Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 315
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8 18. Hunde und andere Tiere dürfen in den Wagen nicht milgenommen wer-
dcn, ebensoweuig Gepäck, welches durch seincu Umfang, liblen Gcruch oder schmutzige
Beschaffenhcit den Mitfahrcnden lästig werden kann.

Geladene Gewehre find vom Transport gänzlich ansgeschloffen.

tz 19. Mit dem Ertöncn dcr Bahnfignale har das Pnbiikum nch übcrall von der
Bahn zu entfernen. Kein Fuhrwerk darf die Gcleise der Bo.hn — sobald nnd soweit
der Fahrdamm der Straße frci ist — bcfahren.

Alle Fuhrwerke haben den ihnen eittgegenkoiiiincnden oder nachrolgendcn Pferde-
bahnwagen vollständig und soweit ailsznwcichcn, daß dcr Prcrdebahnwagen ohne
Aufcnthalt passieren rann.

Beim Begegnen von Truppen und Pferdcbahnwagen gclrcn jcdoch folgende be-
sondcre Vorschriften:

1) Im Fallc eine geschlossene, im Trirr marschiercndc Truvpenabreilnng die
Pferdebahn krenzr, dürscn dic Wagen nnr am Gnde der Abreilung durchfahrcn.

2> Bei Kreuzuiig mit eincr Trnppcnabreiluiig, welche sich nichr in nrcng geschlos-
scner Srdnnng und im Tritt bcwcgt, ist das Turciisahrcn dcr Bainnvagen schon am
Endc der einzelnen Kompagnien gestatter.

8> Wenn Pferdebahnivagen ciner niarschiercndcn Trnvvenabrcitung begegnen
oder diese einholen, inüssen jene so lange halrcn bezw. hinrer der Abreilung herfahren,
bis es dieser möglich geworden, das Bahngeleise frci zn machcn.

Feuerwehrabteilungcn, welche zu ciner Brandstärre eilen, mus; die Pferdebahn
vollständig, nörigenfalls durch Ginstellcn der F-alirr Plaiz machen. — Nückr die Feucr-
wchr zn einer Uebnng aus, so gelren die Borschrifrcn diescs 8 Abs. 8.

Das Aachahmcn dcr Signale nnd andcrc.Iandlungeii, durch ivelche eine Srö-
rung des Berriebcs veranlastt werden kann, sind verboren.

8 20. Der Unrernehnier ist verpflichrcr, den von ilnn zn unterhalrcnden Bahn-
körper nnd die Haltcpläize zn reinigen und von Schnee und Gis zu befreien. In den
ungepflästcrtcn Strasten ist besondere Sorgfalr auf die Aeinbalruug der Pslasterüber-
gänge zn verwcndcn. Soweit sic inncrhalb der Geleise liegcn, sind dieselben bei Gin-
trelen von Frost oder Schneefall nach der Aeiniguiig mir Sand zu bcstrcuen.

Dcr bei dcr Reinigung der Schicnen des Bahnkörpcrs und der .valrcpläize fich
ergcbcnde iLchinulz ist sofort abzuführen. Desscn Iusaunnenhäusung har bci gckuppel-
ter Doppclbahn innerhalb bcidcr Geleise, bci cinfachcr Babn znr Seiie dersclben zu
geschehcn.

Die Abfnhr des von dcm Bahnkörper eiiifcrnicn Lcimces har nur bci stärkercn
Schneefällen nnd nur auf besonderes Berlangen der Polizeibebörde zu geschchen.

DaS Streuen von L-alz ist nur mit besonderer Bcivilligung der Pchizcibchörde
zulässig.

Falls durch die Eisbildung auf der Srraste sich diesclbc gegenüber der Schienen-

planie crhöht, so har der Unternehmer dicse Erhöhung gegen dic Balm abzuflachen
und den Abraum abzufahren, damit für das übrigc Fuhrwcrk keiue Srörung im Ber-
kehr auf der Straste beim Ueberschreiten dcr Bahn enrstchr.

^ Werden bei stärkerem Schneefall durch die Räumung der Bahn und Abfuhr des
Schnces aus derselben für dic Fuhrwcrke Verkehrsstörungen erzeugr, so ist, icdoch nur
sofern der Stadtrat oder dic Polizeibehörde dies verlangr, der Balmberrieb vorüber-
gehend einzustellen.

8 21. Dnrch das Auf- und Abladen von Gürcrn, durch die Reinigiiug von !2a-
trincn, sowie durch das kAiederlcgen von Baumarerialen, Kohlen, Koaks und sonstigen
Gegenständcn darf dcr Betrieb dcr Pfcrdcbalm nichr behinderr werben.

Liegr die Bahn nichr in der Rlirrc, sondern auf einer Seire der Srraste, so darf
das Auf- und Abladen von Gütern, das Ricderlegen von Baumarcrialien :c. nur auf
dcr cntgcgcngcseizren Strastenseire vorgenommen iverden. Fm besouderen dürscn
Fuhrwerk uud Bich in der Nähe der Geleise der Pferdebalm nichr aufsichrslos gelassen
werden oder stehen bleiben.

8 22. Der Fahrplan, der Tarif und ein Gremplar dicser Borschrür sind in jedem
Wagen anzuschlagcn.

8 28. Beschwcrden entschcidet das Bezirksamr.

Ucbertretungcn dieser Borschrist werden gemäst 8 184a des P.-Srr.-G.-B. und
8 860 Zjffer 10 des R.-Str.-G.-B. mit (stcld bis zu 150 Mark oder mir >?asr bis zu
14 Tagen bestraft.
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