Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

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6. Die Eisfischerel.

(Bezirkspolizeil. Vorschrift vom 90. Jcumar 1891 auk Grund des Artikels 9 des Ge-
setzes vom 3. März 1870, lictr. die Nusttbung uud deu Schutz der Fischerci und des
8 36 Abs. 2 der Laudessischerciorduuug vom 3. Februar 1888.)

8 1. Jm Neckar. sowic desseu Seitcnbächen einschlieszlich der Altwasscr und
Hafcnbassius ist die Eiöfischerei, das heiftt das Faugen vou Fischcn iu den zuge-
frorcnen Teilcn der Wasscrläufe mittelst in das Cis gehauener Oessnuiigcn unier-
sagt; zum Zwccke des Fangens von Futter- und Köderfischen kauu jedoch auch die
Eisfischcrci mit dem Eisgarn Seitens des Bezirksamtes in ividcrruflicher Weise
einzelnen zuverlässigen Fischern gestattet werden.

8 2. Zuwiderhandluugcn gegen das Verbot der Eisfischerei werden nach Ar-
tikel 14 Abs. 1 des Gcsetzes vom 3. März 1870, betr. die Ansübung u»d dcu Schutz
der Fischcrei mit Geld bis zn loO Mark oder mit Haft bestraft.

9. Verirlrsamkliche Tändeordnung

vom 12. November 1881 (mit Zustimmung des Bezirksrats. aber nicht als bezirks-
polizeiliche Vorschrift im Sinne des 8 23 P.-St.-(tz.-B. erlassen).

8 1. Geländete Gegenstände sind von dem Findcr alsbald bei dem Bürger-
meisteraint des Fundortes bezw. auf dem Polizeiburcan der Stadt Heidelberg unter
näherer Angabe der Zahl und Beschaffenheit anzumelden.

8 2. Tas Bnrgermeisteramt wird alsbald ein Verzeichnis aufstellen, in welchcs
obige Angabeu unter Beifügung des Namens und WohnortS deS Finders einge-
trageu werden uud hat sich von der Richtigkeit der gemachien Angaben zu verlässigen
eventuell die Liste zu berichtigcn.

8 3. Der Gcmeinderat wird alsbald anordneu, wo und in wclchcr Weise die
gelündeten Gegenstände aufznbewahren sind. Wenn der Gemeinde keine geeigneien
Näumlichkeiten zur Unterbringuug der Gegenstände zur Verfügung stehen, können
solche dem zuverlässigen Finder mit der Berpflichtuug überlassen werden, dieselben
bis aus weiteres uuversehrt zu bewahren.

8 4. Der Finder hat alsbald eine von dem Gemeinderat im Voraus fest-
zusetzeude, der Uebung und dem Werte der Fliridgegenstärlde entsprechende Län-
dungsgebiihr zu beaiisprucheri, welche ans der Gemeindekasse vorläufig auszube-
zahlen ist.

8 3- Der Gemeinderat legt, sofern der Eigcntümer nicht sofort ermittelt wird,
alsbald mit Bericht über die Ärt der Aufbewahruug und Ausbezahlung der Län-
dungsgebühren dem Bezirksamt eine Doppelschrift des Anmeldeoerzeichilisses vor.

^ 8 6. Letzteres wird für das öffentliche Ausschreiben der gefundeueu Gegenstäiide
Sorge trageu und weitere Maffregelu zur Ermittlung des Eigentümers trejsen.
Gleichzeitig wird die Frist festgesetzt, iunerhalb tvelcher die geländeten Gegenstande
zur Verfügung des Eigentümers aufbewahrt bleiben.

Der Gemeinderat erhält hievon Nachricht. Die Frist beträgt, sofern keine be-
sonderen Verhältnisse vorliegen, 4 Wochen.

8 7- Der Gemeinderat darf die geländeten Sachen nur mit Erlaubnis des
Bczirksamtes an den sich meldenden Eigentümer verabfolgen, wenn dieser über
seme Ansprüche sich genügend auszuweisen vermag.

Vor der Verabfolguug der Gegenstände hat oer Eigentümer der Gemeindckasse
die Ländungsgebühren und sonstige Unkosten zurückzuersetzen.

8 3. Meldet sich innerhalb der vom Bezirksamt festgesetzten Frist kein Berech-
tigter, so kann der Gemeinderat stch durch das Bezirksamt ermächtigen lassen, die
gelandeten Gegenstände zu veräustern.

Diese Veräußeruug muß in öffentlicher Versteigerung geschehen, sofern der Er-
los hierdurch nicht ganz aufgezehrt wird.

. ^ .^55 Steigerungserlös, abzüglich der Steigerungs- und Aufbewahrungs-

kosten sowie Laudegebühren ist während der dreijährigen Frist des L.-N.-S. 717»
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