Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 293
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seiii iind keiiie leicht eiitziiiidlicheii MMischnde sich iii dei lllähe desiilden. Die zrniriiii-
piivtliiirchen ninssen veischlossen sein. lleber nlle diese Pnnkle <1 bis it) hcu sich der
Mejster vor Beginn der Arbeil gennn zn verlnssiqen.

4. Die ^eil fiir das Ansbrennen ist so zu wüblen. dast das (üeschäfl bis späte-
slens zwei Uhr uachmittaitc' beendet ist. Das Ansbrennen dart' an keinem stnrmischen
Tage imd weder bei §ros;er zrälte noch bei anbaltender .viue (reschebeii.

Fn (tjebändkii mit Strob- oder Schindclbcdachniist soll das Aiisbreiinen nnr in
de» Monaten Aovember bis April vorizenommen iverden.

5. Vor dem Beginn desselben sind die nötiiien Borsichlsmnsneqel» zu treffen,
iii» dem binansschlakendett oder ttberbandnebttienden Fener dnrch Berschlnst der Deff-
il»ng des Kamins mit Platten oder eisernen Deckeln nnd dergl. sogleich mik Erfolg
begegnen zn köniien. Anch ist vom Hansbesiver ei» znreichender Wafservorrat in das
paiis uild insbesondere in die Aäbe des Kamins zn schaffcn. Auf dem Dache ist cine
lleberwachung der Kaminansmiindniig dnrch einen ttlebitfen nötig, nnd in den Zwi-
schenstockwerken das Kamin dnrch eine znverlässige Person zn beobachte». Bn beson-
ders gefährlichen Fällen, wie iiisbesondere anch bcim Alisbreiinen in (stebänden mit
Slroh- oder Schiiidelbedachilirg, ist für Bereilbalning einer Spriize fowie siir den
Beizng von Hilfsmannschast Sorge z» tragen.

Ist in einem C>lebüiide mit Stroh- oder Schindelbedachniig das Ausbrciinen ans-
»abmsweise ls. Biff'. 4 a. 6.) in der Sommerszeit vorzniiebme», so miissen austerdem
»assc Tiicher in die Aähe des Kamins ansterbalb des Daches aufgelegt nnd dieselben
sortgeselZt mittelst einer Haiidsprwe besprigt wcrde».

(>. Fst ein Kami» in das andere gesührt, so mnst znnächst das obere nnd dann
das niilere aiisgebrannt lverde». (i-bcnso ist bei mehr als dreistöckigen Hä'nsern^uerst
iin oberen Stock mit Dachranm ansziibrennen nnd dann erst in dem nnteren Vtack-
werke. Bei iiebcneinairderliegende» Kaminen ist dnrch sorgfältigcn Abschlnst Fürsorge
z» treffcn, dast sich nicht beide gleichzeitig eiitziinden.

7. Aach dem Arisbreiineii ist das Kamin mit Kngel nnd Biirste zn dnrchziel»en.
Anch ist vom Kamiilfeger dafür zn sorgen, das; das Kamin nach beendigtem (steschäste
noch einige ^eit dnrch eine vom .vansbesiizer bestellte zuverlässige Person beobachtct
wird.

(j. Das zum Ansbreiinen ersordeiliche Makerial bai der Kaminfeger anf eigene
Kosten Hii stellen, worans bei Festsegnng der Taxe fiir das (steschäft Rückffcht zu
nelnnen tst.

ts 15. Ileber die Feit dcr Reiniglliigen wird bestimml:

1. Küchenkamine sind alle drei Monate, wenn sie aber den Ranch von drei oder
mehr Sfenröbren gleichviel in welchen Stockwerken aufnehmen, während der
Osknfellerungszeit alle zwei Monate zn reinigen.

2. Kamliie, welche aiisschliesjlich zn Sefen nnd anderett nnr im Winter gebrauch-
ten Feueruiigs-Attlagen gehören, sind wäbrend der Sfenseirerllttgszeit alle 2 Mouate
zu reinige». Bei Kaininen von Lnst-, Dampf-, Warm- und Heistwasserheiznngen hat
während der Beniiynngszeit die Neiiiignng alle Monate stattzilsindcn.

ll. Monatlich müssen gereinigt werden:

Die Kaminc der Bäcker nnd Wnrstler, die Küchenkamiue bei (üastwirten und
ähnlichen (stewerben, die Kamine der Bierbraner während der Branzeit, der Brenne-
reie», Trocken- odcr Dörranstalten während der (Kebrauchszeit. AUe zwei Monate
sind die Kamine der Schreinerwerkstättcn zn reinigcn. Die Kamine der Schlosser- und
Schiniedewerkstätten, sowie die Kamine sonstiger Feuerarbeiter sind einmal jähr-
lich zn reinigen (Ges.-Bl. 1889 S. 104).

Enge, sogen. russische Kamine nnterliegen hinsichilich der Zabl der Reiniguugen
den allgemeinen Bestimmnngen.

5. Kamine, welche ansschliestlich fiir Badezimmer oder welcbe si'ir Wasch- und
Backöfen dienen, die nnr zeitweise beniitzt werden, sind jährlich zwermal zu reinigen.

6. Fabrikkamine, welche nmbant sind oder in der Rähe von (tzebäudeii stehen,
sind zweimal, freistehende Fabrikkalttine jährlich einmal zn reinigen.

Wenn die Bornahme der Reinignng eine besondere Störnng des Fabrikberriebes
verursacht und nachgewiescn wird, daß sich bei dem sehr starken Fuge des Kamins kein
Rust, noch weniger Glanzruß ansetzt, kann das Bezirksaml die Zahl der Reittiguiigelt
noch weiter herabsetzen oder bei aut erhaltenen, ganz freistehenden Kaminen auch dem
Eigenlumer die Besorgnng der Neiiiigung überlaffen.
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