Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 333
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1895/0361
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
odcr zii deu Nebenbtschästiquiiqell der Landlciite der Umgcbnng ciebört,
oder dllrch Taglöhnerarbcit bcwirkt wnd;

susche^ebcilsiiiittel aller Art, sowie qeräuchcrte und acsalzene Tleischwarcii;
»l. die Wareu der Töpier, Ztübler, Korbmacher mid Besenbiiider, sernei Haus-
macherleiilwaiid, iiisoser»e sie nicht in Ltänden nerkmin wird.

i; ll. Ausgeschlossen oom Wochciiniarktverkehr isl der Berkans der in 6 2 ,ftcht
qeiianilteii Kenenstände, insbesondere dcs Schlachtvichcs, der Trödel-, ;tolouial-,
Spczerci-, Zkllrzwaren und aeisti,;er Äerränkc jeder Art, ebeni'o der Warcn der
Bllrsteilbinder, Uamiriiuacher und ,'stlckerbäckcr, sowie der Berkaus von Seesischen nnd
von ttäsen, mit Ausnahine des wciften »iäs'es und dcr nicht fabrikmäftig hergestcllten
Handkäsc.

8 4. Dic Verkäufer haben dic znm Beikaus ihrcr Waren bestimmteil Plätze nach
Anw'eisung des vom Stadtrat ernannten Marktmeisters eii'.ziinehiiieil und diirfen die
ihnen antlewiesenen Plähe nicht wechseln.

An zwci verschiedenen Orten feilznhalten, ift nnr Berkäusern solcher Waren ge-
stattet, sur wclche vcrschiedene Vcrkanfspläijc bcstiinml sind.

Personen, wclche einen bestimmten Platz srändig bennpeu wollcn, könneii das
Nccht dazn durch Bezahlung einer im Tarif verzcichnetcn besondercn tftebühr erlangen.
Dieselben erhalten eine sogeuannte Plalzsicherniigskarie, welche jedoch nnr siir dic
Dauer cincr Wochc vonr Tage der Ausstellniig an tstiltigkcir bcsipt. Die Vcrpslichtuug
zur Bahlnng des geordneten Marktgeldes wird dnrch die Entrichlung dieser Sichernngs-
gebnhr in keiner Weise beriihrt.

Hiesigen Einwohnern, welche den Markt ständig besnchen, kann beziiglich bestimm-
1er Plätze zum Ausstellen ihrer Stände ein länger dancrndes Abonneiiieilt bcwilligt
werden. Der Preis solchen Aboniiemeiits. welchcn die Marktkommission feftftcht, wird
in Mouatsbcträgen gegen eiue von der Stadrkasse ansgestellte zkarte znin Einzug

t.

Wahrend der Marktzcit dürfcn die Plätze zn kcinem alideren Zwecke beliüpt oder
verspcrrt tverden, nnd es ist untersagt, iiber den abgegrenzten Marktplap während dcr
Daner deS Marktes zn reiten, mit Wagen zu fahren, Vieh zn treiben, Hrinde zu führen
oder lanfen zu lassen.

iz !). Es diirfen nur gcsunde, unverdorbcne und nrrvcrsälschte Waren zu Markt
gebracht werden.

Verdorbene, versälsclche oder sonst dcr Gesnndheit schädliche Waren wcrden —
vorbehaltlich dcs Einschrcitens mrt Strase - weggeuommen.

8 t>. Die Gefäfte, in welchen entrahmte Milch verkauft oder feilgehalten wird,
nittsscn an offcnsichtlichen Stellcn eine dentlichc, nicht verwischbare Inschrist tragen,
wclche die Bezeichnnng „Entrahmte Milch" enthält. Die Snschrift ist auf den
Seitciuvättdcn nnd wenn thnnlich anch auf dcm Deckel dcs Gcfäftes anzubringen nnd
hat dnrch Anfmaleu mit schwarzer Farbe auf hcllem Untergrniid zn crfolgen. Dic
Biichstabeil der Inschrift sollen »lindestens llt-m lang sein.

8 7. Auf den« Wüchenmarkt darf irnr den Vorschrisien der dentschen Maft- und
Gewichtsordnnng entsprechendeS Maft nnd Gewicht iu Anwendnng komineil.

Die Polizeimannschaft ist anfter der ihr liach 6 2 des Neichsgesetzes vom Nten
Mai znsteheiiden Befngnis zur Entiiahme von Proben weiter besugt, Markt-
waren, welche nach angcgebenem Maft oder Gewicht feilgeboten werden, nachzuwiegcu
bezw. nachzninessen, nnd Gegenstände, welche das bezeichnele Maft odcr Gewicht nicht
haben, vom Fcilhaltcn anöznschlicften, vorbehaltlich etwa verwirkter Strafcn, sofern
ilicht in anderer Weisc, z. B. dnrch Bcrkleinern, cinem weiteren Feilhalten uach dem an-
geblichen Maft oder Gcwicht vorgebengt werden kann.

ij U. Gctreide, Hiilseilfrüchtc, Durrobst, Mrtoffein iind Bohnen dürfen nnr nach
Gewicht verkaust iverde».

Anf Verlangen des Känfers iiiilft anch jede andere Marktivare auf dcssen .U'osten
gewogen werden.

Ziim Verwiegen dcr Waren kann die anf dem Wochenmarlte aufgeftellte städtische
Wage bennht werden. Die im Tarif vorgesehene Waggebiihr hat der.^äilser zu zahlen.

8 !>. Icder Verkänser von Backwaren hat während der Verkausszeil ein für das
Pltbliknin leicht erkcnnbares Plakat an seinem Wagen oder Verkanfstijch anzubringcn
mit Angabe des Gewichts der Brote sowic des Preises.

Diescs Plakat ist jcwcils am l. nnd 15. jcden MonatS mit dem polizeilichen
loading ...