Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1894 — Heidelberg, 1894

Seite: 298
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Es ist müersagt, die zur Abfuhr des Jnhalts der Abtrittsgruben dienendenWagcn,
seien diese gefüllt oder geleert, auf den öffentlichen Straßen oder Plätzen der Stadt rmd
deren nächsten Umgebung längere Zeit stehen zu lassen, als dies zum Zwecke der Grnben-
entleerung erforderlich ist.

Die Bestimmungen dieses Paragraphen haben für den Stadtteil
Neuenheim mit der Matzgabe Antvendung» datz die Reinigung voa
Kloaken und Abtritten und die sogleich vor-unehmende Abfuhr ihres
^»nhaHs nicht vor nachts 11 Uhr und in den Monaten April dis
Oktober nicht nach 7 Uhr» in den übrigen Monaten nicht nach
8 Uhr morgens bewirkt werden darf.

is 18. 2ur ^bkubr Ü68 Kloglreu- uuck ^btrittäüngers uuä jeäe8 Ufublvva886rz
überbaupt, 8ovvi'e aueb 2ur Vbtubr vou 8ebutt unä äergl. äürt'on nur voblver-
vabrte ^Vsgen unä Lebälter vervenäet xveräen. ^Ver äie 8tra88e bei ^btubr von
vüngsr ete. veruvreinigt, wirä be8tratt.

2ur ^Vbtubr äk8 ^btrittinbalts äiirten nur va83eräiebts ka88or vervvenäet
veräen, velobe äurek Iriebtoröllnungen, äie in äer Vlitte ibrer ll'iete nnt vobl
eingetügtsn Iricbteräeckeln ver3eblie88bar sinä, 2U küllen unä äured gut in äie
I'a88böäen unä äie 6argeln eingepa88te, äured 8eblie88en betestigte ä?büredon ru
entleeren sinä.

^.ueb äer vunggrubeninbg.lt, ä. i. Viebäünger unä anäerer, niebt mit men8ob-
lieben blxeremevten vermmebter vnrat äart, 8oveit er tlüssig ist, nur in odigeu
I'ässern, im übrigen aber nur in testgetügten Lastenvagen lvorävagen) abgekübrt
veräen.

'iVeäer ^btritt- noeb vunggrubeninbalt äart aut äie 8tra886 gelegt veräen.
vür äie niekt naeb obiger Vorsebritt bevirlcte vaäung sinä niebt allein äis
b'ubrleute, sonäsrn aucb äie äie Vaäung bevirlrenäen Vungbänäler unä berv.
^.rbeiter verantvortliek. — vie r:ur vungabtubr äienenäen b'ässer oäer ^Vagen
sinä in äsutlicber unä baltbarer lVeise mit äew l^amen äes Iligentümers rn
verseben.

§ 18 a. ver läaubesitrer ist verplliebtet, auk Verlangen äer koliriei äen
^swen äessen auriugeben, äer äie blntleerung von 6rube nnä ^btritt unä äie
^btubr äes Inbalts vorgeoommen bat: anäerntalls bleibt er selbst tür alle
vebertretungen verautvortlieb.

Ausführung von Dünger und Pfuhl durch Landwirte.

tz 19. Den hiesigen Landwirten, welche trockenen Stalldünger oder Pfuhlwasser
auf ihre Felder zu führen haben, isi — vorausgesetzt, daß sic geschlossenen Hofraum
besitzen, in dem die Ladung geschehen kann — gestattet:

während der Monate September bis 1. Juli trockcnen Stalldünger bis mit-
tags 12 Uhr und Pfuhlwasfer zu jeder Stunde des Tages,

während der Monate Juni, Juli und August trockenen Stalldünger bis
morgens 8Uhr zu ladcn und auszuführen; bezüglich der Abfuhr von Psuhl-
wasser während der letztgenannten drei Monate blelbt es bei den in tz 17 Abs. 1
festgesetzten Zeitbestimmungen.

Diejenigen Landwirte, welchc aus Mangel an Hofraum genötigt sind, auf der
Straße zu laden, sind hinstchtlich der Abfuhr von trockenem Düngrr und von Pfuhl-
wasser an die in tz 17 festgesetzten Zeitbestimmungen gebunden.

Bei besonderen Witterungsverhältnissen, z. B. bei Glattcis, kann das Bezirksamt
nach vorherigem Benehmen mit der Feldkommission den hiesigen Landwirten die Ab-
fuhr von trockenem Stalldünger an einzelnenTagen auch zu andern als den vorbezeich-
neten Zeiten gestattcn. Endlich dürfen dieselben, wenn die Dungstätten in Folge
rines Platzregens überschwemmt sein solltcn, Pfuhlwaffer zu jeder Jahres- und Tages-
zeit ausführen, ohne daß es hierzu einer besonderen Erlaubnis bedarf.

tz 20. Zur Ausführung des Düngers ist, soviel immer möglich, der Weg über die
Haupt- und Leopoldstraße zu vermeiden, und soll die Zwingerstraße, Plöckstraße,
St. Annagasse oder die Neckarstraße eingeschlagen werden.

Reinigung der Seitenkanäle.

§ 21. Die Reinigung der unterirdischen Seitenkanäle ist von den betr. Haus-
besitzern jedes Jahr und zwar gleichzeitig mit der von der Gemeindebehörde angeord-
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