Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

Seite: Anhang_013
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1893/0291
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
13

17. Stall-Ordnung für die Viehhof- und Schlschthausstallungen.

(Ortspolizeil. Vorschrift vom 8. Februar 1875 auf Grund des ß 87 a, 85 Ziff. 2

P.-St.-G.-B.)

8 1. Der Düuger ist aus deu Stallungen täglich einmal auszubringen und das
Stallpftaster sauber abzukehren. Es hat dies in den Sommermonaten vor morgens
6 Uhr, in den Wintermonaten vor morgens 7 Uhr zu geschehen.

§ 2. Jn den Sommermonaten sind die Ställe wöchentlich zweimal mit Wasser
auszuspülen und in den Fugen gut zu reinigen. Täglich aber lst das Stallpflaster
nach dem AuSmisten sofort mit Gyps zu beftreuen.

83. Nach dem Ausbringen des Düngers ist alsbald nach Bedürfnis der in
den Ställen vorhandenen Tiere einzustreucn.

Z 4. Länger als 8 Stunden in den Ställen untergebrachten Tieren ist das
nötige Futter und Getränke zu verabreichen. Jedenfalls aber hat dies an die in
den Ställen übernachtenden Tiere zu geschehen.

8 5. Es ist für sorgfältiges Anbinden der Tiere Sorge zn tragen.

8 6. Für LufLerneuerung in den Ställen ist nach Bedürfnis zu sorgen.

§ 7. Vor den Stallungen im Viehhofe und besonders vor den Schlachthaus-
stallungen ist strenge Reinhaltung zu beobachten und sind verschleppte Düngerbestand-
teile alsbald zu entferncn.

8 8. Ucbertretungen werden an Geld bis zu 60 Mark oder mit Hast bis zu
14 Tagen bestraft.

16. Fleifchbefchau.

(Ortspolizeil. Vorschrift vom 14. Juni 1882 in der Fassung vom 30. Juli 1891
auf Grund des 8 87a P.-St.-G.-B.)

ß 1. Der Verkauf des nicht bankwürdigen, aber alS genießbar erklärtcn Fleisches,
nämllch des Fleisches:

1) von verunglückten Tieren, welche nicht unverzüglich nach dem Unfall ge-
schlachtet wcrden,

2) von alten und von abgemagerten Pferden,

3) von Kälbern, die nicht 14 Tage alt sind,

4) von krankeu Tieren, soweit solches Fleisch überhaupt verkauft werden darf,

5) das von dem Fleischbeschauer als ungeeignet für den nnbeschränkten Verkanf
in Fleischbänken bezeichnet wird,

ist nur auf der Kreibank gestattet und darf nur zu der vom Fleischbeschauer
festgesetzten Taxe stattfinden.

8 2. Fleisch von auswärts geschlachteten Tieren darf nur dann in die hiesige
Stadt eingeführt werden, wenn dasselbe von dem Fleischbeschauer der Gemeinde,
wo die Schlachtung statthatte, untersucht und entweder als Vankwürdig de-
funden, oder wen» nichl für bankwürdig, doch für genietzvar erklürt
worden ist.

8 3. Jeder derartige Fleischtransport muß mit einem vom Fleischbeschauer des
Schlachtungsortes ansgestellten, die genaue Bezeichnung des Fleisches nach Art,
Gewicht und Stückzahl enthaltenden und von der Ortspolizeibehörde unter Bei-
drückung des Ortssiegels beglaubigten GcfundheitSfcheine begleitet sein. Das
auf diesenr Scheine ausgeprägte Ortssiegel muß auch auf dem Fleische selbst oder
auf einer demselben angehesteten Karte oder Plombe angebracht sein. Wo die Fleisch-
beschauer eigene Dienststempel haben, treten diese an Stelle der Ortssiegel und
die Beglaumgung durch die Ortspolizeibehörde fällt weg.

Der Gesundheitsschein hat nur für einen Tag Giltigkeit.

8 4. Jst das Fleisch für Metzger, Wnrstler, Wirte oder Kostgeber oder zum
Verkauf auf dem Markt bestimint, so darf es nur in Vierteln oder einzelnen ganzen
Stücken, z. B. Lenden, Rippenstücken rc., niemals aber in ausgebeintem Zustande
eingeführt werden.
loading ...