Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

Seite: Anhang_058
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Die HolM'chen müssen sv gesetzt werden, dntz sie nicht einsnirzen könncn. Dns Holz
darf nnr anf 8>/2 Mtr. .Hohe qesetzt tvcrdcn. Aneinahincn sind nnr znlässisi, wcnn und
insolange infolgc hohcn Wasscrstandcs dcs Ncckars Nanmmangel eintrin.

tz 2. Dic Laucrbedienfteten, d. i. der Laucrpächter «Lancrvcrwaltcri und dic Holz-
messer, -Holzeinleger, Muerkärcher, zlalkmesscr und Stcinaufselzer werden vom Stadt-
ratc aut;estellt. Der Muerpächter, welcher in besoudcrs zu vereinbarcndem Vertrasis-
verhältnis zur (Hemeindcverivnltnnc; steht, vertritt dieselbe ctesicnübcr dcm Vcrkchrc
auf dem Holzmarkt. Dic übrisicn !2anerbcdiensteten siud sciuer Aufsicht unterstcllt
und haben sciner Auordnuiisi fz-olsie zu leisteu. Gr nberwacht die Handhabnnsi dcr
.Holzmarktordnuug und hat alle llebertretnnsien derselbcn dem Stadtrat znr zrenntnis
zu brinsien. Außer dem Saucrsicldc erhebt er anch die an die 2auerbedienstetcn abzii-
liesernden Gebühren, und es steht ihm das Nechl zn, die Abfnhr der sielasierlen odcr
sieiucsseuen Gegeustäudc bis zur Zahluusi sämtlicher (tzebührcn zn verbieten.

8 3. Tie Holzmesser oder Holzeinlesier, welchc anf die uach Maßgabe der!2anei-
ordnniisi entworfenc Instruktioii vom Großh. Bezirksamt verpflichtet wcrden, habcn
das auf dem Laner zum Berkaufe sielansiende Holz zu veriucsseu. Sie beziehen dic
iiiiter 8 11 bezeichneten Gebühreiu

Andern Personen ist das Messen von Holz auf dem städtischen Sancr uicht
sicslattet.

8 4. Die Abfnhr des Holzes vom städl. Lauer hat durch die Sanerkärcher zn gc-
schehen. Gs ist indessen Iedermauu siestattet, das für den cigenen Gebranch
bestimmte Breuuholz mit eigenem Fuhrwcrk abzuführeii.

8 5. Die Sanerkärcher, dereu zrarrcn init festen Stetlhölzern versehen sein müssen,
habcn uach ciuer jeden Morgeii durch das Soos zu bestimiucndeu Nansiordiiilttsi zu
fahrcn, welche jedoch uur bis zn beendigter Nunde besteht. Die spätere Orduuiisi dcr
zkärcher bestimmt sich nach der .fleit ihrer Rückkchr, so, daß der frühere Gintreffendc
dcm später Giutreffenden vorgeht. Dieselbcn erhalten die unten folgenden Gebührcn.

8 6. Holzmesfer, Holzeinleger uud Lauerkärcher sind verbiiriden, vom 1. Mai
bis 30. Septeinber morgens von 6—12 Uhr und iiachniittags vou 1—6 Uhr, in dcr
andcren Iahreshälfte aber von 8—12 Uhr vormittasis nud 1—4 Uhr uachmitlags
auf dem Lauer auweseud zu sein, weuu sie uicht über die Notweudigkeit ihrer Ab-
wcscuheit sich genügeud aiiszuweiscii vermögeu.

Der für den Stadtteil Neucnheim angestcllte Holzmefscr ist
nur dann vcrpflichtet, auf dcm Holzlauer auwefend zu fein, wenn
cr einen Auftrag zur Vermeffung von Hol; erhalten hat.

8 7. Das Ausladen der Steiue darf nur zu folgcndeu .fleiteu geschehen: Fn dcn
Monaten April bis Oktober von 5 Uhr iiiorsiens bis 8 Uhr abeuds. öcn dcn Monaten
März und Oktober von 6Uhr morgens bis 7Uhr abends. Fn den Mouateu Iflovember,
Dezember, Iannar und Februar von 7 Uhr inorgeus bis 5 Uhr abcnds.

8 8. Der auf deu städtischen Lauerplätzen zum Berkanf gelangende Mlk, sowie
dic daselbst zu lageruden Steiue müssen von den besonders verpflichteten Kalkniessern
iiiid Stciuaufsetzern gemessen und bczw. auch aufgesetzt werdeu.

8 9. Die Holzcinleger und Holzmesser haben zur Nachtzeit den Laucr zn über-
wacheu. Außer ihuen ist es dahcr Niemanden gestattet, nachts deu Lauer zu betreten,
es sci dcnn, daß er übcr die Notwcndigkeit sich gehörig anszuweisen vermag.

8 10. Dem Lauerpächter und den sonstigen Laiicrbedieilstcteu ist untersatzt, auf
den städtischcu Plätzen mit Brennholz oder Äohleu Gigen-Handel zu bctreibeii.

Dagegen ist ihneu der kommissionsweisc Berkauf von Brenuholz und
iüohlen gestattet.

Den Lauerbediensteteu kann von der ftadträtlicheu Lauerkommission gcstattct
werdeu, auf den städtischeu Plätzen andere Nebengeschäftc zu bcsoraeu.

Der Lauerpächter und die Lauerbedieusteten flnd verpflichtet, Aedermann ohne
Unterschied mit gebührender .Höflichkeit zu begegnen, und haben sich jeder Gebühren-
überforderung bei Vermeidung strenger Strafe zu enthalten.
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