Aciniguilgcn wird bcstimnlt:

1. Kiichcnkamine sind allc drei Monate, rvcnn sie aber dcn Aanch von drci odcr
mchr Ofcnröhrcn — gleichvicl in welchcn Stockrvcrken — anfilchlilcil, während der
Ofcilfeileruiigszeit alle zwei Monate zn rcittiaeil.

2. Kamine, welche anSschlicstlich zn Ocfcn n»d aiidercil nur im Mnter gc-
brailchten Fcttcrlingsanlagcn gchörcn, sind während der Ofeilfciiernngszei'l allc zwci
Monate zn rcirrigerl. Bci Kailiinen von ^nst-, Dampf-, Biarm- iind.Hcistwafser-
Hcizimgcn hat während der Bciilitziliigszeit dic Aeinigniig alte Monatc ftalt.znsindcn.

U. Monatlich mnsseil gcreinigt wcrden: die (tamine dcr ^Bäckcr mid Wmstlcr, dic
Ki'ichcilkamine bci Gastwirten iind ährilicheii Gewcrben, die »iaiiiiirc dcr Bierbrauer
wührcnd der Branzcit. der Brc»nercien, Trockcn- oder Törraiistalten wührcnd dcr
Gebranchszeit. Allc zwci Monate sind die .(iaiiilnc dcr Schreinerwerkftättcn zn rcinigen.

4. 15'iige, sogcnannte rnssische ^iamine nnterliegen hinsichtlich dcr Zahl der Aci-
lügnngcii den attgcmcinen Bcstiiiiirinnge».

l>. Kaminc, tvelchc ansschliestlich für Badezimmer odcr wclche siir Ätzasch- nnd
Backösen di'cnen, dic nnr zcitwcise benützt wcrdcn, sind jährüch zwcimal zn reinigen.

(>. Fabrikkamine, lvclchc nmbant sind oder in der Aähe von Gebändcil stchcn,
sind zweimal, freistehendc F-abriktämine cinmal jährlich zn rcinigrn. Wenn die
Bornahmc dcr Reinignng cine besondere Störnng dcs Fabrikbetriebs verrnsacht
iind nachgewiesen tvird, das; sich bci dem sehr starkc» Zngc des >tamins kcin Ans;,
noch weniger Glanzrns; ansetzt, kann das Bezirksamt die Zahl der Neirlignngeil
»och wciter herabsetzcn odcr bei gnt crhaltcncli, ganz freinehendcn r>iaminen anch
dcm Kigeiitümer dre Besorgnllg der Neinignng überlassen. In lctztercm Fallc gc-
lii'igt einc jährlich einnral vorznnehmcnde Untcrsttchnng dcs Kamins drirch den Fener-
schaucr nnter Mitwirkung dcs Kamiiisegers.

7. Dic Ncinignttg ist in der Zcit vom 1. Oktober bis 1. April von morgens
7 llhr bis abends !> Ilhr, in den librigcu Mouaten von 6 llhr morgcns bis 7 llhr
abcnds borzniiehmen.

8. Mit Nücksicht anf dcn starken Gebranch, anf die Berwcndnttg stark rnstcndcn
Bremimatcrials nnd ans dic baulichc Anlngc der Kaminc kann durch orts- odcr
bezirkspolizeiliche Borschrift die Bornahme einer grös;eren Zahl von Neillignngcn an-
geordnct und körmcn die in Ziffer 7 festgcsetzten Tagesstunden andcrs bcstimmt wcrden.

U. Der Kaminfeger ist verpflichtet, anf ausdrückliches Berlaiigen des (stebände-
besitzcrs odcr dcssen Stellvertreters die Kamine anch öfter, als vorgeschricbcn, zn
rcilligen.

ß l6. Bci Kamiilen, wclche nicht bem'itzt werdcn, ist, so lange dics der Fall
ist, cine rcgelmäßigc Ncinignng nicht gcboten; dieseldcn sind nbrigeiis danri, wcnn
sic nicht ganz unbranchbar gcmacht, odcr die betreffendcn Gebändc nicht ganz anster
Gcbranch gcsctzt sind, jederrfalls einmal des Iahres dnrch dcn Kaulinfcgcr genau
zn imtersnchen.

8 17- Den Begilln der vorschriftsmästigen Ncinigimg hat dcr Kammfcger den
Halisbewohnern so zeitig anzuküttdigcn, dast diese ihre hänslichen Gcschäste darnach
elttrichten können. A»» dem Bottzug deS Retnigungsgeschäftes darf der
Kaminfeger ohne ganz dringende Gründe von den Hansdewohnern
nicht gehindert werden.

8.18. Bei vollständiger Nenaiifführung von Kamincn sowie bci Ausbcsscnmg
nnd teilweiser Erncuerung der Kamine nnter Dach hat der Kaminscgcr diesclbefi, bevor
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