Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

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Jm Handelsgewerbe diirfen vom 1. Juli d. I. ab an Sonn- ,md Festtagen
Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter nur während höchstens 5 Stnuden beschäf-
tigt werden, und zwar:

1) Iu der Stadl Kridcldkrg:

Von 7—9 Uhr vormittags uud von 11—2 Uhr nachmittags.

2) In nilen iibrtgen Ccmelnden bcs Amtsdezirks:

Vou l>—8 Uhr vormittags und von 11—2 Uhr nachmittags.

II. Ausnahmen hicvon werden auf Grund des tz 105b Gew.-O. iusosern hier-
mit zugelasseu, als die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitcrn im
Handelsgewerbe gestattet wird

1) in der Stadt Keidelderg (ausschließlich tzchlterdach und Neuenlieimt:

a. au den Meßsonutageu,

b. au den drei letzten Sountagen vor Weihnachten,
o. am letzten Sonntag vor Ostern

von 7—9 Uhr vormtttags und von II 111): vormittags bis 6 M adends.

2) Iu allen übrigen Gemeinden des Amtsbezirks (einschlietzlich tzchlierdach und
Nruenlieim):

n. an deu Kirchweihsonntagen,

b. an den drei letzten Sonntageu vor Weihnachten,

e. am letzten Sonntag vor Osteru

von 6—8 Uhr vormittags und von II Uhr vormittags dis 6 Uhr aliends.

III. Der Gewerbebetrieb im Umherziehen, soweit cr unter 8 55 Avs. 1 Z. 1—3
Gew.-Ord. fällt, sowie der Gewerbebetrieb der in 8 42b Gew.-Ord. bezeictmeten
Persouen ist voiu 1. Juli d. I. ab an Soun- und Festtagen verboten.

A usna h m e n hievon werden gemäß 8 55 a Abs. 2 Gew.-Ord. uur insofern
hiermit zugelassen, als das Feilbieten und Verkaufen von

Brod, Bretzeln und audern Backwaren, Obst, Blumeu und Mineralwasser
auf öffeutlichen Straßen und Plätzen (nicht aber an anderu öffent-
lichen Orteu oder von Haus zu Haus)

in sämtlichen Gemeinden des Amtsbezirks, einschließlich der Stadt Heidelberg, auch
nach dem 1. Juli d. I. gestattet bleibt, und zwar an allcn Sonn- und Festtagen
mit Ausuahme des ersteu Oster-, Pfingst- und Weihnachtsseiertags:

vom Schluß des vormittägigen Hauptgottesdienstes an bis abeuds 6 Uhr.

IV. Auf Grund des 8 41s, ß 105 d Abs. II, 8 105 e Gew.-Ordn. Art. 3 der
Vollzugsverordnung vom 24. März 1892 wird

1) den Bäckcru,

2) den Metzgeru und Wurstlern,

3) den Zuckerbäckern (Konditoren),

4) denjenigen Personen, welche ausschließlich mit Milch, Nahm, Eiern,
Butter handeln,

5) denjenigen Personen, welchc gewerbsmäßig Mineralwasser zu unmittel-
barem Genuß an das Publikum abgebeu,

gestatteL, auch nach dem 1. Juli d. I.

a. am ersten Oster-, Pfiugst- uud Weihnachtsfeiertag vormittags von
6—9 ll h r bezw. bis zum Beginn des vormittägigen HauptgotteSdienstes,
falls dieser früher als 9 Uhr stattfindet,

b. an allen übrigen Sonn- und Festtagen unbeschränkt mit alleiniger
Ausnahme des vormittägigen Hauptgottesdienstes

ihrc Berkaufsstelten offen zu halten und in dcnselben die zu deu betreffeudeu Ge-
werbebetrieben ihrer Natur uach gehörigen Waren bezw. die oben bezeichueten Waren-
gattungen feilzuhalten und zu verkaufen.
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