Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

Seite: Anhang_099
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813 Dte Jmprefferr zu de« Meldtformularien fiud deu ;ur Au-
Mldttug verpstrchteten Perfoneu von der Ortspolizeibehörde, beztv.
-er Semcindebehörde unentgeltlich zu behandigerr.

14. ^n den Städtcn, iii wetcheil die Polizei von eiiier Smorssiellc ver-
Mltct Ivird, hot diese, sofcrii iiicht schoil dv.rch eiiie l> iiir:chuuui tiemäs; 8 11 Ads. 2
eiitsprechendc Borkehrnttg crfolgt ift, im Beneliincn inir der Plemeindedehörde die
geeigiretcn Veraiistnltungeri dahi'n zn treffen, das; dieiell'e siäi jedcrzcil von den
Mgeschriebcnen Anineldnnsien lircnntnis verschasscn kö»nen. Aainciiilich nnd der
Gemeindebehörde ani Schlusse jeden Monats dic (srhel'ungen nder die Acuanziehen-
den (s;-oriiiular zur Einsicht initzuteileii.

2. Erhöhuno drr L;undskaxc.

((tzesetz voin 21. Noveinber 1367, Uics.-Bl. S.

8 1. Icder Besitzer eines über sechs Wochen allen Hiindcs hai denselbcn bei der
Musterung der dazn bestelltcn litoininission vorsiihren zn lassen iind siir dcnselben
ohne Anckjicht anf das (tzcschlecht für das von ciner ständigcii Mnsternilg znr aiidcrn
laiifeiidc Jahr eine Taxe zu eiilrichten, welchc feslgeserzt ivird:

1) in den (tzeineinden unter 4000 (>-in>vohncr auf 3 Mark*),

2) in dcn (tzeiileiiidcn von 4000 nnd mehr (siiuvohiicrn auf 16 Mark*).

8 2. Wer inncrhalli der von ciner jährlichen Musterung an bis vicr Äochen
vor der nächstfolgenden Iahrcsmusterllttg lanfenden cst'it in den Besitz eines.vundes
oder mit einein Hunde in das Inland koiniiit, Hat, sofern dcr Hund nicht an
Stellc eines andern, von deinselben Besitzer schon versteuertcn.vundes tritt, binnen
vierzehn Tagen die ihin oblieqende Taxe zu entrichten. DaS (tzleiche gilt, sobald
ein Hund innerhalb jcnes Pei'traunis das Alter von scchs Ltzochen erreicht hat.

Dein Hundebesitzer, der im Lande keinen festen Wohnfitz hat, ist die Taxe von
8 Mark*) für einen Hund zu berechnen.

tz 3. Der Besitzer eines Hundes hat hinsichtlich der Taxe den Nückgriff aus
den Eigentünier.

8 4. Der Ertrag der Taxen fällt nach Abzug der Musterungs- und ErhebungS-
kostcn zur Hälfte in 'die Staatskasse und zur Hälftc in die Oicineindekassen.

8 5. Wcr die Borsührung cines HundeS bei der Musteriulg oder dic recht-
zeitige Entrichtung der Taxe unterläszt, verfällt in eine polizeilichc Strafe des
doppelten Betrages von der daneben nachzuerhebenden Taxe.

Verinag der Angezeigte nachzuiveisen, daß dic rcchrzcitige Entrichtnng der
Taxe rpr auS Verschen und nicht in der Absicht eincr Unterschlagung untcrblieb,

>o kann auf eine Ordniliigsstrasc bis zu 10 Mark erkannt iverden.

3. Die Hundestclrrr.

(Verordnung des MinjsteriumS dcs Innern voin 19. Mai 1834, (6es.-Bl. <2.149.)

8 1. In jeder Geineindc findet jährlich zwischen dem 1. uiid 20. Iuni eine
Hiliidsmusterulig statt.

8 2. Die Musteriiilg wird vorgenomiilein

n) durch den Bürgermeister oder dessen Vtellvcrtreter,

d) durch den Steuererheber des Hauptorts dcr Gemeinde, welchcm msbesondere
die Erhebung der Taxe obliegt.

Das Protokoll führt der Ratschreiber. Wo die Verwaltiing der Ortspolizei
der Staatsbehörde übertragen ist, tritt an dic Stelle des BiirgermeistcrS und 3lat-
schreibers ein Polizeibeamter und ein Amtsaktuar.

8 3. Tag iind Stunde der Mllsterilug ist von dcm Bezirksamte festzusctzen
und spätestens am 24. Mai in dem Amtsverkündigungsblait und von dem Bürger-
meister durch Anschlag am Rathause, sowie durch Ansschellen am Tage der Muste-
rung und an den zwei vorausgehenden Tagen öffentlich bekannt zu machcn.

8 4. Die Verrichtungen der in 8 2 bezeichneten Ickommission bei der Muste-
ruug bestehen in Folgendem:

*> Gesetz vom 22. Mai '876, Ges.- und B.-Bl.S. 119.
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