Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

Seite: Anhang_052
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1893/0330
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
52

Z 24. Gas- uud Wasserleituugen, die überdeckt werden sollen, niüsscn städtischn-
seits geprüft sein, devor die Ueberdeckung erfolgt, widrigenfalls die Entfernung der lch
teren verlangt werden kann, was besonders dann geschehen foll, wenn die betreffendi
Leitung sich nicht vollkommen dicht erweist.

§ 25. Die Direktion der städttschen Gas- und Wasserwerke hat jederzeit das Recht.
die ArbeitderPrivat-Jnstallateure zu kontrolieren und bei etwa vorgesundenen Fehlern
in der Aussührung sosort Abhilfe zrr verlangen.

8 26. Gas- und Wasserleitungen, wclche den vorstehenden Bestimmungen nicht
entsprechen oder sonstige grobe Mängel aufweisen, dürfen nicht in Gebrauch genommen
werden. Bereits in Gebrauch genommene Leitungen kann die Direktion der städtischen
Gas- und Wasserwerke, falls nach ergangener Aussorderung die Abstellung der betrcs-
fenden Mängel nicht sofort erfolgt, ohne Weiteres abschließen lassen.

Privat-Gas- und Wasserleitungen, welche zur Zeit des Jnkrafttretens vorstehcn-
der Bestimmungen sich bereits im Gebrauche befinden, müssen, besonders wenn sich ge-
fahrdrohende Mängel an denselben ergeben, nach Vorschrift geändert oder dürfen nicht
weiter benützt weroen.

§ 27. Uebertretungen diescr Bestimmungen werden gemäß 8 116 u. 8 108Ziffer5
P.-Str.-G.-B. an Geld eventuell bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft.

46. Fenerlösrh-Ordnung.

(Ortspol. Vorschrift vom 9. März 1882 anf Grund des 8 114 Ziff. 4 P.-St.-G.B.,

8 368 Ziff. 8 R.-St.-G.-B.)

8 1. Wer den Ausbruch eines Feuers oder Anzeichen eines folchcn wahr-
nimmt, hat — sofern nicht der in tz 2 vorgesehene F-all vorliegt — sogleich Feuer-
lärm zu machen; die Bewohner des Hauses, in welchem Feirer ausgebrochen, smd
hierzu, bei Vermeiden strenger Bestrafung, besonders verpflichtet.

8 2. Wenn in einem Kamin Feuer entstanden ist, so ist kein Feuerlarm zu
machen; es haben jedoch die Bewohner des betreffenden Hauses unverzüglich den
Kaminfeger herbeizurufen und der Polizeibehörde von dem Brandfallc Anzeige zu
erstatten.

tz 3. Sobald Feuerlärm entsteht, haben die Glöckner an der Heiliggeistkirche
und an der Providenzkirche mit dem Sturmläuten zu beginnen und dasselbe so
lange fortzusetzen, bis ihnen seitens der Polizcibehörde der Befehl zum Einstellen
zugeht

Der Turmwächter an der Heiliggeistkirche hat nach der Seite hin wo der Brand
ist, bei Tage eine Fahne, bei Nacht eine Laterne auszusteckeu.

8 4. Bei Ausbruch eines Brandes zur Nachtzeit ist die Direktion des städtt-
schen Gaswerks verpflichtet, alsbald die Stadt beleuchten zu lasseu und einen tüch-
tigen Werkführer mit einem Gehilfen mit den nötigcn Geräten versehen zur Brand-
statte zu schicken.

8 5. Auf dcn ersten Feuerlärm hat die Polizeimannschaft sogleich den Groß-
herzogl. Amtsvorstand, den Respizienten des Bezirksamts, den Oberbürgermeister,
die beiden Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr, deu Stadtbaumeister und
die Kasernenwache zu benachrichtigen.

8 6. Bis zum Eintreffen der freiwilligen Feuerwehr, welche bei alle«
Bra»dfällen zunächft die Lösch- und Rettungsriianrischaften fteüt, haven
die Hausbewohner mit den zu ihrer Hilfe herbei eilenden Persoucn Älles aufzn-
wenden, um das Feuer zu löschen oder dessen Ausbreitung zu verhindern.

8 7. Die Anordnung und Leitung der Löschmaßregeln steht dem Gr. AmtS-
vorstande bezw. seinem Stellvertreter zu, welchem hierbei der Obcrbürgermeister, der
Stadtbaumeister, sowie der Kommandant der freiwilligen Feuerwehr beratend zur
Seite stehen.

Die Befehle zur Ausführung der speziellen Anordnungen erteilt der Komman-
dant der freiwilligen Feuerwehr.

8 8. Dem Gr. Amtsvorstande bezw. dessen Stellvertreter steht die Besugnis
zu, im Notsalle nicht zur freiwilligen Fencrwehr gehörige arbeitsfahige Einwohuer
loading ...