Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

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schlossen werden. Das Oeffnen derselben nuiß mit der gehöri'gen Lorsicht geschehen,
daittit auf dcr Straße Vornbergehende durch sie nicht vcrletzt wcrden.

8 34. Waren, welche in Fcnstern nnd an Thürgestellen zur Schau ausgcstellt oder
aiisgehüngt werden, dnrfen nicht iiber dic Bauflncht dcs Hauses hervorragcu. Fleisch
uiid andere Waren, dcren Bernhruiig bcschrnutzt, dürfcu außerdem uicht au Thiir-
gestellcn nnd nberhanpt nicht anf eine Weise ausgehängt wcrdcn, daß Vorübcrgcheiide
dadurch beschmntzt werden könuen.

Das Anbringen von Schildern nnd anderen ('öcgciiständeil au dcn Hänfern in
glcichcr Höhe mit den städtischen Gaslatcriicu ist nntcrsagt. Abgesehen hicrvou ist cs
überhaupt nlir in ciner Höhe von mindestcns 2,40 Vletcr iiber dcn Gehwcgen gcstattet.

Die Schilder diirfen höchstcns einenVorsprllttg vou IM Meker gegen die Straßen
odcr öffentlichen Plätze haben.

Vor Anbringttttg eines Schildes oder andereii derartigen Kegenstandes ist jeweils
nntcrC'inreichttng einerPlanskizzc die polizciliche Geuchliiigilng einzuholcn, welche nach
Anhör'.rng der Stadtbankomlnission erteilt wird. Solinendächcr diirsen uicht ticfer her-
abhangen als bis auf 2,25 Mcter über dem Trottoir. Ticselbeu diirfeu höchstens eine
Breite habcn, welche nm 40 Centimeter gcringer ist, als die Brcite des darnnrer besind-
lichen TrottoirS. Den Verkehr störcnde scitliche Borhänge dürseu an Sonnendächcrn
nicht angcbracht werden.

8 35. Alle Lastsnhreu z. B. wie Holz .stohlen, Skein, Laub, Hcn, Stroh. Mchl
imdMöbelwagenrc., welche dnrch dieStadt sahren, dn'.scn dicHairptstraßcvomMarkl-
platze bis znin Darmstädter Hos ni'cht beiiützen, niüsscn viclmchr übcr den Markrplatz
odcr bei Cafo Wachter in die Haspelgasse und die obcre A'eckar- nnd Uferstraße entlang
fahren; liegt der Bestinlliiilngsort innelhalb dci Stadl, so dürscn sie die Hanptstraßc
nnr soweit benützen, als ilnbedingt notwendig ist. .'jnsam mcngebundcnc Laft-
tvagen dürfen nicht dnrch die Stadt sahren.

Allc Heu- nnd Strohwagen, tvclche von mid uach dem Henmarkle fahren, dürscn
ihren Weg nicht durch die sehr steile, verlängene großc Bcantelgaffc zwischen den Hän-
sern dcs Kallfnianils Nnpprecht und Privatniailus Hoffmeisrer nchmen. Tcn Führern
von Lastftthrcn, insbcsondere auch von Kalksteiusuhrcn, wclchc aus der Nohrbacherstraße
koiiimen nnd nach der Bergheimcrstraße oder durch letztcre nach einer andercn Straße
fahrcn wollcn, ist untersagt, bei diescm Anlasse dic Kaiser-, sowie dic Nömcrstraße zu
benntzcn.

8 35 a. Das Fahren der Droschken und Privat-Cquipagen durch die Plöckstraße
ist verboten, ansgeiiommen wenn die Plöckstraße sclbft, die Thcaterstraße oder Fried-
richstraße das Ziel der Fahrt ist.

Allc Fnhrwerke mttssen beim Fahrcn iiin cine Straßenecke im Schritt sahren.

Bcim Einbiegen in die Hanptstraße haben sich die Fübrer zu verläffigen, ob
die Strecke frei ist, ttötigenfalls haben sie so langc zn ivarlen, bis der Pserdebahn-
wagen vorüber ist.

8 35b. Lastwagcn jedcr Art, mit Ailsiiahliic der Möbelrvagen, iolten eine Boden-
brcite von höchsiens 1,80m haben nnd dürfen uicht so beladcn rvcrden, daß (ftegcn-
stäiide über diese Breite hinansstehen. Aachsicht hicvon kann in eilizeliien Fällcii das
Bezirksamt mit Zustimmnng des Stadtrats erteilcn. Tie Wagen der Bierbraner nnd
Frachtfnhrlente, sowie überhaript alle Wagcn, welche nicht auf Fedcrn ruhcn. habeu
imierhalb der Stadt laugsam und nicht im Trabc zn sahren. Nn Wagcn, wclchc Brenn-
materialien in der Stadt umherführen, dürfcn Gtocken nicht bcscstigt wcrdcn, dcr
Fnhrmann muß die Glocke in der Hand tragcn nnd darf nnr in geeigneten Zwischen-
rämiicn läuten. Jn den Straßen abgeladene Brcnnmatcrialien müffcn jeweils sofort
in die Häuser geschafft wcrdcn. Gegcnstände, die bei Bcwcgnng dcs Wagcns einen stö-
rcndcn Lärm vernrsachen können (z. B. narncntlich metallcne Plattcn, Stangen imd
Stäbe), müssen behufs Vermeidnng jedcn Geränschcs cmsprcchend verpackt nnd nnter-
lcgt werden.

8 35 e. Steinwagen, welche geladcn den Klingcntcichweg oder Schloßberg bcrab-
sahren, müssen stcts von zwci Männern bcgleitct scin, von denen dcr einc bei den Pser-
den, der andere an der Bremse sich anfznhalten hat. Bei Uebcrlretimgen werden so-
wohl die Besitzer der Steinwagcn, als die Führer derselben bcstrast.

8 35 ä. Es ist nntersagt, dcn alten Schloßberg mit Troschkcn oder Fnhrwcrken
zn befahren, sofern uicht eines dcr anstoßcndeu Häuscr sclbst dcr Ausgaugs- oder Ziel-
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