Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1892 — Heidelberg, 1893

Seite: Anhang_121
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anspruch auf eine den Bestimmungen dcs 8 6 entsprechende oder gleichwertige
Unterstütznng zusteht.

2) Organisation dcr Krankenversicherung.

Dic mit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes vom 15. Iuui 1883 iu«
Leben gctretenen drci Ortskrankenkassen haben sich mit 1. Ianuar 1889 zu einer
gemeinsamen Kasse vereinigt unter dem Namen:

Ortskrattkenkafie Heidclberg.

Unter dieselbe fallcn sämtliche untcr 1—3 oben anfgcführten Personenklassen,
falls sie gegen Gehalt oder Lahn kivozu auch Tanri'Mlen odcr Naturalbezüge
gehörcn, wie Geiiuft freier Kost cc.) in hiefigcr Lradt beschüstigt find, und nichr
einer I'abri kkraukenkasse, einer Iiinlingskrankenkassc odcr einer den Anforderilngen
des 8 75 des Krankenvcrsicherungsgesetzcs entsprechenden eingeschriebenen oder
freien HilfSkasse als Mitglied angchöreir

Die ohne Gehalt oder Lohn beschäftigten Gesellen, Gehilfen und Lehrlinge
(Volontäre) sowie sämtliche

hauswirtfchaftlichen Dienstboten

werden versichert durch dic

Gcnlcindckrattkenversicherung.

Die Drtskrankenkasse gewährt als Unterstünung:

1. für die Tauer cines Iahres: freie ärztliche Behandluug, ireie Nrznei und bei

Erwerbsunfähigkeit ein Krankengeld,

2. cine Wöchuerinnenunterftütznng für die Tauer vou 6 Wocheu,

3. ein Sterbegeld,

Die Geuicindeversichernng gewährt den Tienstbvken nnd Bolontären nur
Anspruch auf freic ärztliche Behaudlung, freie Arznei oder frcie Berpflcgung im
akademischeu Kraukenhause.

Das Rccht zum Beitritt zur Ortskraukenkasfe flchl uach 8 5 des
KassenstatutS nebeu anderen Persoiieuklasseu besonders den in dcr sogen. Haus-
industrie thätigeu Personeu sowie auch den Besttzcrn von Gewcrbeberrieben
und HandlungSgeschäften zu, deren uicht reduzierter Einkommenssteueranschlag
20M Mark nicht übcrsteigt.

3) Pflichten der Arbeitgeber (Dieustherrschaften) und Aolgeu
etwaiger Berfäumuis derfelbeu.

a. Der 8 49 des Krankenversicheruugsgesetzes bestimmt:

„Die Arbeitgcber habeu jede von ihuen beschäftigte verfichcrungsvflichtigc Per-
son, welche wedcr ciner Betriebs-(Fabrik)-Kraukenkasse (8 59), Bau-Krankeukasse
(8„69), Jiliiuugs-Krankenkasse (8 73), Kuappschaftskasse «8 74- angehört, noch ge-
mäft 8 75 von der Berpflichtung, der Geineiude-Kraukenversicherung oder eiuer OnS-
Krankeukasse auzugehören, befreit ist, spätestcns am dritten Tage nach Beginn dcr
BeschäftiAiiug auzumeldett und spätestens am dritteu Tagc uach Beendigung der-
selben wieder abzumelden.

Beränderungen, durch welche wäbreud der Dauer der Bcschäftigung die Ber-
sicherungSpflicht für solche Personen begründet wnd, die der Bersicherungspflicht^anf
Grund ihrer Beschäftigung bisher nicht unterlagen, find spätestens am dritten Tage
nach ihrem Eintritt gleichfalls auzumelden,"

Bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Verfäumuttg der Aumelduug ist der
Arbeitgeber nach 8 60 des Gesetzes verpflichtet, der Ortskrankenkasse oder dcr
Gemeindeversicheruug alle Aufwendungen zu erflatten, welchc dieselben auf
Gttind gesetzlicher oder statutarischer Vorschrift iu ciucm vor der Aumelduug durch die
mcht augemeldete Person veranlaftten Uiiterstützuiigsfalle gemachl Iiaben. Anfterdem
tnftt den Säumigeii nach 8 81 des Gcsetzes cine Gcldstrafc bis zn 20Mark.

Die Meldestelle befindet sich für die Ortskrankenkaffe sowic sür die
Gemeindekrankenversicherii iig i m flk atha u s n e u b a u (Eiiig. Hirschstrafte).
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