Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 327
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H 4. Das Uebersahrts-Uilternehmen erstreckl sich ausfchliestlich auf die Besör-
derung von Personen, Hunden, Handgepäck, Arbeilsgeschirr ec.

Z 5. Jede einzelne Person hat das Necht aus soforiipes Uebersenen von einem
Ufer nnf das andere. Die Passachere haben sich wäbrend der Fabrl rnhig zu ver-
halten. Betrnnkene dürfen nicht alifqenomnien »verven.

ß 6. Die höchst znlässige Zahl der Passaqiere in nach Genehmiqung (stroß-
herzoglicher Nheinbariinspektion an dem Nachen ersichktich anzudringen. Tie Nachcn
sind in gntem Stand zir halten nnd vor Fnbetrlednehmen soivie periodisch zn nnter-
suchen. Zur Bedienllng dürscn nnr erwachsene und des (cheschäns hinreichend kundige
Personen verwendet werden.

8 7. Zuwlderhandlungen werden an Uteld bis z» 15«' Mark evennieU mil Haft
bis zn 8 Tagen bestraft.

L. Das Retreten von Lisfiächen.

Bezirspolizciliche Borschrifl vom 13. Febrnar 187i).

8 1. Wer offciitlich dnrch die Zeitungen, dnrch Anschläge oder dnrch Aufstellen
von Bänken, Fegen dcr (5isftächc nnd ühnlichc Beranstallnngen das Pnbliknm znm
Bcsiiche von Eisbahnen veranlaffr, hat sparcttens am vorhergchenden Tage dies bei
dem Bezirksamte anzuzcigcn nnd anf Berlangen dieser Bebörde dnrch ein schrislliches
Zeugnis des zu diesem Zwecke bcstellten Sachverständigcn über die Tragfähigkeit dcs
Eises sich ansznweisen.

§ 2. Ein solches Zeugnis kann anch ailffcrdem jederzeil von dem Bezirksamt oer-
langt werden.

8 3. Diese Berbindlichkciten liegcn ebensowohl Privalpersonen (llnrcrnehmern)
als den Borständen von Bereinen (Schlillschnhklnbs .-e.» ob. ^

ß 4. Die Ernennuttg des Sachvcrständigcn und seines envaigen Stellvertrerers,
sotvie die Bestiniiiiiing der (ffebühr, welche er sür die llntcrsnchung und Alisftellung
des Zeugttlsses zu verlangen hat, geschiehl durch das Bezirksamt.

8 5. Das Bezirksamt kann, sobald die (ffesahr eines Einbrnchs vorlicgr, jederzeit
das Betreten der Eisfläche und die Erlassnng von Einladungen hiezn nnrersagen.

8 6. Wer, nachdem das in 8 5 erwähnre Bervol bekannr gcmachl ist, die Eis-
fläche noch ferner betritt, wird an (ffeld bis ,zn 10 Mk. bcstrafl (8 100 P.-Sr.-G.-B.).

Alle sonstigen Uebertrctilngeil dieser Borschrifl wcrden mit Geldstrafe bis zu
150 Mark oder mit Haft bestraft (8 108 Z. 5 P.-Sr.-G.-B.i.

ik'. Das Vetreten gefälrrlicher Orte.

Ortspolizeiliche Borschrist vom 13. November 1865.

DaS Begehen der am Neckarnser dahicr licgendcn Flöffc wird allen denjenigen,
welche hierzu nicht durch die Eigentümer die Erlaubnis erhalten haben, bei Bermei-
den einer Geldstrafe bis zu 10 Mark anf Grnnd des ß 1W P.-Sl.-G.-B. verboten.

6. Das Pferdeschwämmen im Neckar.

Ortspolizeiliche Borschrift vom 26. Znli 1883.

8 1. Das Schwemmen der Pferde im Neckar darf nnr stattfinden:

1. an der Schachtel bei der ehemaligcn Neuettheimer Fähre in der Berlänge-
rung der Fahrtgasse,

2. an der Schachtel hinter dem Schlachthnnse,

3. an dcr Schachtel aus dcm rechtcn Neckarnser nnlcrhalb der nenen Brücke.

An beiden Stellen dürfen die Pferde nichr weiler in den Ncckar getrieben oder

gefnhrt werden, als bis das Wasser die halbe Höhe des Bauches erreicht.

8 2. Zuwiderhandlnngen gegen diese Borschrisl werdcn mit Geldstrase bis zu
150 Mark oder mit Haft bestpaft.

L. Ländeordnnng.

Erlassen von (slroffh. Bezirksamt mit Zuslimmnng des Be.zirksrars, aber nicht als
bezirkspolizeillche Borschrifl im Sinne des ß 23 des P.-Sl.-G.-B.

ß 1. Geländete Gcgenstände sind von dcm Findcr alsbald bei dem Bürgermeister-
antt des Fundortcs bczw. a»f dem Polizeibnrcan der Siadl Hcidelberg unter näherer
Angabe der Zahl und Beschaffenheit anzumelden.
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