Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 323
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8 2. Es dürferl arrf de» Führc» nur jovielc Fnhrwerke luttleiemmrder aufo.estellt
rverd'en, das; das Zugvieh des vordcren rmd die Räder des iriiueren Fnhrwerks nicht
arrf dic soacnannte Landrrngsbriicke zn stehen koiiiiiieii

Die Fahrzenge diirsen nicht über ihre Tragsätngkeil belaüel werden iind iililsseil
mit cincr dentlich erkennbaren inid danerhafleii Bezeichuuttg des sogeiiamlteii Freibords
in einer Breile von 15» em von dein oberen Bordraud nach dem Wasserjpiegel gemessen
anf beiden Ansreilselten versehen sein.

Betrnnkene Personen darf der Fährmann nicht überseveii.

8 3. Ist das Firhrwerk anf die Brücke eingesahren. so bat der Kntscher bezw.
Fiihrrnann abznsteigen und seine Zngtiere so lange z» halwn, bis die Fahre jenseits
angetangt ift.

8 4. Das vorderste nnd hinterste Fnhrwerk sind, soiange dieselben ans der Fähre
stehen, zn sperren oder gehörig zn nittcrschlagen.

8 5. Heerden und Fuhrwerke dilrsen nrcht gleichzeitig übergesetzt werden.

Giiizelne Stncke Bieh müssen während des llebersetzeiis aiigebiiriden sein.

8 6. Die Uilternehmer der Fähre haben sür die gmc Fttslandhaltung derselben
Sorge zn tragcn.

Die Fähre samt Bnliehör stud beznglich ihrer Ladnngssäliigkell, Tanglichkeit nnd
Bollständigkeit zweimal jährlich — im März rmd Sktober — a»s Kosten der Uitter-
nehmer dnrch die Grofch. Rheinbauinspektioii zn nittersncheii.

8 7. Die Fährlente werden vom Stadtrar bestellt und vom Bezirksamt verpslichtet.
lt'S dürfen hiezn nur znverlässige, des Fahrens kuiioige, krastige, erwachsene männliche
Personen verwcndct werden.

8 8. Die Ueberfahrtszeit wird, wie folgt, festgesetzt:

Bom 15 März bis 15. Oktober: von morgetts 4 bis abeilds 1l Uhr.

Jn der übrigen Zeit: von morgens 5 bis abends 8 llhr.

8 Bei Hochwasser, EiSgängen und iiiignnstigem Wetter soll die lleberfahrt,
sofern diesclbe mit Gefahr verbnnden ist, ganz eingestellt iverden. Befngr znr Gin-
stellimg und verantwortlich fnr dieselbe ist das Grosch. Bezirksamt als Polizei-
bchörde.

8 10. Wird die Fähre bei Nacht betrieben oder mnst dieselbe wegen besonderer
Uiiistnnde während der Nacht am Leinpfadiifer beigelegt werdeii, so dast dadurch der
Leinzng gehindert wird, oder die Fähre in den Bergweg hiiieinragt, so ist die Fähre
mit einer unlinterbrochen helllenchteiiden Laterne von weistem Lstlas 5 m hoch iiber dem
Wasser zn versehen.

811. Der Fähre soll ein Ncltnngsilachen mil vollständiger Fahreinrichtung sowie
ein Nettungsriiig (Korkring) mit Leinen beigchängt wcrden.

8 12. Ls'he die Fähre in Bewegniig gesetzt wird, mnst ein weilhin hörbares Beichen
mit einer Glocke gegeben werdeii; wenn es dnnkel oder nebelig ist, wird dieses .'leichen
in kürzeren 'jwischeiirünmeii so lange wiederholt. als die F-älne in Bewegnng ist.

...8 Der Lagerplatz der Fähre im Nnheziislaiid nnd siir die Berg- nnd Thal-
schissfahrt ist anf dem linken Ufer bei Cchlierbach. Die Fälire darf also anf dein
rechten User bei 'tiegelhailsen nicht länaer anlialten, als znni Gin- nnd Ansladen cr-
sorderlich ist.

8 14. Die Fähre darf vo» ihrem Lagerplatz nichl absabren, weiin sich ein «chiff,
Cchiffözug oder Flost der Fähre so weit genähert hak, dast ein .'stffaiiiineiitreffett der
letzteren mit den a»f der Fahrt begriffeneii Fahrzengen zn besürchten ist.

Zur genailen Beobachtnng dieser Borschrift werden an der Führe auf eine nach
der Oertlichkeit zu bemesseiide Fntfernnng ober- nnd nnterhalb Wahrschaupsähle
errichlet. Sobald das Schiff oder das Borderteil des Flostes diese Wahrschan erreicht
hat, ist der Fiihrer der Fähre verpflichtet, das F-ahrivasser srei zu halten, bezw. nnver-
züglieh frei zn macheii.

8 15. Alle Handlnirgeil. welche die Uebersahrt erschweren, die Ueberfahrenden be-
lästigen oder gefährden, sind verboten.

Die Fährlente haben für Grhaltnng der Ordniiiig nnd Sicherheit des Berkehrs
bei der Ueberfahrt zn wachen; anstäiidiges und hösliches Betragen wird denselben znr
Pflicht gemacht.

Btschwerden hierwegen gehen an das Grosth. Bezirksamt.

8 16. Die bestehende Taxordnung vom 12. Dezember 1874 bildet einen Bestand-
teil dieser Fährordnung.
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