Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

Seite: Anhang_107
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1893/0385
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
107

schadhaft sein imd keine leicht entzilndlichett ldeqenstnirde sich '.n der Nalie besinden
Die KamillpiltZthiirchen nirissen nerschlossen sein. Ueber alle knese Piiiitke <l o»
hat sich der Meister vor Be<zittll der Arbeit genaii zn verlässi;zcn.

4. Die Zeit fiir das Aiisbreiiiien ist so z» wähten, dast das Oieschan vis ipa-
testens 2 Uhr nachiiiittajis beendet ist. Tas Ansbrennen dars an keiirem siliriimchen
Tage imd tveder bei großer .stälte noch bei anhaltender .Yine geschehen.

Jn Gebändeii mil Stroh- odcr Schindelbedachiln>z soli das Aiisbrennen nur
iii den Monaten Novenlber bis April vorsieiloiiiirien iverden.

5. Vor dem Beginn desselben sind die nötigen Vorsiihtsiiitißregelii zir lresien,
um deiii hinaiisschlageiiden oder jlberhaildilehiiiendeii Feuer durch Berschliiiz der
Oeffilling des Kainins nüt Platten oder eisernen Teekeln iiiid dergl lotzleich mit
Erfolg begcgnen zn können. Anch ist voin Haiisbeslver ei'n zllreichender Wasier-
vorrat in das Hans nnd insbesondere in die Nähe des.üaiiiins zn schanen. Ans
dem Dache ist eine lleberrvachnng der .ztaliünaiisniiiildniig dnrch cilieii täehilfen nötig,
nnd in den Zwlscheilstocklvcrken das >tainin dnrch eine znverlässige Perion zn be-
obachlcii. In besonders gesährlichen Fällcn, wie jiisbesondere anch beim Aiisbreirnen
iil lhebäiideii mit Stroh- oder Schindelbedachiing, ist siir Bereithaltnng einer Lprnze
solvie fiir den Beizng von Hilfsmanilschaft Sorge zn tragen

Isi in eiiiein (stebände init Stroh- oder Schindelbedachinig das unsbreniien
allsiiahmsweise (s. Ziff. 4 a. (5.) in der Sommerszeit vorznnehiiicn, so niiisien ainzer-
dem nasse Diichcr in die Nähe deS.üamins anßerhalb des Taches aiügeiegt nnd
dieselbcn sortgescvt mittelst einer Handsprive besprstsi werden.

(>. Ist eiii .üainin in das andere gefiihrl, so iiiuß znnachst das obere und
danii das nnterc aiisgebrannt wcrden. (rbenso ist bei mehr als dreistockigen >?ai>iein
chersl iin oberen Stock nüt Dachranin ansznbrennen nnd dann ersi in deni niitercn
Stockwerke. Bei nebeneinanderliegeiiden .üainiiien isi durch sorgsalügen Al'ickilnsi
Fiirsorge zu treffen, daß sich nicht' beide gleichzeitig entzitndeil.

7. Nach dein Aiisbrennen ist das.üamin mit zingel nnd Bnriie zn dnrchzlehcn.
Auch ist vom zianünfeger dasiir zn sorgen, daß das Uainiir nach beenolgleiil Ge-
schäfte noch einige Ieit dnrch eine voin Hansbesisier bestellte znucrläsiige Perion be-
obachtet wird. ' ...

8 Das znm Ausbrenlien erforderliche Materia! hat der.sianlinseger aisi elgene
Kosten zn stellen, woranf bei F-estselzniig dcr Taxe fiir das siieschäst Nnckncht zu
nehiiicn ist.

8 15. lleber die Ieit der Aeinignngen wird bestiiilint:

1. .üiicheiikaininc sind alle drei Monate, ivenn sie abcr dcn Aanch von diei

oder inehr Ofenröhren — gleichviel in welchen Stockwerken — ansnehineir, ivahrend
der Osettfenernngszeit alle zwei Monatc zn reinigen. ,,

2. Uainine, welche ansschließlich zn Sefen nnd andcren nnr iin Winter ge-
branchteil Fetierniigsanlagen gehören, sind während der Sfenfcileriiilgszeik alle zwei
Monate zn rcinigen. Bei Kiiininen von Onfl-, Dainpf-, Warni- nnd .veisiwasier-
'Heiznngen hat ivahrend der Benütznngszeit die Neiiügnng alle Atoinue ltattznfindeii.

0. Monatlich inilssen gereinigt werden: ....

Die siainine der Bäcker nnd Wurstler, die.siiichenkaniiiie bei isiasiwirken und
ähitlichen (sjewerben, die Kamine der Bierbraner ivährcnd der Branzeu, der Brenne-
rcien, Trocken- oder Dörranstalten während der Gebranchszcit. Alle zivci^Monate
sind die Kainine der Schreincrwerkstälteii zn reinigen. PDie Kainine der ^chlosier-
uiid Schiniedewcrkstätten, sowie die Kaniine sonstiger si-enerarbeüer sind eininal
jährlich zn reinigeii ((Kes.-Bl. 1880 S. 104,. ..... , ^

Enge, sogenannte rnssische.stauiine nntcrliegen hnsiichtlich der Zahl der Aeini-
gungen den allgeineitten Bestiiiiiiiuligen. .

5. Kamine, tvelche ansschließlich fiir Badezininier oder welche tnr Wa,ch- nnd
Backöfen dienen, die nnr zeitweise beniiht werden, sind jahrlich zivelinal zn reinigen.

6. Fabrikkailüne, welche iiinbaut sind oder in der Nähe von (Kebäliden stehen,
stnd zweiinal, freistehendc Fabrikkaniine jährlich einii'al^zu reinigen.

Wenn die Vornahine der slteinigiing eine besondere -Ltörnng dcs Fabrikbetriebs
verursacht und nachgewiesen wird, daß sich bei dein sehr starken Inge des.üainiiis
kein Nuß, noch we'niger Glanzruß aiischt, kann das Bezirksainl die Zahl der
Reiiügmtgen noch weiter herabseben oder bei gnt erhaltenen, ganz freistehenden
Kaminen anch dem Eigentiimer die Besorgung der Neinigung iibertasfen.
loading ...