Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1894 — Heidelberg, 1894

Seite: 356
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v. Iiivalidilälv- und Nltervverftcherung.

NeichSgesetz vom 22. Iuni 1889.

!. Nach Maftgabe dieses GcsetzeL siud verpflichlel,

vvm vottendeten 16. LebenSjahre av

1) Persoueu, welche alS A rbeiter, Äeliilseu, Gcselleu, Leluliuge oder Dienst-
doteu gegeu >2obu oder Gehalt beschäfligt werde».

2) Betriebsbeamte sowie Haudlungsgebilfeu uud -2ebrli>igc (M-
schlieblich der iu Apotbekeu beschästigtcu Gebitseu uud ^ebiliuge», welche Lolm odcr
Gebalt beziebeu, dereu regelmäsuger Iabreoarbeilsverdieust au 2obu oder Gebalt al'n
20M Mark uicht übersteigt lvergl. Gesev ^ l Iiffer 1 uud 2>.

lDer BersicheruugSzwaug kauu durch Borichrift des Buudesrates sür bestimmle
Berufszlveige auch auSgedebut werdeu alls Betriebsuuleruebmer, ivelche uicht rcget-
mäffig eiueu Lobuarbeiter bescbäsligcu ldi lci ume ister) uud auf die sogeu. HauS-
gelverbetreibeudeu. So lauge ciu solcher Bescbluff des Buudesrates uicht er-
gaugeu, köuueu sich diese Mitglieder f reiwilli g versicheru. W 2, 8 des Ges.)

Die Form, iu welcher der ^ ol, u ausgezablt wird iIeitlobu, Stücklobu, Tauiimue,
Gebübr, Triulgeld) isk gleichgiliig, uur gilt die bloffe l'iewäbruug vou freiem llutei-
balt uicht als ^obu im Siuue dieses Gesetzes, aueb uichl, iveuu eiu kleiues Tascheugeld
damit verbuudeu ist. (Auders im dt raukeuversicheruugsgcsetz ) Die Beschästi-
guug brauchl keiue läuger andauerude zu seiu, es genügt z. B. Arbeil eiuer 8»»den-
uäberiu, Waschsrau. Persoueu, welche bei wechseludeu Arbeitgeberu beschäsligt si»d,
siud jedoch daii» nicht versicheruugspftichtig, weuu sie als selbststäudig, d. b-als
gewerbliche Uuleruehiuer auzuseheu siud (z. B. I-riseuseu, Dieuslmäuuer, ^ohudieucr).
DaS Gesetz erstreckt sich auch auf A uSIäuder, die iu Deutschlaud arbeiieu. Ber-
sicheruugspftichtig als Gebi lfeu sind iusbesoudere auch die sog. Privaibeamteii,
Büreaubeamte der RechtSauwälte, Noiare, der dkorporakioueu, Bereiue .x.

B esreit vou der Bersicherungspftlcht siud (8 -l Abs. l deö Ges.>:

Beamte des Neiches, der Btiudeöstaateu uud dkommlliialbeaiule, die mii Pen-
siouöberechtiguug angesleUt siud.

Auf ihreu Autrag köuueu besreit lverdeu Persoueu, welcbe vom Neicb, Staat,
Peusioueu, Wartegelder oder eiue Uufallreiite bc-iebeu.

i)luögeschlossen vou dem Giutritt iu daö Bersicheriiugöverbättuiö siud solchc
Persoueu, welche nichl ciitiual eiu Drittel deö gewöbulicheil oriöüblicheu Tagelolmö
verdieueu köuueu.

II. Gegeustaud der Bersicheruilg ist:

eiue Ittvalideureillc im Falle eiuer dauerudcu oder läuger alö eiu Iabr au-
halteudeu Grlverböunsäbigkeit (d. b. weuu der Bersicherte uicht mehr eiu Driltel
des gewöbulicheu Tagelobnö verdieueu kau»);

eiueAlterörente, wenu derBersicherte 70Iabre all gewordeu ist, ohue erweidö-
uiifühig zu )eiu. (Tieselbe crscheint als Iulage zu dem soust uoch zu crwerbeudeli
Giukommenj.

M. Borauösetzuug des Ansprucheö auf die Reute ist:

Die Iahluug vou Beiträgen wäbreud eiucr gewisseu Wartezeit. Letztere bei
der Iuvalideurente 5 Iahre, bei der Altersreute 30 Iabre, das Iahr jeweilö imr
zu 47 Wocheu berechnet. (lluverschuldete Kraukheiteu werden miteingerechiiet, weim
sie gehörig bescheiuigt siud, ebeuso militärische Dieustleistuug.)

Die Beiträge für die hiesige Stadt betragen für

mäuuliche Personcn wöchentlich 24 Psg. (III. Masse)
weibliche ,. „ 20 Pfg. (U. ).tlasse).

Dereu Gntrichtllug erfolgt durch Giukteben vou Beitragömarlen iu besou-
dere (vom B u r g e r m eiste r a m t e auözustelleude) Quittuugökarteu.

Das Giuklebeu besorgt mit weuigeu Auöuahmeu die Gemeiudeversiche-
r u ugsk n s s e (Diknstbotenkraukenkasse) uud die Ortökrankenkass e. Diese erhebeu
die Beiträge siir die Iuvaliditätsversicherung gemeiuschastlich mit deu Ktraukeuversiche-
rnugöbeiträgeu. Die Arbeitgeber müsseu die Beiträge ganz vorschieffen, kölineu jedocb
die Hälfte wieder deu Bersicherteu in Aurechmmg bringeu. Bei wechseludeu Arbeit-
geberu hat derjeuige, welcher den Bersicherteu zuerst in der Woche besäiäftigt, deu Be>-
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