Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1892

Seite: Anhang_041
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1892/0300
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
41

8 13. Der Kutscher darf während der Fahrt den ihm anqcwicseiren P!a» nicht
verlassen.

§ 14. Jn schnellerer Gangart, als im Trabe zn sahrcn, ist lintcrsacst. An dcn
Straßenfrenznttgen, sowie in den Ailslveichnngcn mnf; im Schritt gefahren werdcn.
Tresfen zwci sich entgegeilkommende Wagen nicht gleichzeirig aus einer Ansivcichcstelle
cin, so hat dcr früher ankommende den andern zn erwartcn nnd das Acliengeleise fiir
das Vorbeifahren des später atlkommenden srei zn lassen.

H 15. Der Kutscher hat bei der Absahrt des Wagens von den Gndpnnktcn dcr
Bahn rind von den Haltestellen, ferner bcim Passieren dcr Strasicnkrcuzungen nnd so-
bald Hindernisse aus der Bahn bemerkt wcrden, ein Signal zu gcben nnd erforderlichcn
Fallcs seinen Wagen zum Halten zn bringen, bis das Hindernis bcseitigt ist.

ß 16. Das Besteigen nnd das Verlassen des Wagens ist nnr von der hinteren
Plattform desselben ans gestattct. Die Fahrgäftc habcn das Fahrgeld beim Einfteigen
zu bczahlcn. Lärmen und Singen ist ihncn nntersagt. Tas Tabäkranchcn ist nnr änf
den Anbenplätzen gestattet.

8 17. Sichtlich kranke, sowie trnnkene Personen oder solche, welche dnrch unrein-
lichcs Aensiere die Mitfahrenden belästigcn, dürfen nicht alisgenommcn iverdcn nnd sind
eventnell sosort wicder zn entfernen, ohne das; dieselben. im Falle eigcncn Vcrschnldcns,
das enva bereits bezahlte Fahrgeld zurückvcrlangcn könncn.

8 18. Hunde nnd andere Ticre dürsen in den Wagcn nichl milgenoiiimeii ivcrden,
cbensowcnig Gepäck, wclches dnrch scinen Uinsang, üblen Geruch oder schmuyige Be-
schaffenheit den Mitfahrendcn lästig werden kann.

Gcladcne Gewehre sind vom Transport gänzlich ansgeschlofsen.

8 19. Mit dem Ertönen der Bahnsignalc hat das Pnbliknm nch iibcrall von der
Bahn zn entfernen. Kcin Fnhrwerk darf die Gcleise dcr Bahn — sobald nnd soweit
dcr Fahrdamm der Straße frei ist — bcsahren. — Alle Fnlirwcrke habcn den ibncn
cntgegenkomnlenden oder nachsolgenden Pfcrdcbahnwagen vollständig nnd sowcil ans-
zmveichen, daß der Pferdebahnwagen ohne Ansenrhali passiercn kann. — Bcim Be-
gegnen von Trnppen und Pferdebahnwagen gclten jedoch folgende bcsondere Vor-
schriften:

1) Jm Fall eine geschlosscne, im Tritt marschierende Truppcnabkcilnng die Pserde-
bahn krenzt, dürfen die Wagen nnr am Ende dcr Abteilnng dnrchfahren.

2) Bei Kreuznng mit einer Truppenabteilung, wclche sich nicht in streng gcschlosse-
ncr Drdnnng und im Tritt bewegt, ist das Turchfahrcn der Bahnwagen schon am Endc
der cinzelnen Kompagnien gestattet.

3) Wenn Pfcrdebahnwagen einer marschicrenden Trnppcnabtcilnng bcgcgnen odcr
diese einholcn, müssen jene so lange halten bezw. hinter der Abteilung herfahrcn, bis
es dieser möglich geworden, das Bahngeleise srei zn machcn.

Fenerwehrabteilungen, tvclche zu einer Brandftätte cilen, mns; die Pscrdebahit
vollstündig, nötigcnfalls durch Einstellen der Fahrt Platz machen. — Rückt dic Fener-
tvehr zn ciner Uebnng aus, so geltcn dic Vorschriftcn dieses 8 Abs. 3. — Das Aach-
ahmen der Signale und andere Handlungcn, dnrch welche eine Störung des Bctriebes
vcranlaßt werden kann, sind verboten.

8 20. Der Unternehmer ist verpflichtet, dcn von ihm zn unterhaltendcn Bahnkörper
und die Halteplätze zu reinigen und von Schnce nnd Eis zu besreicn. In den nngc-
Pflästerten Straßen ist besondere Sorgfalt auf dic Reinhaltung der Pflasternbergängc
zil berwenden. Soweit sie innerhalb der Geleise liegen, sind dicselben bei Einlrclen von
Frost odcr Schneesall nach der Reinigung mit Sand zu bcstreuen.

Dcr bei der Reinigung dcr Schienen dcs Bahnkörpers und der Halteplätze sich cr-
gcbende Schmutz ist sofort abzuführen. Tcssen Zusamnicnhäusung lnu bei gekuppeltcr
Doppclbahn innerhalb beider Geleise, bei einsacher Bahn zur Seite dersclben zn ge-
schehen. Die Absuhr des von dem Bahnkörper entsernten Schnces hat nur bci stärkeren
Schneefällen nnd nur anf besonderes Verlangen der Polizeibehörde zu geschehcn. Das
Strenen von Salz ist nnr mit bcsondercr Bcwillignng dcr Polizeibcbörde znlässig.
Falls durch die Eisbildung auf der Straßc sich dicsclbe gegcnüber der Schienenplanie
erhöht, so hat der Unternehmer diesc Erhöhung gcgcn die Bahn abzuflachen nnd den
Abrmnu abznfahren, damit für das übrige Fnhrwerk keine Slörung im Vcrkchr ans
ocr Straße beim Ueberschrcitcn der Bahn entsteht. — Werden bci stärkerem Schriecsall
durch die Ränmung der Bahn und Absnhr des Schnces aus derselben für die Fnhr-
loading ...