Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

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werden soll, mit Wasser zu fiillen. Der Kontrol-Bcamte ist nicht verpflichtet, eine
solche Leitung, auch wenn sie wieder entleert wnrde nnd sich anscheineud voltkommen
dicht zeigt, als gebranchsfähig anzuerkennen.

tz 9. Der Gasabnehmer hat die Verpflichtung, die Gaseinrick)tung in gntem Hn-
stande zu erhalten nnd vorgekommeueBeschädignngen sogleich wieder herstellen zn lassen.

k. Die Wasserleitungen.

8 10. Die Privat-Wasserleitungen, welche au die städtische Wasserleitnng angc-
schlossen werden, müsscu ans gttszeisernen oder gutgalvanisicrten schmiedeisernen9töhrcn
nnd Bcrbiiidnngsstücken hergestellt werden, und sollen, was die Hauptleitnng im
Hanse ee. betrifft, eine Lichtweite von mindestens 18—25 Millimetcr erhalten.

§11. Die Leitnngen sind so zn legen, dast dicselden mittels eines im tiessten
Pnnkte anznbringenden Hahnens entlcert wcrden können nnd sind, wenn etlva das Ge-
fälle znlnGiltleernngshahnen nnterbrochelr werdcn mnst, an dieser Stelle mit besondern
Gntlecrnugsvorrichtnngen zn versehen. Sie sind iiu Innern der Gebände in der Begel
in einein Abstaiid von lnindcstens 3 bis 4 Centimetcr von der Wand ofsen zn besestiqen
ttild möglichst dnrch froftfreieRäume zn lcgen, anch innssen sie, wcnn sie dnrch den Ord
boden führen, in diesen mindestens 1,25 Metcr tief eingelegt lverdeu.

8 12. Bei Fnhrnng der Rohrleitnngcn dnrch einen nnzilgättglichcn Ranni, eine
dicke Maner n. dgl. sollen die Röhrcn an den Stellen genligend frcicn Ranm habe», an
tvelchen durch etwaiges Schen des Gebändes oder des Bodens oder dnrch Frost eine
Beschädignllg derselben stattfinden könnte.

8 13. Die Vcrbilldnng der Röhren hat dnrch Vermittlnng von Flanschcn, Miissen
oder sogenannteil Holländer-Verschranbnngen zn geschehen.

8 14. Wo Leitnngen nach Gärten, Hösen, nngeheizten Räninell, überhanpt soläien
Orten abzlvcigen, lvo dieselben vom Frost beschädigt werde» könnten. lnüssen Abschtnst-
nnd Eiltleerttngs-Vorrichtttngen so angebracht werden, dast diese Lcitnngsstreckeii bei
eintretendem Frost fürsich abgeschlossen nnd völlig entleert lverden körinen.

8 15. Dic Stelle, wo die Znlcitnng in das Hans odcr Grnndstück cingefiihrt inid
der Wassermesscr gcsetzt wird, bestimint die Direktion dcr städtischen Gas- n»d Wasser-
werkc, nach Anhöruiig dcs Monncntcn. Dcr Privat-Ittstallatcnr darf seinen Rohr-
anschlnst nnr im Ginvernehinen init erstercr anlcgen.

8 10. Mit Ausnahine dcs von den Jttstallatenren des Wasserlverks in der Vnlei-
tniig anznbringenden Hairptabsperrhahncns im Jnnern der Liegelischaft, darf in der
Leitnng kciu Hahnen angebracht werden, tvclcher eincn Wasscrslost in derselben hervor
rnfen könnte, vielmehr dürfen nnr Niedcrschranbhahncn, Niederschranbventile odcr son-
stige Abschlnst- oder Anslanf-Einrichtnngen von gleichcr Wirknng angewendct lvcrdeii.
Der Dnrchinesser derAttslanföfsnung, derNiedcrschranbhähne nnd Ventile soll jederzeit
kleincr als der lichte Dnrchinesser des Rohres sein, an wclchem sie angeschranbt siad.
JhreVentilplattcn müsscn mit derSchranbenspindel so verbnnden sein, datz erstere beim
Oeffnen deS HahnenS sich mitheben mnst.

8 17. Dampskessel, Elosets, Pissoirs .'c. dnrfen nnter keinen Uttiständcn direlt mit
der Wasserleitnng verbnnden iverden. Hpdranlische Hebevorrichtnngeu, Badeeiiiriet,-
tnngen, Motoren, Ventilatorcn, Agnarien, Heizschlaliaeu nnd alle sonstigcn Einrich-
tnngen, bei denen cin Znrücktreten des Wassers iu die Lcitung oder cin unbemcrktes
Fortlausen desselben unter Uinställden möglich wäre, dürfen nnr nach Mastgabe ct-
waiger von der Direktion dcr stävtischcnGas- nndWasserwerke gegebenen, vom Jnsial-
lateur genau zn befolgenden Vorbeilgungsinastrcgeln in jedein einzelnen Fallc direkt
angeschlossen werden.

8 18. Reservoire, Pissoirs rc., wclche liiit Schlvilllmerhahttett versehen werden sollcii,
müssen cin derartig anznlcgendes Ueberaichrohr crhalten, dast das Ueberlanfcn des llte-
servoirs rc., also jede Undichtigkeit des Schwimmerhahnens, sofort bemerkt werden mnst.

Die Anbrittgnng von Schwinimerhahncn ist daher nur nach vorgäugiger Verstä»-
digttng mit der Direktion dcr ftädtischcn Gas- und Wassertverke gestattet.

819. Bei der Anlage von Springbrnnncn hat der Privat-Jnstallatcnr sich vor-
her mit der Direktion der städtischen Gas- nnd Wasserwerke zu beilehineu.

8 20. Nach Fertigstellnng einer an der städlischen Wasserleitnng angeschlossencn
Vrivat-Wasserlcitung hat der Privatinstallateur hiervon der Direktion der städtischen
Gas- und Wasserwerke schriftlich Anzeige zu erstatten und die Prüfung der Leitnng zu
beantragen. Der betreffende Kontrol-Beamte wird diese Prüfnng in thunlichster Knrze
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