Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1894 — Heidelberg, 1894

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XV. Mitteilungen nber:

1. Das Nb- nnd Inschrribcn drr Grnnd-» Hänser-, GeU'crb- nnd

E i nkornm ensteuer.

2. Die FeMellnng der Kapikalrerrtenlreuer.

a. Das M- mid Zuschreibcu dcr Gruud-, Häuser-, Gcwerb- rmd Giukommcii-
sleucr siudet alljährlich iu eiuer oom Schahuugsrat zu bestiuimcuden, iu dcr Regel in
deu Monat Mai fallcuden Zeit, die jeweils in deu Lokalblätteru besouderS bekannt gc-
macht wird, auf dcm Geschäftszimmer dcs Schalzuugsrates im Rathause dahicr statt,
Ucber dieses Ab- uud Zuschreibeu ist zu bemerkeu:

I. Ju Bezug auf die Gruud- und Häusersteucr: Wer wegcu Wcchscls
iu der Persou des Pflichtigeu ab- uud zugeschricben haben will odcr aus einer andern
Ursache die Berichtiguug oder dcu Strich seiues Gruud- odcr Häusersteuerkapitals ver-
laugt, hat selbst oder durch eiueu Bevollmächtigteii zu erschciueu, uud soferu es sich iim
dasZuschreibeu au eiue dritte Persou handclch dicse letztcrc zum gleichzeitigcuGrscheilicil
zu beraulasscu. Alle Veräudcruugen, welche im Gruudbiiche eiugetrageu siud, wer-
deu übrigens oou Amtswcgcn ab- und zugeschrieben.

II. Ju Bezug auf die Gewerbsteuer: Der Gcwerbsteuer uuterliegt das
Betriebskapital der im Groscherzogtum betriebeueu gcwcrblichcn Untcruchmuugeu ans-
schließlich der Land- uud Forstwirtschaft, vorauSgesctzt, daß das steuerbare Betriebs-
kapital mindesteus den Bctrag vou 700 Mark errcicht.

Die gewerbsteuerpflichtigen Pcrsoueu, müunliche uud weiblichc, Jnläuder oder
Ausläuder, auch gewerbstcuerpflichtige.O.orporatioueu, Verciue, Gesellschaftcu haben
slliristliche oder mündliche Steuercrkläruugen abzugebeu:

a. weuu sie eine der Gewcrbsteucr uuterliegeude Uuteruehmuug bcgoiincii
habcu, aber noch nicht zur Gewerbsteuer augelegt sind;

b. weun sich ihr Betriebskapital nach dem Staud der maßgebeuden Verhältnissc
am 1, April des Jahrcs über deu bcrcits besteuerten Betrag um mindesteiis
5 Prozent und mindestcus um 700 Mark crhöht hat.

!II. Jn Bezug auf die Giukommeusteucr: Dcr Einkommeusteucr uutcr-
liegt — vorbehaltlich der im Gesetze vorgeseheuen Alisnahmen uud Beschränkungeu —
das gesanite in Geld, Geldeswcrt odcr in Selbstbeuützung besteheudc Eiiikommeii, wcl-
ches eiuer Pcrson aus im Großherzogtum gelegencu Grundstücken und Gebäudeu, aus
auf solchen Liegenschafteu ruheuden Gruudrcchten uud Grundgefällcn, aus im Groß-
herzogtum betriebener Laud- uud Forstwirtschaft uud dcn dasclbst bctriebenen Ge-
werbeu, aus öffentlichem oder privatem Dicustverhältnis, aus wisseuschaftlichcm odcr
lunstlerischem Beruf oder irgend anderer gewiuubringendcn Beschäftiguug, sowie aus
Kapitalvermögeu, Renten und andereu derartigen Bczügcn im Laufe eines Jahrcs zu-
fließt und zwar ohnc Rücksicht darauf, ob cs von auderen Steucru bercits getroffen
wird odcr uicht.

Steuerpflichtig sind:

1. Landes- und sonstige Rcichsaugehörige, wclche ihren Wohnsitz (Aufeuthalt) im
Großherzogtum haben, dcsgleichen Ncichsausländer, welche dcs Erwerbs wegen ihren
Wohnsitz im Großherzogtum habeu: mit ihrcm gesamten steuerbaren Einkommcn.

2. Neichsausläuder, welche nicht des Erwerbs wegen ihreu Wohnsitz im Großhcr-
zogtum haben: mit ihrem aus reichsinländischen Bezugsguellen fließenden steuerbarcn
Einkommen.

3. Personeu, welche nicht im Großherzogtum wohnen: nur mit ihrem Eiiikommcn
aus im Großherzogtum gelegenem Grundbesitz (einschließlich von Gebäuden) und dcu
daselbst betriebenen Gewerben sowie mit ihren Gehalts-, Pensions- und Wartegcld-
bezügen aus einer badischen Staatskasse.

4. Aktienaesellschaften und Kommanditgesellschaften anf Aktien, Konsumvereine
mit offenem Laden, eingetragene Genossenschaften mit bankähulichem Bctrieb nnd auf
Gegenseitigkeit gegründete, unter Verwendung vou Agenten betriebcne Versicherungs-
besellschaften: mit demjenigen Teil ihres stcuerbarcn Einkommeus, welcher dcmUmfaug
ihres Geschaftsbetriebs inuerhalb des Großherzogtums entspricht.

Personen, deren Einkommen (nachAbzug der zum Erwerb und Mr Erhaltuug des-
selben zu bestreitcnden Auslagen, der auf dem Einkommen ruhenden Lasten und der
von ihnen etwa zu entrichtenden Schuldzinsen) den Betrag von 500 Mark jährlich nicht
erreicht, nnterliegen der Einkommensteuer nicht. Auch sind Gehalte, Pensionen und
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