Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 269
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Im Falle da-s Pslegekrnd siiidt. liar dcr Psleger deu Tod «n-
verzüglich dem Leichenschauer isr 3 der Pcrordnmisi vom l<!. Dezcmber
die sanitätspolizeilichen Maßrcsielu in Bezusi aus L.'eicheu- und Besiräbnisstätlcu betr.)
und der Ortspolizeibebürde anzuzcisicn.

3. Dic Ortspolizeibehörde verlässigt sich von Zeit zu Icit über das Besiudcn
des Megekindes und die Art sciuer Abivartuug, veranlam die sosortige Abstclluug
ctwarger Mißstände und zicht gcciguetenfaUs dic ertcilte tteuchnilsiunsi wiedcr znriick.

ß 4. Die Psleger sind verpflichtet, den Bezirksrätcn, den Mitglicdern dcr Armeii-
behörde, in Ortcn, wo Frauenvereine bestehcn, die dic Uebenvachüug dcr Pslcgekindcr
übernommen haben, den Mitgliedern diescr Bcrcinc, der Ortsvolizcibchörde und dcn
von ihr beauftragten Persouen jederzeit den Zutrilk zu der Wohuuug des Pflcgckindes
zu gewähren und jcde geforderte Auskuilst zu errcileii.

Dcr Pfleger ist verpflichtet, im Falle wirklicher Crkrnnkung dcs
Kindes einen approbierlen Arzt beizuziehen.

8 5. Ucber die in der täemcinde gegen (5'iitgclt in Pflege siksicbcncu .oiuder nnter
7 Iahren hat die Ortspolizeibehörde ein Berzeichuis uach enicin vom Bczirksamt sest-
ziistellenden Schema zu führen und jeweils auf lö.Ianuar und 1ö. Iuli eiuc Abschrist
hievon dem Bezirksamte vorzulcgen.

8 6. Pfleger, welche den Bcstjiniuuiisien dieser Borschrist zuividerhandeln, wer-
den än Geld bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 8 Tagcn bcüraft.

v. Vie Schlirsiung der 'Wohmmgen znr Nnchkzeit.

Ortspolizciliche Borschrikt vom 19. Februar 1866.

Jcder Hauseingang muß währeud der Nacht vou 11 Ulir an sicschlosscu jciu.
Uebertrctungen werdcn nach Maßgabc des tz 57 Ziff. 2 des P.-Sr.-G.-B. an Gcld bis
zu 10 Mark bestraft.

L. Festsehung der 'Polizeistunde.

Ortspolizeiliche Borschrist vom 20. März 1877.

Die nächtliche Polizeistuude für die Smdt Heidclbcrg lvird aus 12 Uhr fcslgcscv!.

Auszug

aus der bezirksamtlichen Verfüguug vom 2. Noveinber 1891 Nr. 76067,
betreffcnd die Handhabung obigcr Borschrift
(ergangcn an sämtliche Wirte der Stadt Heidelberg).

C'iue Fcstseßung der Polizeistunde auf eine spätere Stunde alS 12 Uhr, iü durch
Berordnuug Großh. Ministeriums des Jnnern vom 22. Oktober 1864 ausdrücklich
verboten. Diese Verorduuug räumt der Polizeibehörde nur die Bcfiignis ein, eiue
Verlangerung der Polzeiftuude bei besonderen Aulässen an einzelncu Tagen für allc
oder einzelue Wirtschafteu zu gestatten. Cbenso könncu eiuzelue Wirtschafteu, welche
zu diesem Zweck den Ncrchweis eiues besondcren Bcdürfnisses des Publikums zn er-
bringeu haben, von der Polizeistunde vollstäudig befreit werden.

^ Bei durchaus strenger Durchführung der beslchendcil Borschrifteu müßte durch dic
Schußniannschast der Cintritt der Polizcistuude ciue Biertclstunde vorhcr, alio iiin
11Vr llhr augekündigt werdeu und es würdcn alsdaun dic nach einsietrcieucr Polizei-
stunde, d. h. nach 12 Uhr noch iu deu Wirtschaftcu auweseudeu Gäüc, welche üch rrotz
ergangener Mahnung nicht entfernt haben, behufs Beürannisi zur Anzcige gcbracht
werden inüssen; ebenso die Wirte, welche nach Cintritt der Polizeistunde (12 tthr) daS
Wirtschaften nicht eingestellt oder ihre Gäste nicht an Cntfcrnuiig siemahnt haben.

ttm eine derartig streuge Handhabuiisi der siesetzlichen Bestiiumiingcn, wclche wohl
kanm im Jnteresse der Wirte gelegen sein dürfte, zu vermeideii. beüand biS jetzl dahicr
die Uebung, daß für die Entfernung der Gäüe aus den Wirtschaften nach Ciutritt der
Polizeistunde ein gewisser Spielraum zngelasseu wird, daß aber spätestens eine
Stunde nach Eintritt der Polizeistunde, also spätestens um 1 llhr
die Wirtschaften geräumt und geschlossen scin müssen. Wir find be-
rell, gegcn das Beibehalten dieser Uebung auch ferncrhin nichts einzuwenden, erwarten
aber einerseits, daß die Wirte selbst die Gäste spätcstens mit dem Cintritt der Polizei-
stuiide (12 Uhr) zum Ausbruch mahnen und habcu andrcrscits dic Schutzmannschaft
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