Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 340
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diesen Gelverbebetrieb zur Gcfährdnng der öffentlichcn Lrlcherheit nnd Ordnrmg
mifzbranchen werden.

Fiir Ergänzung, bczw. Berichtigttiig der Zttlasfnttgsiirkiittde bei eintretciide»
Veränderungen hat der Betriebsuiiternehiner binnen drei Tagen Sorge zu tragen.

Von den Droschkenbejitzern.

8 2. Jeder Droschkeiibesitzer ist berp/lichtet, die in der Zulassilligsnrknlide ver-
zeichneten Droschken täglich nach einein voin Bezirksamt tPolizeikonuilissär) anf-
zustellenden Turiiiis iii tadellosem Znstande anf den gernäß tz 12 bestiriiiilten Halte-
plätzen zum Gebrauche des Publiknms bereit zn halten, und zwar in dcn Monaten
Oktober bis eiiischließlich April von Atoigens 8 llhr bis Abends 6 Uhr, in den
übrigen Monaten von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr.

Die Droschkenbesitzer diirfen sich znm Betriebe nur solcher Droschkenkutscher
bedienen, welchc einen giltigen Fahrschein besitzen. (Bergt. 8 7 der Borschrist.)

Jede Anriahme iind Eiitlassnng eines Droschkeukntschers ist dem Bezirksamt
binnen drei Tagen anznzeigen.

Diejenigen Droschkenbesitzer, welche die Ikeitnng ihrer F-ahrzeuge in eigener Person
ilbernehmeii, miissen iieben der Znlassungsnrkniide noch einen Fahrschein erwirken nnd
sind allen hinsichtlich der Droschkenkntscher erlassenen Boischriften iinterworfen.

8 8. Die Droschkenbesitzer sind dasnr verantwortlich, daß die Fnhrwerke und
Pserde sich stets in vorschriftsmnsziger Beschaffenheit besinden nnd dasz die Droschken-
kutscher im Dienste stets die vorgeseliriebene Tienstkleidnng tragen. Dieselbe hat zn
besteheii in dililkelblanem Roek mit rolem Kragen nnd zwei pteihen gelber Metall-
knöpfe, dunkler Weste, ebensolchen sim ^ommcr anch granen oder weißleinenen) Hosen
und einem mit MetaUknöpfen vcrsehenen Mantel, sowie in einem ruiiden schwarzen
Lederhut mit der ^NulNiucr der betreffcnden Droschke in ilteilsilber.

Statt des Glanzhntes kann im Sommer ein schwarzer Strohhnt mit Silber-
borde, im Winter eine Pelzmütze gctragen werden.

Die Dienstkleidung mnß stels in sanbcrem, nicht zerriffeiiem und nicht aiiffällig
geflicktcm Znstand erh'alicn werden.

Von den Droschken nnd Äespannen.

8 4. Die Droschken müssen mit zwei Pferden bespannt sein. Die Pferde mnssen
hinreichend stark sein, anständig aussehcn nnd sicher gehen; anch mrilsen sie gleich
wie das Geschirr reinlich gehalten werden.

8 5. Die ailfzilstellenden Wagen müssen solid gcbant, von gefälligem Aenßern,
von hinreichender Breite und Höhe, sowie beqncm sein. Die Wagentritte musscn
so beschaffen sern, daß das E'insteigen unbcschwerlich ist, auch muß der Wagenschlag
von innen geöffner wcrden können. Zu beideu Seiten des Bocks sind Laterncu
anzubriugeu, welche während der Dnukelheit erleuchtet sein müssen. Ferner müssen
die Wagen sauber lackiert, mit gutem, nicht geflicktem Lederzeng, im Innern mit
reinem Ausschlag uud mit gntcr Polsterung vcrsehen jein, auch inimer reinlich ge-
halten werdeu. Der Fußbodeu jeder Droschke mnß mit einer reinlichen Fnßdecke
belegt sein.

Jeder Wagen mnß mit seiner Bespannung im Berhältnis stehen. Ucbrigcns
könuen die Wagen von verschicdener Bauart 'sein. Es kann jedoch kein Wage»,
dessen Form mit dem Zwecke der Droschkenfnhrwerke nach den hiesigeu Ortsver-
hältnissen im Widerspruch stände, zugelassen werden.

Etwaigen Mängeln an Wagen oder Geschirr ist unverznglich abznhelfen.

8 6. Die Droschken müssen an der Nückwand mit arabischen, mindestens 10 em
hohen, Ziffern, weiß oder rot und an den Laternen mit arabischen, mindesteris
6om hohen, Ziffern rot bezeichnet sein. Die Nnniliier teilt das Bezirksamt zn.

Endlich ist in jeder Droschke an geeigneter, dem Fahrgast deutlich sichtbarer
Stelle ein auf Pappdeckel aufgezogener, mit der Droschkettnuinmer und dem Stempel
des Bezirksamts versehener, stets sauber und lesbar zu erhaltender Abdrnck dieser
Droschkenorduung nebst Tarif anzubringe».

Von den Droschkenkutfchern.

8 7. Kein Kutscher darf die Führung einer Droschke eher libernehmett, als bis
ihm ein auf das Kalenderjahr lautender Fahrschein erteilt worden ist, welchen er
im Dienst stets bei sich zu führen hat. (Bergl. 8 2 der Vorschrift.)
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