Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 325
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tz 4. Wenn ein Fahrzeug nen oder nach Vornahme einer erheblichen Repararur
in (^cbranch genommen werden soll, so ift vorber dcm Bezirfsamle Anzeiae zu er-
statlen. - Das Bezirksainl veranlaftt sodann jedenia!l-r un erftcren Fali eine Prü-
fnng dcs aiigemeldeten Fahrzeiisis hinsiehllich seiner Ziaieriieu, Branriidarkeii uud
Tragfähigkeit, soivie hiusichtlich der Rnsrusinng nnd erieilr dein Besirzer eine schrisl-
liche Bcscheiuigung iiber das (srgebnis dieser Prüsnna.

Aufterdeiu sind die Uuteruehmer verpslicluel, ibre samilichen, ini (äewerbebelrieb
verlvendeten Fahrzeuge ncbft Ansrüstnng eiuer jeiveits im Frühjaln staltsiudenden
alljährlichen Kontrole zu uuterslelleil und envaige lüebei voraesnudene Mängel sv-
sorl zu beseitigcn. Die Fahrzenge lverdeu naUi der .Aeibensolge ihrer Anmeldung
iu eiu beim Äezirksamt zn sührendes Berzeicbnis eingelragen uud erhaltcn die
diesem Eintrag cutsprechende tDrdniingszahl als Anminer, rvelüie an der Ailftenseite
des Fahrzeugs an gnt sitlubarer Dlelie des Borderieils beiderseils in entsprecheud
grofter uild dentlicher Schrift mit Oelsarbe meift ans schmarzem Grunde —
arizubringen nnd zu nnterhalten ist.

8 5. Die iu H 4 erwähute Prilfiing, sowic die alljahrliche Kontrole der Fahr-
zeuge wird von Grofth Nheiiibaulttspkktlon Manuheim vorgenommen.

§ 6. Bei Besetzung eines Fahrzeuges mil mehr als 15 Personen müssen zwei
ziwerlässige und des FahrenS knndige Lchiffssührer «vgl. 8 2 dieser Borschrift) bei
der Fahrt thätig sein.

Jn kein Schiff dürsen mehr Persoiien ausgeuorninen werden, bezw. einsteigen,
als die anf demselben angebrachte, amtlich feftgesetzle Tragsähigkeilsziffer bestimmt.

8 7. DaS Ansmieten eiues Schiffes an Persoueu unler t'2 Fahren, Betrnnkene
oder des Fahrens offenbar völlig Unkundige isk nnlersagl.

Ltindern unter 12 Fahreu därf der (5iulritt in eiu Bool unr in Begleitnng von
Erwachsenen gestattet werdeu.

Die sogeu. Grönländer und andere einsitzige Boote dnrseu niir au solche Pcr-
sonen abgegeben werden, welche nachweislich dieser Fahrweise vollkommen kuudig sind.

8 Bei Nebcl, Sturm nnd Gisgaug, sowie dauu, weun der Wasserftaud die
Höhe vou 3,2m am Heidelberger Pegel liberschritteu lun, durseu <ohne ganz triftigen
Grund) keiue Fahrten stattfiuden.

Bei Fahrten während der Dunkelbeit muft jedes Fahrzeug geuügend hell be-
leuchtet sein.

8 9. Auf Ueberfahrtsanftalteu im Sinne des Art. I Absatz 3 des Wasser-
gesctzes vom 25. August 1876 (sogen. Fähreni, welche der desonderen Genehmigung
der Berwaltungsbehörde bedürfeu, findet diese Borschrifl kerne Anwendung.

§ 10. Die bezirkspolizeilichen Borschriften vom 8. Iuli 1865, vom 8. Mai 1869
rmd vom 12. Mai l873 (Nachen- und Fährorduulrgeir), sowie die ortspolizeiliche
Borschrift für die Stadt Heidelberg vom 24. September 18M (den Berkehr mit
Nachen auf dem Neckar betr.) werden aufgehoben.

8 ll. Zuwiderhandlungen gegen §8 l—8 obiger Borschrift werdeu an Geld
bis zu 150 Mark oder mit Hast bestraft.

Tnxordnung.

Srtspolizeiliche Borschrifl vom 22. Januar 1892.

8 1- Fur die Ueberfahrt über den Neckar, gleichviel von welcher Seite aus
dicselbe stattfindet, werden erhobeu:

I. Bon den sogenannten Bägen bezw. dem Biehmarkrplatz an der
N eckarmünzgasse n a ch der Hirs ch gasse t oder umgekchrt)

u. für eine erwachsene Person.. . 10 fZ

b. für ein Kind unter l2 Iahren (soweit dasselbe nicht in Gemäftheit

des § 4 taxfrei zu befördern ist).5 ^

e. fiir cinen Hund. 3 H

II. Von allen andern Puukten des Neckarufers aus

o. für eine erwachseue Person ..5 ^

b. sür ein Mnd uuter 12 Jahreu (soweit dasselbe nichl in Gemäßheit

des 8 4 taxfrei zu befördern ist).3 ^

e. für einen Hund.2I
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