Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

Seite: Anhang_009
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10. Vie NefeMgurrg lierischer «bsälle.

(Ortspol. Vorfchrift vom 14. Januar 1890 auf Grund des § 87a P.-St.-G.-B.)

8 1. Sämtliche Metzger, Wildpret- und Geflugelhiindler, fowie alle diejenigen
Getverbetrcibenden hiesigert Sadt, in deren Geschäftsräumen leicht iu Fänlnis übcr-
gehende tierifchc Abfälle sich ansammeln, sind verpflichtct, zur Aufnahme nnd Ab-
fuhr dieser Abfälle sich je zwei Tonnen nach einem von der städtischen Verwaltung
festzustellenden Muster zu halten.

Diese Tonnen, welche aus Holz gefertigt und mit eisernen Reifen versehen sein
sollen, müssen einen abnehmbaren, dichtschließenden Deckel haben.

Z 2. Die Auswechselung, Abfuhr, Entlecruug und Reinigung dieser Tonnen
hat durch die städtische Abfuhranstalt zu geschehen und ist dic Selbstentleerung dieser
Abfallstoffe den m 8 1 gcnannten Persoucn untersagt.

8 3. Das Bezirksamt kann in einzelnen Fällen nach Anhörung des Stadtrats
gestatten, daß die in 8 1 genannten Gewerbetreibenden die Entleerung der Abfall-
tonnen selbst besorgen.

8 4. Die Abholung und Entleerung der Tonnen durch die städtische Abfnhr-
anstalt erfolgt nach Maßgabe des von dieser städtischen Behörde festzusetzenden be-
stimmten Turnus. Letzterer ist in der Weise einznrichten, daß im Wiuter, d. i. in
der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März, wöchentlich mindestens eine, im Sommer,
d. i. in der Zeit vom 1. April bis 39. September, wöchentlich mindestens zwei Ab-
holungen für jeden in Betracht kommenden Gewerbebetrieb vorgesehen werden.

Die einzelnen Abholnngstage sind den in Betracht kommenden Gewerbetreiben-
den rechtzeitig zur Kenntnis zu bringen. Die Verwaltung der städtischen Abfuhr-
anstalt ist für die ordnungsgemäße Abfuhr, Entleerung und Reinigung der Tonnen
verantwortlich. Dem Personale der Anstalt müssen diesclben äußerlich rein über-
geben werden.

8 5. Für jede AuSwechslung, Abfuhr, Entleerung und Reinigung der Tonnen
ist eine vom Stadtrat mit Zustimmung dcs Bürgerausschusscs fcstzusetzende Gebühr
zu entrichten.

8 6. Die tierischen Abfälle dürfen nicht in die Kehrichtbehälter, Abortttonnen
und -Gruben geworfen werden.

8 7. Uebertretungen dieser ortspolizeilicheu Vorschrift werden auf Grund der
Eingangs genanntcn Bestimmung (§ 87 a P -St.-G.-B.) an Geld bis zu 60 Mk.
oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

8 8. Die vorstehende ortspolizeiliche Vorschrift tritt am 1. Februar 1890 in
Kraft, zu welchem Zeitpunkt die erwähnte ortspolizeiliche Vorschrift vom 23. Juli
1873 außer Geltung gesetzt wird.

11. Das Smnmeln und Lagern von Knochen.

(Ortspol. Vorschrift vom 14. August 1875 in der Fassung vom 19. November 1888
auf Grund des ß 87a P.-St.-G.-B., 8 366 Z. 10 R.-St.-G.-B.)

8 1. Das Sammeln von ungereinigten Knochen und ähnlichen Tierabfällen
darf nur in guten, nicht durchlöcherten Säcken geschehcn.

Zum Sammeln von Knochen ist die Benützung von Fuhrwerken mit Ausnahme
von Handkarren untersagt. Falls letztere zum Sammeln benützt werden, müssen
dieselben mit gut schließenden Deckeln vesehcn und innen mit Blech ausgeschlagen
sein. Weiterhin dürfen dieselben im Sommer nur bis morgens 9 Uhr, im Winter
nur bis morgens 10 Uhr in Gebrauch genommen werden und dürfen jeweils nicht
länger als dringend nötig vor den Häusern stehen bleiben.

8 2. Die Verbringung der gesammelten Knochen in das Lager hat noch am
gleichen Tage zu geschehen.

Hiebei können Wagen benützt werden; doch siud die besuchteren Straßen zu
vermeiden und es ist untersagt, die ganz oder teilweise geladenen Wagen nnterwegs
halten zu lassen.
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