Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

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Geqcii st ü n d e

Eiuzuliesernde (tze-
Menqe j bülir

1. Farben. a. Fiir Gefäste znr Ausbewahrnug, von Nal>-
rniigsmitteln, llinbiillnngen, Schnnbedeck-
ungen,

Ir. fiir kosmetifche Mittel lMittel zur Pstegc
oder fyärbung der Haut und der^Haare),
e. für Spielwaren, Bilderbogen, Tufchsarben, !

Buch- und Steindruckfarben,

«I. fiir Tapeten, Möbelstoffe, Teppiche, Beklci-

dllilgsgegenstände, knnstlichc Blninen. Blät- . ! -

ter, Früchte.^ ^^

Wasser- und Leimfarben, guantitative Be-
stinlmuilg des giftigen Stoffes ....

ö. Petroleum. Bestimiming des (dtttflaittiilttttgspunftes . gr --

Das städtische Laboratorimil fleht dem Pnblikum vom 1. ^ebruar 1885) an zur
Bcmitzung offen und können bei demfelben lltttersuchungen der in dem unten auf-
geführten Tarif bezeichneten Ärt beantragt werdcn, für deren Bornahme die m
demsclbcn bezcichneten (Äebiihrenbeträge zu entrichten find. ».

,'fur (f'ntgegeiinahme von UiiterfiichilngS-tffcgeifftänden iu das ^aboraronui!.,
welches sich im II. Stockwerke dcs Männerarineiihaufes ((Zmigang von der Plock>trane
aus) besiudet, an sämtlichen Wochentageii vormittags von 10 bis 1'-^ Uhi geoffnet.

0. RtchtsderhLItnisse der gewcrbliche« Arbeiter nnb Ler

Dienstbote».

L. Gewerbliche Nrbeiter.

I. Allgem-ine Berhältniffe. (Anszug ans der Reichsgewerbeordnung.)

(Bcstimmungen über die Sonntagsruhe vgl. oben S. 93 u. 108.)

107. Minderjährige Personen dürfen, sowcit reichsgesetzlich nicht ein An-
deres zugelasseil ist, als Arbeiter nur beschäftigt ivcrden, wenn ne mit emem
Arbeitsbuche vcrsehen sind. Bei der Annahme solcher Arbeiter hat der Aibeitgeber
das Arbeitsbuch einzufordern. Er isr verpflichtet, dasselbe zu verwahren, auf aint-
liches Verlangen vorzulegen und nach rechtmästiger Lösung des Arbeilvvcrhaltnffsev
lvieder auszuhändigen. Die Aushändigung erfolgt an den Vater oder Vormund,
fofern diefe es verlangen, oder der Arbeiter das sechszehnte Lebensjahr noch mcht
vollendet hat, andernfälls an den Arbeiter selbst. Mit Genehmiguug der Gememde-
behörde des im 8 108 bezeichucten Srtes kann die Aushandigung des Arbeits-
buches auch an die Mutter oder einen sonstigen Angehörigen oder ummttelbar an
den Arbeiter erfolgen. . , ^ ^ ^

Auf Kinder, welche zum Besuche der VolkSschule verpstichtet find, ffnden vor-
stehende Bestimmungen kcine Anrvendung.

8 108. Das Arbeitsbuch wird dem Arbeiter durch die Polizeibehörde des-
jenigen Ortes, an welchem er zuletzt seinen dauernden Aufenthall gehabt hat, wenn
aber ein solcher im Gebiete des deutschen Reichs nicht stattgefuiiden hat, von dcr
Polizeibehörde des von ihm zuerst envählten deiltschen ArbeitsorteS koffen- und
stempelfrei ausgestellt. Die Ausstellung erfolgt nus Antrag oder imt Zustimiming
des Vaters oder Vormnndes; ist die Erklärung des Vaters nicht zu befchaffen, oder
verweigert der Vater die Zustimmung ohne geiiügenden Grund und zum Nachteile
des Arbeiters, so kann dic Gemeind'ebehörde die Zustimmuug deSselben ergänzen.
Vor der AussteUung ist nachzuweisen, dast der Arbeiter zum Besuche der Volks-
schule nicht mehr verpflichtet ist, und glaubhaft zu machen, daff bisher cin Arbeüs-
buch für ihn noch nicht ausgestellt war.

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